Synthetischer Kraftstoff: Keine Chance gegenüber Elektrofahrzeugen

von | 02.09.2020 | Allgemein | 0 Kommentare

Synthetischer Kraftstoff: Keine Chance gegenüber Elektrofahrzeugen
Foto: Pixabay

Synthetische Kraftstoffe – ein Reizwort, denn sie sollen Teil der Lösung sein. Die Lösung der Energiewende, die getragen durch Elektromobilität und Wasserstoff, bereits gesetzt ist. Und schaut man sich die nackten Zahlen an, dann ist es erschreckend, welcher Energieaufwand nötig ist, um EINEN LITER synthetischen Kraftstoff zu produzieren. Gut 16 Kilowattstunden Energieeinsatz.  Dafür kommt man  mit einer Elektrofahrzeug 100 km weit. Eine Versuchsanlage in Freiberg (Sachsen) produziert diese Stoffe und schafft aktuell 100 Liter pro Stunde. Es ist, es wäre Wahnsinn !

Es ist irre, verrückt und nicht schön zu reden

Als Elektromobilistin ist es absurd. 16 kWh für einen Liter Kraftstoff – ähnlich schlecht, wenn man Wasserstoffantriebe für die individuelle Mobilität einsetzen würde. Wasserstoff, dass im Gegensatz zum akkubetriebenen Fahrzeug bis zu 4 mal so viel Energie benötigt, um als Antrieb verfügbar zu sein. Beim synthetischen Kraftstoff ist mindestens doppelt soviel Energieeinsatz als beim Öl, denn von der Quelle bis an die Tanstelle mit all den Wegen und dem hohen Einsatz von Energie, um aus Öl Kraftstoff zu raffinieren, wird rund 8 Kilowattstunden Energie benötigt. Und vergleicht man das realistisch mit einem durchschnittlichen Verbrenner der 6 Liter Kraftstoff verbraucht um 100 km weit zu fahren, wären es fast 100 Kilowattstunden Energieeinsatz, um diese 6 Liter synthetischen Kraftstoff herzustellen. Berücksichtigt ist dabei noch nicht mal die komplette Kette bis an die Tankstelle. Knapp 100 kWh Energie sind rund 600 km Strecke beim Elektrofahrzeug. Das sind 6 mal mehr Energieeinsatz für die gleichen 100 km rein elektrisch. Puh.

Was sind synthetische Kraftstoffe?

Als synthetische Kraftstoffe (engl. synthetic fuel, Synfuel) werden bestimmte Kraftstoffe bezeichnet, die sich von konventionellen Kraftstoffen (Diesel, Benzin, Kerosin etc.) durch ein aufwändigeres Herstellungsverfahren (Veränderung der chemischen Struktur) unterscheiden. Kennzeichnend ist bei einigen das Ersetzen von Erdöl als Rohstoffquelle. Die XtL-Kraftstoffe beispielsweise können ähnliche Eigenschaften wie konventionelle Kraftstoffe haben, verwenden aber als Rohstoff Erdgas (GtL), Kohle (CtL) oder Biomasse (BtL). Andere Typen synthetischer Kraftstoffe erlauben eine Leistungssteigerung im Verbrennungsmotor (Methanol, Ethanol etc.) oder werden für spezielle Aufgaben, wie beispielsweise als Raketentreibstoff, eingesetzt (Hydrazin, Syntin etc.). Es werden sehr unterschiedliche Definitionen verwendet. Teilweise werden auch gasförmige Kraftstoffe (Wasserstoff, Methan), Ölprodukte aus unkonventionellen Rohstoffquellen (Ölsand, Ölschiefer) und anderes zu den synthetischen Kraftstoffen gezählt. Quelle: Wikipedia

Da gibt es auch nichts schön zu reden. Die, die genau das immer wieder fordern haben sich mit den Tatsachen noch nicht hinreichend beschäftigt. Das kann man annehmen. Es geht einfach nur um die Gegenüberstellung der Ist Werte. 5 – 6 mal so viel Energieverbrauch – das ist nicht logisch und kann nicht zielführend sein. Die Energie einer klassischen Photovoltaik Anlage wird zu rund 70 Prozent beim reinen eAuto für den Antrieb genutzt, 11 Prozent sind es bei synthetischen Kraftstoffe, so PwC. 

