Elektroauto: Zwischen Ankündigungen und Realität. Irgendwas ist ja immer

von | 25.01.2020 | Autobauer, Förderung Elektromobilität | 1 Kommentar

Seit Jahren die immer gleichen Ankündigungen: Wir bauen Tesla Killer. Wir werden die besten, die grössten Hersteller von Elektroautos in der Welt sein. Wir haben alle Konzepte in der Schublade. Wir sind marktreif in 2019 und unsere Elektrofahrzeuge sind konkurrenzfähig. Aber wo sind die Ergebnisse dieser Ankündigungen? Die Realität ist das Jammertal das in Widersprüchen endet.

von Thorsten Bär | emobicon - CoverBild: emobicon

Den Dieselskandal werden die Hersteller nicht los – immer weitere Hersteller geraten in den Sumpf der Behörden und Ermittler. Neben Volkswagen und Audi ist klar auch Daimler betroffen und auch VOLVO und Mitsubishi haben Ermittlungen am Hals. Man glaubte mit der Elektromobilität wieder punkten zu können. Grosse Werbekampagnen und das Schönreden der Automobilwelt sollte helfen die Interessenten zu besänftigen – immer und immer wieder. Jahrelange Ankündigungen zeugten von Fortschritt und sollten Glauben machen, das man nicht soweit weg ist von der Zukunft. Längst ist klar: Alles Schall und Rauch. Marketing ohne Realität. Das Dumme dabei: Zu viele glauben noch den Ankündigungen und Versprechen. Tut man das weiter wird man eher verlassen sein. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich.

Elektromobilität ist nicht Plug in Hybrid

Die Wende in der Automobilwirtschaft ist nicht aufzuhalten, dass hat man offenbar kapiert. Das Problem dabei, dass der Dampfer sich nicht so schnell drehen kann, wie er müsste. Fast alle Hersteller verfolgen schon heute das große Ziel, mehr und mehr ihrer Modelle mit einem elektrifizierten Antrieb auszustatten. Das heisst aber, dass Hybride, zum Vorteil der Hersteller und durch die Lobby durchgedrückt Vorteile der echten Elektromobilität erhalten. Noch. Auch da wird es Änderungen geben. 

Aus 2,1 Liter ausgewiesener Verbrauch, werden mal eben 7 Liter echter Verbrauch – aus 51 km behaupteter elektrischer Reichweite, werden eben mal 32 echte elektrische Kilometer – wenn überhaupt. Das soll Elektromobilität sein? Allein die Ausgelobten Preise für einen VW Passat GTE Plug in Hybrid, um die 50000 € teuer ist weder marktkonform, noch fortschrittlich, noch hat es im Ansatz was mit Elektromobilität zu tun. 

Zulieferer der Automobilhersteller geraten immer mehr in Bedrängnis – immer wieder kommt es zu Zusammenschlüssen oder Insolvenzen.

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Steuerzahler soll zahlen – Hersteller streichen Milliarden an Gewinnen ein

Und sofort schreit man nach dem Staat. Wir brauchen Hilfe Unterstützung, aber bitte zu unseren Bedingungen. Die sind nicht ohne, denn währen die Hersteller Milliarden Gewinne einfahren, die Aktionäre beglücken, soll der Steuerzahler viel Geld in die Hand nehmen. Ziemlich daneben finde ich. Das die Transformation Jobs kosten wird, weiss man nicht erst seit gestern. Das alles und noch viel mehr anders wird ist nicht erst heute klar. Das man rechtzeitig umsteuern muss und das mit dieser Technologie auch neue Jobs entstehen weiss man auch und was man auch weiss, aber gern verheimlicht: Die Mobilitätswende heisst künftig weniger Fahrzeuge, weniger Individualverkehr – also weniger Fahrzeuge die man herstellen muss.

Die Realität ist bitter und widersprüchlich

 

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Hersteller AUDI kündigt an, in seinem belgischen Werk, wo der Stromer „etron“ gebaut wird Kurzarbeit zu beantragen. Heisst es parallel nicht, das man so viel Nachfrage hat? Angeblich fehlen diese und jene Teile, die Zusammenarbeit mit 300 Zulieferern hat seine Tücken. Aha.

