Was ändert sich ab 2027 bei der Ladeinfrastruktur? GEIG-Pflichten und Erfüllungswege erklärt

GEIG 2027: Was sich für Ladepunkte und Vorverkabelung ändert – mit Erfüllungswegen und Praxisbeispielen für Unternehmen, Hotels und Immobilienbesitzer.

Schnellladesäule und AC-Wallboxen an einem modernen Nichtwohngebäude – Ladeinfrastruktur zum GEIG 2027.

Stand: 23. Oktober 2026 · Geltungsbereich: Deutschland

Ab dem 1. Januar 2027 gelten neue Anforderungen an die Ladeinfrastruktur von Gebäuden. Die bereits beschlossene Novelle des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes – kurz GEIG – verlangt bei vielen Gebäuden mehr Ladepunkte und eine umfassendere Vorbereitung der Stellplätze.

Gleichzeitig eröffnet das Gesetz unterschiedliche Erfüllungswege. Bei öffentlich zugänglichen Stellplätzen können Eigentümer beispielsweise eine vorgeschriebene Gesamtladeleistung bereitstellen. Dafür kommen Schnellladesäulen, normale Wallboxen oder eine Kombination aus beiden infrage.

Für Unternehmen, Hotels und Immobilienverantwortliche sind deshalb drei Fragen entscheidend: Welche Pflicht gilt für das Gebäude? Welche Stellplätze sind öffentlich zugänglich? Und welcher Erfüllungsweg passt zur tatsächlichen Nutzung?

GEIG 2027: Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

Ab 2027 sinken die Stellplatzschwellen bei Neubau und größerer Renovierung: Wohngebäude werden grundsätzlich ab vier, Nichtwohngebäude ab sechs Stellplätzen erfasst.

Bei Nichtwohngebäuden steigt die vorgeschriebene Zahl der Ladepunkte. Für Bürogebäude gelten besonders hohe Quoten. Außerdem gewinnt die Vorverkabelung an Bedeutung: Geeignete Leitungswege allein reichen bei vielen Vorhaben künftig nicht mehr aus.

Auch im unveränderten Bestand entsteht Handlungsbedarf. Bei Nichtwohngebäuden ab 21 Stellplätzen gelten grundsätzlich umfangreichere Anforderungen – selbst wenn keine Renovierung geplant ist.

Welche Pflichten gelten heute – und was kommt ab 2027?

Die Tabelle zeigt die Grundanforderungen. Ausnahmen, Übergangsregelungen und alternative Erfüllungswege werden anschließend erläutert.

Gebäudefall
Bisherige Anforderungen bis Ende 2026
Anforderungen ab 2027
Wohngebäude: Neubau
Ab 6 Stellplätzen: Leitungsinfrastruktur für jeden Stellplatz
Ab 4 Stellplätzen: mindestens 50 % vorverkabeln, übrige mit Leitungsinfrastruktur ausstatten; zusätzlich mindestens ein Ladepunkt
Wohngebäude: größere Renovierung
Ab 11 Stellplätzen: Leitungsinfrastruktur für jeden Stellplatz
Ab 4 Stellplätzen: mindestens 50 % vorverkabeln, übrige mit Leitungsinfrastruktur ausstatten; keine zusätzliche Ladepunktpflicht aus § 8
Nichtwohngebäude: Neubau
Ab 7 Stellplätzen: mindestens jeden dritten Stellplatz mit Leitungsinfrastruktur ausstatten und mindestens einen Ladepunkt errichten
Ab 6 Stellplätzen: mindestens 50 % vorverkabeln, übrige mit Leitungsinfrastruktur ausstatten; mindestens ein Ladepunkt je fünf Stellplätze
Nichtwohngebäude: größere Renovierung
Ab 11 Stellplätzen: mindestens jeden fünften Stellplatz mit Leitungsinfrastruktur ausstatten und mindestens einen Ladepunkt errichten
Ab 6 Stellplätzen: mindestens 50 % vorverkabeln, übrige mit Leitungsinfrastruktur ausstatten; mindestens ein Ladepunkt je fünf Stellplätze
Bürogebäude: Neubau oder größere Renovierung
Bisherige Anforderungen für Nichtwohngebäude
Ab 6 Stellplätzen: mindestens ein Ladepunkt je zwei Stellplätze; zusätzlich die Anforderungen zur Vorbereitung der Stellplätze
Nichtwohngebäude: Bestand ohne größere Renovierung
Ab 21 Stellplätzen: bereits seit 2025 grundsätzlich ein Ladepunkt je Gebäude
Ab 21 Stellplätzen: grundsätzlich ein Ladepunkt je zehn Stellplätze oder Leitungsinfrastruktur für mindestens 50 %

Die Prozentquoten sind jeweils getrennt auf barrierefreie und nicht barrierefreie Stellplätze anzuwenden. Die strengere Büroquote betrifft Gebäude, die überwiegend Verwaltungs-, Kommunikations- und Organisationsaufgaben dienen.

