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Tankstelle: Wenn kein Kraftstoff mehr benötigt wird

Ein Elektrofahrzeug braucht keinen Kraftstoff mehr, damit auch keine Tankstelle. Elektroautos brauchen Ladestationen für den Strom. Was wird aus den Tankstellen in der Zukunft ? Eine ARAL Studie hat das untersucht.

von Torsten Bär | emobicon - Cover Bild: ARAL

2040 werden weniger als ein Prozent der Neuwagen konventionell angetrieben. Das glauben Wissenschaftler. Die Mobilität verändert sich und damit auch die Infrastruktur. Was wird damit aus den Zapfstellen werden ?

Wie sieht die Zukunft aus ?

Die Ideen gibt es und auch die Szenarien, denn eMobilität verändert sehr viel. Wenn man einige Jahrzehnte voraus denkt kann man sich nur schwer vorstellen, wie die Mobilität aussieht. Lufttaxis ?, Batteriewechselstationen ? Alles in Richtung Carsharing ? Ladestationen statt Zapfsäulen ? Wir werden sehen. Aber vorbereitet sollte man sein. ARAL als führen Tankstellenorganisation hat mal in die Zukunft geschaut.

So oder so ähnlich sieht die Zukunft von ARAL aus, glaubt Patrick Wendeler, der Vorstandsvorsitzende von ARAL. In einem animierten Video erweckt sein Unternehmen die Vision schon einmal zum Leben, die reale Umsetzung soll bis 2040 folgen. Aral will dann auf neue Geschäftsfelder setzen, neue Services anbieten, Paketstationen und Meetingräume bereitstellen. Doch wozu das Ganze?

Was wird aus den Tankstellen, wenn Autos kein Benzin oder Diesel mehr benötigen? Mit dieser Zukunftsoffensive will ARAL Fragen klären. Mittlerweile haben etliche Staaten bereits das Ende das Verbrenners angekündigt. Deutschland will auch ab 2050 keine neuen Verbrenner mehr zulassen, Frankreich und Großbritannien bereits schon 2040 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge verkaufen, und die Niederlande, Irland und Island sogar ab 2030. Das heisst nichts anderes, als das man das Geschäftsmodell von Tankstellen grundlegend verändern will, denn das Geschäftsmodell verändert sich. Sogar grundlegend.

Die Dominanz der Elektrofahrzeuge kommt

Tankstellen, wie wir sie heute kennen, werden so nicht mehr existent sein. Aber sie werden in Zukunft einen Teil der Netzabdeckung stellen. Die Relevanz verschwindet, die Dichte der Stationen wird sehr viel weniger werden. Es liegt vor allem daran, dass schon bald Elektro-Fahrzeuge den Automarkt dominieren. Dazu kommt heute bereits, das Elektroautos üblicherweise nicht an Tankstellen geladen, sondern zuhause, bei der Arbeitsstelle oder am Einkaufszentrum Ihren Strom beziehen. Parkzeit ist Ladezeit. Das wird die Zukunft sein.

Neben den Tankstellen die Ladestationen. Das gibt es heute bereits | Bild: emobicon

Viele Fahrzeughalter und Fuhrparkchefs sind gerade in der Herausforderung, wie man mit den veränderten Bedingungen künftig umgeht. Nur noch gut ein Drittel glaubt, das Diesel oder Benziner den Fahrzeugmarkt dominieren werden. Fast die Hälfte sieht klar das Elektrofahrzeug vorn. Das heisst auch hier sich vorzubereiten.  Standzeiten müssen zu Ladezeiten, man braucht die Ladeinfrastruktur, sowohl privat, aber auch in Unternehmen. Rund 600 deutsche Fuhrparkleiter teilten den Marktbeobachtern von Dataforce mit, wie sie sich ihre Fuhrparks im Jahr 2028 vorstellen. 

Parkzeit wird Ladezeit

Also fallen große Teile der Firmenwagenfahrer bald als reguläre Tankstellenkunden weg. Klar ist: Ladepunkte wird es künftig überall dort geben, wo Autos parken. Da bekommen Tankstellenbetreiber Konkurrenz durch andere große Player wie Energieanbieter. Diese positionieren sich bereits, sowohl städtisch, als auch für die Langstrecke entlang der Autobahnen. Strom kann einfacher und dezentraler bereitgestellt werden als Kraftstoff. Der Transport zu den Tankstellen entfällt. Schon heute laden Fahrer von Elektroautos an Straßenlaternen, Supermärkten, Restaurants, Bahnhöfen. Immer mehr Stationen werden errichtet.  Der Weg zur Tankstelle wird damit  überflüssig.