Bei Daimler gibt es die Info, dass man Probleme hat genug Akkuzellen von LG Chem zu erhalten. Wirklich? Daimler hat zwar dementiert, aber Tatsache ist, das man nicht wirklich aus dem Quark kommt. Die Absatzzahlen zeigen nur wenig Interesse für ein Elektrofahrzeug von diesem Hersteller – behauptet wird stets das riesen Interesse.

Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf nicht näher genannte Insider schreibt, soll Daimler in diesem Jahr nur mit einem Absatz von rund 30.000 EQC Stromern planen. geplant waren 50 – 60.000 Fahrzeuge. Das Magazin berichtet ferner, dass  Daimler-Chef Ola Källenius den „Elektronotstand“ ausgerufen habe.

Volkswagen baut schon fleissig seinen ID.3 – auf Halde, weil man noch keine fertige Softwarearchitektur habe.

Gleichzeitig kündigt man an schon einmal an,  das VW im April das nächste Elektrofahrzeug vorstellen will. Toll. Wann aus Ankündigungen Taten werden weiss man derweilen nicht. All das Gesagte sind Theorien aus Marketing Gründen. Zumindest redet VW Chef Diess immer öfter von einer Bedrohung“, auch von Tesla und scheint dieses Themenfeld ernst zu nehmen. In das Themenfeld passt auch, dass dem Volkswagen Konzern ganz offensichtlich IT Experten fehlen. Und nicht nur das. Volkswagen muss schneller werden – so Diess in seinen Äusserungen. Tesla macht aus den Jägern Gejagte.

Wer nimmt die vielen Ankündigungen noch ernst?

BMW widerspricht sich fortlaufend oder man verspricht sich – wir wissen es nicht genau. Irgendwann soll dieser und jener Tesla Killer kommen, mit 600 km Reichweite – theoretisch. Wir sagen mal voraus: Wird sowieso nichts in der Realität. Der i3 bleibt erstmal im Programm – muss halt. Auch wegen der Flottenwerte beim CO2.

In der Community wird oft nur noch belächelt, wenn man sich den Schein ansieht, den die Hersteller von sich geben. Um keine Ausrede verlegen und das es anders geht zeigen eben auch andere Hersteller. Tesla. Weit entfernt von den hiesigen Herstellern, aber auch Renault, Hyundai, KIA – sie sind da – sie sind auf der Strasse. Sie sind gut, bezahlbar und man kann sie kaufen.

Die Hersteller müssen viel mehr und schneller was tun – denn die CO2 Werte Ihrer Flotte müssen unter den Wert von 95 g/km – sonst wird es teuer. Es wird offensichtlich niemand schaffen. Die Frage ist: Für wen wird es teuer? Der Hersteller muss zahlen – klar. Aber klar ist auch: Diese Kosten werden an den Käufer von Verbrenner weitergereicht. Eine logische Folge.

Blockieren Hersteller und Bundesregierung die Elektromobilität?

Und während ganz offensichtlich die Lobby mit der Bundesregierung ausgemacht haben dürfte, dass der Umweltbonus, also die Prämie für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen quasi zum erliegen kommt, tun andere das was man so nicht erwartet hatte: Hyundai, Renault, Nissan haben mit eigenen Programmen grosse Rabatte und damit Prämien ausgerollt, um den Verkauf nicht zum Erliegen zu bringen. Denn die Fahrzeuge sind da – der Interessent aber zurückhaltend, weil irgendwie jeder auf die Kaufprämie des Bundes wartet. 

Ein Geschmäckle ist auf jeden Fall da und wie weit man den Versprechen noch Glauben schenken kann, ist schwierig zu beurteilen. Nicht zuletzt kann man das am Engagement sehen, den die Bundesregierung in der Klimafrage zeigt – gar keinen. Rausreden, Schönreden, Aussitzen – das ist die Realität.

Erschreckend wenn man nur hört: Wir wollen und wir werden. Kommissionen, Autogipfel – das Desaster sind die Entscheidungen – danach. Fatal.