Bei bestehenden Wohngebäuden ohne größere Renovierung entsteht weiterhin keine allgemeine GEIG-Nachrüstpflicht.

Leitungsinfrastruktur, Vorverkabelung und Ladepunkt: Was ist der Unterschied?

Leitungsinfrastruktur bereitet die spätere Verlegung von Strom- und Datenleitungen vor. Dazu gehören beispielsweise Leerrohre oder Kabeltrassen sowie die gesetzlich erforderlichen Vorkehrungen für Zähler- und Schutztechnik.

Vorverkabelung geht weiter. Am Stellplatz muss bereits ein anschlussfähiger Endpunkt vorhanden sein, etwa eine individuelle Abzweigung oder Zuleitung. Eine gemeinsame Hauptleitung oder ein zentraler Verteiler ohne individuelle Abzweigung genügt dafür nicht. Die spätere Ladeeinrichtung muss noch nicht überall montiert sein.

Ein Ladepunkt ermöglicht das Laden eines Fahrzeugs. Eine Ladesäule kann mehrere Ladepunkte besitzen, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden können.

Für die Kostenplanung ist diese Unterscheidung wesentlich: Die Vorbereitung eines Stellplatzes ist etwas anderes als die Installation einer betriebsbereiten Wallbox.

Welche Möglichkeiten gibt es, die GEIG-Pflichten zu erfüllen?

Für Nichtwohngebäude stehen je nach Anwendungsfall mehrere Wege zur Verfügung.

Erfüllungsweg
Wann kommt er infrage?
Was ist erforderlich?
Reguläre Ausstattung mit Ladepunkten und vorbereiteten Stellplätzen
Neubau oder größere Renovierung ab 6 Stellplätzen
Ladepunktquote erfüllen und mindestens 50 % vorverkabeln; übrige Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur ausstatten
Ladepunkte im Bestand
Bestehende Nichtwohngebäude ab 21 Stellplätzen
Mindestens ein Ladepunkt je zehn Stellplätze
Leitungsinfrastruktur statt Ladepunkten im Bestand
Alternative zur regulären Ladepunktpflicht im Bestand
Mindestens 50 % der Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur ausstatten
Gesamtladeleistung bei Neubau oder größerer Renovierung
Öffentlich zugängliche Stellplätze erfasster Nichtwohngebäude ab 6 Stellplätzen
Öffentlich zugängliche Ladepunkte mit insgesamt mindestens 2,2 kW × Anzahl der öffentlich zugänglichen Stellplätze
Gesamtladeleistung im Bestand
Öffentlich zugängliche Stellplätze erfasster Nichtwohngebäude ab 21 Stellplätzen
Öffentlich zugängliche Ladepunkte mit insgesamt mindestens 1,1 kW × Anzahl der öffentlich zugänglichen Stellplätze
Bündelung von Ladepunkten auf Liegenschaften
Ein Eigentümer muss mehrere Nichtwohngebäude ausstatten
Erforderliche Ladepunkte unter den gesetzlichen Voraussetzungen bedarfsgerecht zusammenfassen; Gesamtplanung dokumentieren
Gemeinsame Quartierslösung
Gebäude stehen in räumlichem Zusammenhang
Ladepunkte und Leitungsinfrastruktur gemeinsam planen und die gesetzlich erforderlichen Vereinbarungen beziehungsweise Dokumentationen erstellen

Die Leistungsalternativen sind in den neuen §§ 7 Absatz 3, 9 Absatz 3 und 10 Absatz 4 GEIG geregelt. Bei Neubau und Renovierung eröffnen sie grundsätzlich eine alternative Erfüllung der jeweiligen Ausstattungspflichten einschließlich der vorbereitenden Infrastruktur.