Die Tankstellenkonzerne geben sich dennoch optimistisch. Shell sagt dazu: „Angst, dass an der Tankstelle bald die Lichter ausgehen, hat bei Shell keiner.“ Und ARAL sagt: „Mittelfristig bleiben konventionelle Pkw und damit auch Kraftstoffe essentieller Bestandteil unserer Mobilität.“

Aber dennoch scheint die Frage nach der eigenen Zukunft die Mineralölkonzerne zu beschäftigen. So hat ARAL beim Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine ganze Studie zur Entwicklung der Mobilität in Deutschland in Auftrag gegeben. Ganz zentrales Thema ist die Rolle der Tankstelle in dieser Entwicklung.

Das DLR hat nun für Großstadttankstellen die Ergebnisse vorgelegt. Demnach werden 2040 weniger als ein Prozent der Neuwagen noch konventionell angetrieben. Da heisst es, das die Zukunft den Hybriden gehört. Die fahren allerdings nur zum Teil mit Strom. So bleiben mittelfristig konventionelle Pkw und damit auch Kraftstoffe essentieller Bestandteil unserer Mobilität. Und auch die Studienautoren schreiben, 2040 würden noch zwei Drittel der Pkw konventionelle Kraftstoffe tanken.

Wir sehen es ein wenig anders: Elektromobilität wird EIN wichtiger grosser Baustein sein – gerade in der urbanen Mobilität. 

Ladestationen an Tankstellen kommen

Aber man hat, ganz offensichtlich keine Wahl, sich dennoch in einem Pilotprojekt an das Geschäft mit Ladesäulen heranzutasten. An fünf Standorten will man bei ARAL in den kommenden zwölf Monaten ultraschnelle Säulen installieren. Dort sollen Elektroautos zunächst mit 160 Kilowatt laden. Später lässt sich die Leistung auf bis zu 350 Kilowatt aufrüsten. Genug, um in fünf Minuten Strom für bis zu 145 Kilometern zu laden.

Der ARAL-Konkurrent Shell ist beim Thema Ladesäulen schon längst aktiv. Bereits 2017 übernahm der Mineralölkonzern den Ladeinfrastrukturspezialisten New Motion. So können Fahrer von E-Autos an 88.000 öffentlichen Ladepunkten in 28 europäischen Ländern Strom tanken. Gleichzeitig beteiligt sich Shell sogar an Ionity, einem Zusammenschluss von BMW, Daimler, Ford, Audi und Porsche. Gemeinsam mit Raststättenbetreiber Tank & Rast sowie Shell und OMV will das Unternehmen in Europa ein Netz von 400 vorwiegend an Autobahnen liegenden Schnellladestationen aufbauen. 

Zusätzlich wollen sich die beiden Mineralölkonzerne OMV und Shell parallel in Sachen Wasserstoff für Brennstoffzellenautos engagieren. Allen Modellen zum Trotz ist das das Geschäftsmodell der Zukunftstankstelle ziemlich ungewiss. Was auf jedem Fall kommen wird: Ein Umbruch, eine Veränderung in der Mobilität.

Ein Gedanke zu „Tankstelle: Wenn kein Kraftstoff mehr benötigt wird

  1. Für Hotels wäre genau das eine riesige Chance. Tausende von Geschäftsreisenden könnten über Nacht laden, wenn es nich mehr Hotels mit Ladestationen gäbe. Ein nettes Geschäftsfeld für Energielieferanten, wenn Sie mit ihren Angeboten dorthin gegen, wo eAutos ohnehin stehen. Unterwegs in Hotels und daheim am Haus, auf den Parkplätzen von Mietshäusern und vor Allem auf Firmen Parkplätzen. Mit http://www.hotel4ev.com gibt es eine eigenorganisierte Plattform, wo eFahrer eHotels finden. Gerade für Vielfahrer werden Hotels die eTankstellen der Zukunft.

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