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So geht Hersteller Hyundai in Vorleistung und gewährt seinen Kunden bereits jetzt bis zu 8.000 Euro „Elektrobonus“. Dieser setzt sich zusammen aus dem aktuell gültigen staatlichen Anteil in Höhe von 2.000 Euro bzw. 1.500 Euro und der auf jetzt bis zu 6.000 Euro erhöhten Hyundai-Förderung. Unser Vertragshändler hat ordentlich vorgesorgt – die ersten neuen Modelle sind schon in der Auslieferung – prima.

Hersteller bieten viel mehr, als viele denken

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Kunden erhalten beim Kauf eines Hyundai Kona Elektro oder Hyundai Ioniq Elektro zusätzlich zum staatlichen Umweltbonus von 2.000 Euro einen verdreifachten Herstelleranteil von bis zu 6.000 Euro. Beim Kauf eines Ioniq Plug-in-Hybrid zahlt Hyundai sogar eine Umweltprämie in Höhe von bis zu  5.000 Euro. Zusätzlich kann sich der Käufer des Plug-in-Hybriden 1.500 Euro Umweltbonus sichern, den er beim BAFA mit Vorlage der verbindlichen Fahrzeugbestellung beantragen kann. In Summe können Käufer eines Kona Elektro oder Ioniq Elektro also derzeit bis zu 8.000 Euro und eines Ioniq Plug-in-Hybriden bis zu 6.500 Euro erzielen, wenn sie den staatlichen Anteil beantragen. 

Beispiel: Renault: Die Franzosen gaben einen eigenen „Elektrobonus“ von 6.000 Euro und das  solange, bis die erhöhte BAFA-Prämie in Kraft tritt. Hersteller NISSAN: Dieser gewährt gewerblichen Käufern ab sofort zusätzlich bis zu 2000 € Bonus für den Stromer eNV200. Es geht um Bestandsfahrzeuge. Also eine lange Lieferzeit gibt es hier dann auch nicht. 

Die ausgelobten Förderungen nutzen

Interessant sind diese Modelle vor allem für gewerbliche Unternehmen. Hier kann man zum Beispiel in NRW weitere Kaufprämien erhalten.  So sind insgesamt bis zu 10.000 € Prämie pro Fahrzeug möglich – sehr cool und zukunftsweisend. Ein Smart im Leasing für 49 €? Im Einzelfall möglich. Ein Kona oder IONIQ für rund 200 € ? Im Einzelfall möglich. Ein eVito von Daimler – sogar günstiger als der vergleichbare Dieselantrieb? Schon möglich. Die passende Infrastruktur, das Handling, das richtige Konzept gibt es bei uns! 

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1 Kommentar

  1. TL431

    „Tatsache ist, das man nicht wirklich aus dem Quark kommt. Die Absatzzahlen zeigen nur wenig Interesse für ein Elektrofahrzeug von diesem Hersteller – behauptet wird stets das riesen Interesse.“
    Wenn angeblich die Zellen fehlen, kann man nicht argumentieren das das nicht stimmen würde, weil ja wenig Zulassungen auf schlechte Nachfrage deuten würde. Wenn dann muss man mindestens schauen wie lange die Lieferzeiten sind.

    „Weit entfernt von den hiesigen Herstellern, aber auch Renault, Hyundai, KIA – sie sind da – sie sind auf der Strasse. Sie sind gut, bezahlbar und man kann sie kaufen.“
    Renault, Hyundai, KIA verkaufen von ZOE, Kona etc. nicht so wirklich viel mehr als e-Golf oder i3.

    „Hyundai, Renault, Nissan haben mit eigenen Programmen grosse Rabatte und damit Prämien ausgerollt, um den Verkauf nicht zum Erliegen zu bringen. “
    Rabatte gibt es auch bei VW, BMW und Daimler. Sie bewerben es halt nicht öffentlichkeitswirksam.
    Der e-Golf wurde sogar noch lange vor der Ankündigung der BAFA Erhöhung günstiger gemacht. Vorreiter VW, Nachzügler Hyundai, Renault, Nissan 😉

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