Die Faktoren 1,1 und 2,2 kW sind Rechengrößen für die erforderliche Gesamtladeleistung. Sie bedeuten weder einen Ladepunkt noch eine individuell verfügbare Leistung dieser Höhe an jedem einzelnen Stellplatz. Voraussetzung ist, dass die vom jeweiligen gesetzlichen Tatbestand erfassten Stellplätze und die zur Erfüllung angerechneten Ladepunkte öffentlich zugänglich sind.

Die Leistungsalternativen gelten nicht für Wohngebäude oder ausschließlich nicht öffentlich zugängliche Stellplätze. Bei gemischten Anlagen darf die öffentliche Ladeleistung nicht ohne weitere Prüfung auch als Erfüllung der Pflichten für abgeschlossene Gäste-, Mieter- oder Mitarbeiterbereiche angesetzt werden. Die Bereiche, Stellplatzzahlen und jeweils anwendbaren Pflichten sind im Erfüllungskonzept gesondert zu prüfen. Für Behördengebäude bestehen besondere Regeln.

Schnellladesäule oder Wallboxen: So lässt sich die geforderte Leistung erreichen

Bei der Leistungsalternative zählt die öffentliche Gesamtladeleistung. Das GEIG schreibt dafür keine bestimmte Mischung aus AC- und DC-Ladetechnik vor.

Eigentümer können daher eine Schnellladesäule, mehrere normale Wallboxen oder beides kombinieren.

Beispiel: 100 öffentlich zugängliche Stellplätze im Bestand

Ein erfasstes bestehendes Nichtwohngebäude hat 100 öffentlich zugängliche Stellplätze. Die erforderliche Mindestgesamtladeleistung beträgt:

Mindestgesamtladeleistung im Beispiel

100 Stellplätze × 1,1 kW = 110 kW

Technische Lösung
Beispielhafte Ausstattung
Gesamtladeleistung
Nur Schnellladen
Eine DC-Schnellladesäule mit 150 kW Gesamtleistung
150 kW
Nur normale Wallboxen
Zehn AC-Wallboxen mit jeweils 11 kW
110 kW
Schnellladen und Wallboxen kombiniert
Eine DC-Schnellladesäule mit 60 kW plus fünf AC-Wallboxen mit jeweils 11 kW
115 kW

Alle drei Varianten erreichen rechnerisch mindestens 110 kW. Die angerechneten Ladepunkte müssen öffentlich zugänglich sein.

Bei einem Neubau oder einer größeren Renovierung wären für dieselben 100 öffentlich zugänglichen Stellplätze 220 kW erforderlich. Das ließe sich beispielsweise mit einer 150-kW-Schnellladesäule und sieben 11-kW-Wallboxen erreichen: zusammen 227 kW.

Wichtig: Geteilte Leistung darf nicht doppelt gezählt werden. Verteilt eine Schnellladesäule ihre insgesamt 150 kW auf zwei Ladeanschlüsse, werden daraus keine 300 kW. Netzanschluss, Leistungsbegrenzungen und Lastmanagement müssen zum Erfüllungskonzept passen.

Die passende Technik richtet sich nach den Standzeiten: Schnellladen kann kurze Aufenthalte bedienen. Wallboxen eignen sich für längeres Parken, etwa während eines Arbeitstags oder über Nacht. Eine Kombination ermöglicht unterschiedliche Ladeangebote am selben Standort.

Öffentlich zugänglich: Was bedeutet das bei Hotels?

Ein Hotelparkplatz ist nicht automatisch öffentlich zugänglich. Entscheidend ist, wer die Stellplätze und Ladepunkte nutzen darf.

Nach den Hinweisen der Bundesnetzagentur gelten entsprechend gekennzeichnete Parkplätze ausschließlich für einen identifizierbaren Kreis von Hotelgästen grundsätzlich als nicht öffentlich zugänglich.

Stehen Stellplätze und Ladeangebot dagegen auch externen Personen ohne Hotelbuchung offen, kann öffentliche Zugänglichkeit vorliegen. Privates Eigentum, Parkgebühren, allgemeine Registrierung, Öffnungszeiten oder eine Schranke schließen sie nicht automatisch aus. Entscheidend sind die tatsächlichen Zugangs- und Nutzungsbedingungen sowie deren erkennbare Kennzeichnung. Eine bloße Listung in einer Lade-App ersetzt diese Prüfung nicht.

