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PwC Studie: Elektroautos holen ab 2019 in Deutschland auf

Nach einer neuen Studie der Unternehmensberatung PwC ist die Zahl der weltweit neu zugelassenen Elektroautos (incl. Hybrid) in den ersten drei Quartalen weiter kräftig gestiegen.

Die Neuzulassungen des Antriebs summierten sich auf mehr als 1,7 Millionen – eine Wachstumsrate von 48,2 Prozent in den Märkten in China, den USA und in den 5 wichtigsten europäischen Ländern. Im Vorjahr lag das Wachstum der Kernmärkte noch bei 36,1 Prozent.

Besonders gefragt waren vollelektrische Fahrzeuge, bei denen die Neuzulassungen um 77 Prozent zulegten. 

von Stefan Blome | emobicon

USA vor China

Besonders das Tesla Model 3 treibt den Markt in den USA kräftig an. Die Nachfrage ist sehr hoch und die Verfügbarkeit steigt. Das hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich das Wachstum bei den Neuzulassungen vollelektrischer Fahrzeuge in den ersten drei Quartalen von immerhin 20,5 Prozent in 2017 auf 93,9 Prozent beschleunigte. Dieses wird von einigen Marktbeobachtern als Bestätigung des erwarteten exponentiellen Nachfragezuwachses gewertet, wie man ihn bisher nur aus der IT- und Technologieindustrie kannte.

Mit diesem Wachstum lag der US-Markt sogar vor China, wo sich das Wachstum mit 81,6 Prozent auf hohem Niveau stabilisierte. Deutschland hinkt bei den Zulassungen vollelektrischer Fahrzeuge dagegen weiter hinterher: Mit 55 Prozent halbierte sich der Zuwachs im bisherigen Jahresverlauf fast und fiel zudem spürbar niedriger aus als in den USA und China. Dies ist zunächst mit dem knappen Angebot von elektrischen Fahrzeugen zu erklären, auf das auch die langen Lieferfristen aktueller Fahrzeuge hinweisen

„Dieses Segment ist im bisherigen Jahresverlauf deutlich schneller gewachsen als der Gesamtmarkt elektrifizierter Fahrzeuge. Damit konnten reine Elektroautos ihren Marktanteil gegenüber den unterschiedlichen Hybriden weiter deutlich ausbauen.“

Felix Kuhnert, Global Automotive Leader der Beratungsgesellschaft PwC

Wie wird der Markt 2019 in Deutschland ?

Wir kennen das Problem aktuell bei Elektroautos: Der Markt wächst, das Interesse auch, aber die Verfügbarkeit ist schlecht. Daran dürfte sich auch im laufenden Quartal nichts ändern, meint Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts. „Es gelingt den Herstellern hierzulande noch nicht, die hohe Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen schnell genug zu bedienen.“ Das Wachstum der Zulassungen bleibe deshalb deutlich hinter den Möglichkeiten zurück – allerdings werden verfügbare staatliche Kaufprämien auch weiterhin nicht ausgeschöpft.

Dieses Bild sollte sich nach dem Jahreswechsel drastisch ändern. „Dann werden endlich etliche Elektro-Autos der zweiten Generation verfügbar sein, die die heimischen Hersteller im Rahmen ihrer Elektromobilitätsoffensive seit Langem ankündigen“, sagt Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC. „Da diese Modelle mit deutlich leistungsfähigeren Vertriebsorganisationen und bekannteren Marken in den Markt gebracht werden, dürfte dies dem Absatz und damit den Neuzulassungen einen kräftigen Schub geben.“

In den USA könne man derzeit beobachten, was möglich ist, wenn attraktive Elektro-Fahrzeuge in hohen Stückzahlen auf den Markt kämen. Allerdings sind die USA auch ein warnendes Beispiel dafür, dass einmal etablierte Subventionen nicht gestrichen werden sollten, wie sich an den klar rückgängigen Zulassungen von Hybridfahrzeugen zeigt. Statt des bisherigen Nebeneinanders von Hybrid- und Elektrofahrzeugen zeigt sich dort eine immer stärkere Polarisierung des Marktes zwischen klassischen Verbrennungsmotoren und rein elektrischen Fahrzeugen.

„Steuervorteile und ein dichteres Netz an öffentlichen Ladestationen sind für viele Interessenten wichtige Argumente. Ebenso haben Energieversorger zunehmend das private elektrische Laden als Absatzpotential und Kundenbindungsinstrument entdeckt und arbeiten intensiv an innovativen Konzepten.“

Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts

Müssen wir von China lernen ?

Die Chinesen haben einen Vorteil: Hohe Stückzahlen dank auch bester staatlicher Unterstützung. Damit sind sie gut lieferbar und kommen auch immer mehr in das Bewusstsein der Menschen vor Ort. Allein im dritten Quartal wurden in China laut „E-Mobility Sales Review“ 206.624 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen. Das macht China klar zum größten Markt für E-Fahrzeuge weltweit, setzt aber bisher kaum internationale Trends- wie zum Beispiel die bevorzugte Zulassung von elektrischen Taxis oder alternative Ladekonzepte wie der schnelle Batterietausch.

„Interessant sind Fahrzeuge chinesischer Hersteller hierzulande zunächst für gewerbliche Flotten“, sagt Stürmer. Das zeige zum Beispiel ein Pilotversuch in Frankfurt, wo ein Möbelhaus seinen Kunden neuerdings Elektro-Transporter aus China anbietet, um ihre Einkäufe nach Hause zu transportieren.

Jenseits des gewerblichen Bereichs ist Stürmer jedoch noch skeptisch. „Die Modelle chinesischer Hersteller erfüllen die Erwartungen privater Käufer aus Industrieländern in der Regel noch nicht – zum Beispiel, was den Komfort und die Leistungsfähigkeit angeht.“ Erfahrungen aus China ließen sich deshalb nur in eingeschränktem Maße auf den europäischen Markt übertragen – die technische Kompetenz z.B. in der Batterieherstellung wird allerdings auch dort zunehmend nachgefragt, wie jüngste Inventionsankündigungen chinesischer Unternehmen gezeigt haben.

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