Ist das ein Teil der Energiewende? NEIN, sagen wir, aber bei Milliarden von Verbrennungsmotoren passiert denn was ? Ist kein Kraftstoff mehr da, was ist dann? Ein paar Jahre müssen Sie noch durchhalten. Experten der Mobilität sprechen von bis zu 25 Jahren die es noch braucht, bis alternative Antriebe so weit in der Fläche verbreitet sind, bis flüssige Kraftstoffe nicht mehr benötigt werden.  Im Moment gibt es knapp 6 Prozent alternative Antriebe – immerhin. Daran glaubte bis vor einem Jahr auch niemand. 

Wir sind keine Verfechter der fossilen Brennstoffe – deswegen schon nicht, weil es nicht zielführend ist. Zielführend kann aber auch nicht sein, dass so ein hoher Energieeinsatz nötig ist, um die Verbrennungsmotoren am Laufen zu halten. Gleichzeitig darf aber die Frage gestellt werden: Wie klimaneutral ist das Ganze und geht es nicht noch besser, weil sinnvoller?

Die Energiewende braucht Speicherenergie

Haben wir genug erneuerbare Energien, dann haben wir die Herausforderung diese sinnvoll zu nutzen und oder zu speichern. Nämlich dann, wenn mehr Energie zur Verfügung steht, als wir brauchen. Wasserstoff soll ein Energieträger sein. Hergestellt aus sogenannter grüner Energie, also dann, wenn wir genug Energie aus erneuerbaren Quellen haben. Ein grosses Thema für die Industrie, die auf zuverlässige Energiequellen angewiesen ist. Das ist dann sogar klimafreundlich bis klimaneutral.

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Verbindet man verschiedene Energiequellen, dann ist das freundlich, weil diverse Abfallprodukte, zum Beispiel aus der Müllverbrennung dazu dienen können, Wasserstoff zu produzieren. Ähnlich stellt es sich das für synthetische Kraftstoffe da, aber der Energieeinsatz ist um ein vielfaches höher, als verfügbar so Prognosen von Experten, denn milliarden Verbrennungsmotoren brauchen noch mehr Kraftstoff und damit mehr Energie. Wir werden uns es schlicht nicht mehr leisten können für synthetische Kraftstoffe soviel Energie zu verschwenden.

Teuer in der Produktion und in der Nutzung

Die Politik sucht den Ausweg. Energie soll da produziert werden, wo es viel Sonne gibt. In Afrika. Wird das helfen und reicht die Energie für die grossen Mengen die für synthetische Kraftstoffe benötigt werden? Betrachtet man es wirtschaftlich, wären die Entstehungskosten bei gut 1 Euro pro Liter. Ohne Steuer, ohne die Lieferkette. Das kommt sicher noch dazu. Betrachtet man das Ganze geht von einem Standard Preis von rund 1,50 € pro Liter aus – eher mehr würde ich sagen. Das individuelle Mobilität teurer wird ist längst klar und das sich die Mobilität verändern muss auch. Es kommt also drauf an: Praktikabilität, aber auch steuerliche Erhebung, denn ohne eine Steuerstruktur geht es auch nicht. Befürworter sehen schon die Lösung. Die meisten sind aber eher skeptisch, denn die Mengen wird es nicht decken können.

Was passiert aber im Wettbewerb der unterschiedlichen Systeme und Änderungen? Der Trend ist klar: Alternative Änderungen aber eben auch die Mobilitätswende, die zu oft noch nicht im Zusammenhang gesehen wird. Aber es passiert hier eine Menge. Die Nutzung von Verkehrsträgern ändert sich. Und wenn individuelle Mobilität teurer wird, ändert sich mit Sicherheit auch das Mobilitätsverhalten und damit die Nutzung von Verkehrsträgern. Schlussendlich geht es um den Klimaschutzefekt. Bei Kosten die weit höher sind, als gewöhnlich wird auch die Verbrennung von Kraftstoffen bei jedem von uns auf den prüfstand kommen. Es scheint also sicher, dass synthetische Krafstoffe den Verbrennungsmotor nicht retten werden. Klar, es geht auch um viel Lobbyarbeit und die Abhängigkeit einer Industrie, weil man das Produkt nicht selber herstellen kann. Grüne Energie ist aber viel schneller, kostengünstiger und vor allem selber herzustellen.

Sicher ist aber auch: Der Verkehr ist im Moment der Bereich, der am wenigsten zum Klimaschutz beiträgt. Das heisst eben auch, dass die Menge an Fahrzeugen deutlich reduziert werden muss. Das hat schlussendlich Auswirkungen auf viele Bereiche und dürfte eben auch ein Beitrag sein zu einer kompletten Veränderung des Verkehrs. 

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Autor: Anja

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