Situation am Hotel
Grundsätzliche Einordnung
Stellplätze ausschließlich für registrierte Übernachtungsgäste, entsprechend gekennzeichnet
Nicht öffentlich zugänglich
Ladeparkplatz auch für externe Personen ohne Hotelbuchung nutzbar
Kann öffentlich zugänglich sein
Getrennte Bereiche für Hotelgäste und allgemeine Öffentlichkeit
Bereiche und zugehörige Ladepunkte getrennt beurteilen

Ein Hotel kann somit GEIG-pflichtig sein, obwohl seine Stellplätze nicht öffentlich zugänglich sind. Die öffentliche Zugänglichkeit entscheidet insbesondere darüber, ob die Leistungsalternative genutzt werden kann.

Und was gilt für Parkhäuser?

Bei Parkhäusern müssen zwei Fragen getrennt beantwortet werden:

Erstens: Ist das Parkhaus öffentlich zugänglich? Ein Parkhaus, das grundsätzlich jeder gegen Gebühr nutzen kann, ist regelmäßig öffentlich zugänglich. Eine Garage ausschließlich für bestimmte Beschäftigte oder Mieter ist anders einzuordnen.

Zweitens: Fällt die Anlage überhaupt unter das GEIG? Öffentliche Zugänglichkeit allein genügt dafür nicht. Nach den Hinweisen der KEA Baden-Württemberg sind Parkplätze ohne Gebäudebezug sowie unbeheizte Gebäude, darunter viele eigenständige Parkhäuser, nicht erfasst.

Eine einem erfassten Gebäude zugeordnete Parkgarage muss deshalb anders geprüft werden als ein eigenständiges unbeheiztes Parkhaus. Bei angrenzenden Stellplätzen verlangt § 3 GEIG weiterhin denselben Eigentümer von Parkplatz und Gebäude sowie die überwiegende Nutzung durch Bewohner oder Nutzer des Gebäudes. Ab 2027 müssen sie sich außerdem auf dem Grundstück oder in unmittelbarer Nähe des Gebäudes befinden. Die Aussage „Jedes öffentliche Parkhaus muss ab 2027 Ladepunkte installieren“ wäre zu pauschal.

Wann löst eine Renovierung neue Pflichten aus?

Eine größere Renovierung liegt nach dem GEIG vor, wenn mehr als 25 % der Oberfläche der Gebäudehülle renoviert werden.

Zusätzlich müssen die Arbeiten den Parkplatz oder die maßgebliche elektrische Infrastruktur umfassen. Bei Stellplätzen innerhalb des Gebäudes ist die elektrische Infrastruktur des Gebäudes relevant, bei angrenzenden Stellplätzen diejenige des Parkplatzes.

Eine einzelne Reparatur oder der Austausch einiger Leuchten reicht dafür nicht automatisch aus.

Auch die Zuordnung der Stellplätze ist zu prüfen: Innen- und angrenzende Außenstellplätze sollten bei den gesetzlichen Schwellen nicht ungeprüft zusammengerechnet werden.

Übergangsfristen und Ausnahmen: Was Eigentümer beachten müssen

Bereits geplante Bauvorhaben

Für die Anforderungen nach §§ 6 bis 9 gelten grundsätzlich weiterhin die bisherigen Regeln, wenn Bauantrag, Antrag auf bauaufsichtliche Zustimmung oder Bauanzeige bis zum 31. Dezember 2026 erfolgt sind.

Bei nicht genehmigungsbedürftigen Vorhaben können die Kenntnisgabe bei der Behörde oder der Beginn der Bauausführung maßgeblich sein. Der Fertigstellungstermin allein entscheidet somit nicht.

Aufschub bis 2029

Für bestimmte Nichtwohngebäude setzt § 16 Absatz 2 die Anwendung des neuen § 10 bis einschließlich 1. Januar 2029 aus. Dies betrifft Vorhaben mit Bauantrag, Antrag auf bauaufsichtliche Zustimmung oder Bauanzeige vom 18. März 2021 bis einschließlich 31. Dezember 2026, wenn die bisherige Pflicht nach § 10 Absatz 1 zwischen dem 27. Mai 2022 und einschließlich 27. Mai 2024 erfüllt wurde.

Ein vorhandener Ladepunkt allein verschafft daher nicht automatisch eine längere Frist.

