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Elektroauto: Umweltprämie von 4000 Euro bis Ende 2020

Lange wurde um eine Verlängerung des sogenannten Umweltbonus gerungen. Jetzt ist entschieden. Bis Ende 2020 gibt es eine Prämie von bis zu 4000 Euro.

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Die Bundesregierung will den Kauf von Elektro- und Hybridautos weiter ankurbeln und verlängert nach Informationen von WELT und WDR die sogenannte Umweltprämie. Der Bonus von bis zu 4000 Euro wird bis Ende 2020 gezahlt.  

Zunächst keine Aufstockung der Förderung

Seit Monaten wurde gerungen und seit Monaten wurde man sich nicht einig. Zunächst wird die Förderung pro Fahrzeug nicht erhöht. Klar ist demnach auch, dass die insgesamt für die Förderung zur Verfügung stehenden Mittel nicht aufgestockt werden. Neu ist aber, dass nun der Einbau von akustischen Warnsignalen (Acoustic Vehicle Alerting Systems) gefördert wird. Es geht um die Sicherheit beim nahezu geräuschlosen Fahren mit Elektrofahrzeugen oder teilelektrifizierten Modellen. Demnach müssen zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern ab 1. Juli innerhalb der Europäischen Union (EU) in Batterie- und Hybridelektrische Fahrzeuge Geräuscherzeuger eingebaut werden. Pro Gerät gibt es dafür zusätzlich 100 Euro aus dem Fördertopf.

Umweltprämie hat sich in der Praxis bewährt

 Gegenüber der WELT sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:  „Wir verlängern die Umweltprämie für Elektroautos bis Ende 2020, denn wir brauchen Kontinuität bei der Förderung“. Weiter heisst es: „Die Umweltprämie hat sich in der Praxis bewährt. Die Zahl der Anträge steigt stetig an, zwar langsamer, als wir das erhofft hatten, aber umso wichtiger ist es, Kontinuität bei der Förderung zu gewährleisten.“

Rückblick: Der bisherige Umweltbonus oder auch Elektroautoprämie von 4000 Euro für Elektroautos  und von 3000 Euro für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge war 2016 für drei Jahre eingeführt worden. Die Entscheidung war lange umstritten und wirkte bislang nicht, wie erhofft. Das liegt zudem aber auch an der mangelnden Fahrzeugauswahl oder wegen langer Lieferzeiten bei Elektrofahrzeugen. Zudem wurde immer wieder behauptet, dass diese Prämie eine weitere Subventionierung für die Autoindustrie darstellt.

Bislang rund 118.000 Anträge auf Förderung

Der Fördertopf, der online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden kann, war mit 1,2 Milliarden Euro ausgestattet worden. Nur rund 118.000 Anträge sind bislang bei der Förderstelle eingegangen. Somit wurden bislang rund 400 Millionen Euro Fördergelder ausgeschüttet, also nur rund 200 Millionen Euro vom Bund.

Mehr Ladeinfrastruktur gefordert

Altmaier sagte weiter in der WELT: „Die Nachfrage hängt natürlich am Angebot. Die Anzahl der E-Modelle, die im Markt verfügbar sind, wächst, aber hier ist die Industrie gefragt, noch bessere Angebote zu machen. Gleichzeitig müssen wir die Ladeinfrastruktur kontinuierlich weiter ausbauen, um der Elektromobilität in Deutschland endlich auf breiter Front zum Durchbruch zu verhelfen.“ Dafür zuständig ist Bundesverkehrsminister Scheuer. Hier scheint noch Handlungsbedarf – vor allem in der Geschwindigkeit, wie vor allem die deutsche Automobilindustrie schon lange fordert.

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Scheuer konnte sich nicht durchsetzen

Scheuer geht es um mehr, vor allem um Planungssicherheit für Jahre. Er wollte den Fördertopf besser, länger und mit mehr Geld ausstatten. Dieser hätte aber aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministerium kommen müssen. Die Verlängerung der Prämie um weitere 10 Jahre sei demnach geplant. 

Demnach geht es um eine Kaufprämie für Elektro-Taxis und leichte Elektro-Nutzfahrzeuge. Diese sollte auf 8000 Euro verdoppelt werden. Hintergrund hierbei die Verbesserung der Luftqualität in Städten. 

Die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen steigen

Grundsätzlich, so scheint es,  hatten die Hersteller die Verlängerung der Prämie begrüßt, weil sie die bislang mauen Absatzzahlen bei E-Autos in die Höhe getrieben hat. Die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen in Deutschland zeigten im ersten Quartal 2019 zweistellige Zuwachsraten, um 33 Prozent auf 23.300 neu zugelassene Elektrofahrzeuge. Dabei legten die rein batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) mit rund 15.900 Fahrzeugen um deutliche 75 Prozent zu.

Auch bei den BAFA Anträgen gibt es eine Steigerung. Von knapp 38.000 im Jahr 2017 erhöhte sich die Anzahl der Anträge auf etwas über 44.600 im vergangenen Jahr. Und in diesem Jahr sind bereits mehr 26.453 Anträge eingegangen (Stand 29. Mai). Dennoch machen die Stromer weiterhin nur einen Bruchteil der Fahrzeuge hierzulande aus. Zu Jahresbeginn waren knapp 83.200 Stromer zugelassen, bei einem Gesamtbestand von 57,3 Fahrzeugen. Das liegt aber auch an den langen Lieferzeiten für Elektrofahrzeuge.

Elektromobilität als Schwerpunkt in der Zukunft

Mit dem formulierten Ziel der Kanzlerin bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, hat sich die Bundesregierung längst verabschiedet. Aber Bundeswirtschaftsminister Altmaier hofft dennoch auf den Durchbruch. So geht es ihm vor allem auch um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland und der hiesigen Automobilindustrie. Das Elektrofahrzeuge die Zukunft sind steht ohne fest, denn immer mehr Länder und Regionen verabschieden sich vom Verbrennungsfahrzeug und auch Automobilhersteller wie Volkswagen definieren das Ziel Elektromobilität in der Zukunft als Schwerpunkt. Führende Länder in der Elektromobilität sind demnach China und Kalifornien in den USA, dort vor allem durch TESLA. 

Weitere Förderungen auf Länderebene möglich

Immer wieder werden auch andere Fördermittel für die Elektromobilität auf Länderebene ausgelobt. Es lohnt sich. So können zum Beispiel Unternehmen in NRW bis zu 8000 Euro zusätzlich für Elektrofahrzeuge erhalten. Zudem wird auch der Aufbau von Ladeinfrastruktur gefördert. Ob die private Wallbox für die Garage oder für Unternehmen, die Ihre Mitarbeiterplätze mit Ladeinfrastruktur ausstatten wollen. Das passiert vor allem auf Länderebene. In Kürze wird auch ein weiterer Fördertopf für die Ladeinfrastruktur auf Bundesebene veröffentlicht.

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