Ausnahme für bestimmte KMU-Gebäude

Nichtwohngebäude bleiben ausgenommen, wenn sie einem kleinen oder mittleren Unternehmen gehören und überwiegend von diesem selbst genutzt werden. Ein kleines Unternehmen als Mieter genügt dafür nicht.

Kostenausnahme bei Renovierungen

Die Kostenschwelle steigt von bisher 7 % auf mehr als 10 % der Gesamtkosten der größeren Renovierung. Überschreiten die maßgeblichen Infrastrukturkosten diese Grenze, kann die gesetzliche Ausnahme greifen.

Besondere Regeln für Behördengebäude

Für bestimmte bestehende Nichtwohngebäude ab 21 Stellplätzen, die der öffentlichen Hand gehören und von einer Behörde genutzt werden, gilt eine abweichende Anforderung: Ab 1. Januar 2033 müssen mindestens 50 % der Stellplätze vorverkabelt sein. Barrierefreie und nicht barrierefreie Stellplätze werden getrennt betrachtet.

Intelligentes Laden und Dokumentation mitplanen

Ab 2027 müssen neu errichtete oder ersetzte Ladepunkte im Anwendungsbereich des GEIG intelligentes Laden mit offenen, interoperablen Kommunikationsstandards ermöglichen.

Die Planung muss außerdem die Dimensionierung von Leitungsinfrastruktur und Vorverkabelung berücksichtigen. Bei nicht öffentlich zugänglichen Stellplätzen ist ein Lademanagementsystem einzubeziehen, soweit keine gesetzliche Ausnahme greift.

Nach Abschluss der Arbeiten ist die vorgeschriebene Unternehmererklärung mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Verstöße gegen die Ausstattungspflichten können mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Wie hängen GEIG und EPBD zusammen?

Die EPBD – Energy Performance of Buildings Directive – ist die europäische Gebäuderichtlinie. Ihre Neufassung, die Richtlinie (EU) 2024/1275, enthält in Artikel 14 Anforderungen an nachhaltige Mobilität an Gebäuden.

Das GEIG setzt die gebäudebezogenen Vorgaben zur Elektromobilität in deutsches Recht um. Für Eigentümer in Deutschland sind deshalb die konkreten deutschen Vorschriften einschließlich ihrer Ausnahmen und Übergangsregelungen maßgeblich.

Ladeinfrastruktur mit emobicon bedarfsgerecht planen

Die wirtschaftlich passende Lösung ergibt sich aus Gebäudenutzung, Stellplatzzuordnung, Ladebedarf und vorhandener elektrischer Infrastruktur.

Vor einer Investition sollten Eigentümer deshalb zunächst die anwendbare Pflicht bestimmen und anschließend die zulässigen Erfüllungswege vergleichen. Eine leistungsstarke Schnellladesäule kann ebenso sinnvoll sein wie mehrere Wallboxen oder ein gemischtes Angebot.

emobicon unterstützt Unternehmen, Hotels und Immobilienverantwortliche bei der Standortanalyse, technischen Planung und Umsetzung ihrer Ladeinfrastruktur. Dabei betrachten wir Ladepunkte, Lastmanagement und Erweiterbarkeit gemeinsam.

Häufige Fragen zum GEIG 2027

Muss ab 2027 jeder Stellplatz eine Wallbox haben?

Nein. Das GEIG unterscheidet zwischen Ladepunkten, Vorverkabelung und Leitungsinfrastruktur. Welche Ausstattung erforderlich ist, hängt vom Anwendungsfall ab.

Können Schnellladesäulen die Pflicht erfüllen?

Ja. Bei der Leistungsalternative können öffentlich zugängliche Schnellladepunkte, AC-Wallboxen oder Kombinationen eingesetzt werden. Entscheidend ist die erforderliche Gesamtladeleistung.

Gelten die neuen Regeln nur für öffentliche Parkplätze?

Nein. Auch nicht öffentlich zugängliche Stellplätze können vom GEIG erfasst sein. Öffentliche Zugänglichkeit ist insbesondere für die Leistungsalternative relevant.

Müssen bestehende Wohnhäuser ohne Renovierung nachgerüstet werden?

Eine allgemeine Nachrüstpflicht für bestehende Wohngebäude ohne größere Renovierung ergibt sich aus dem GEIG weiterhin nicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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Foto des Autors

von Ralf Herzig

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