erneuerbare EnergienNews

Energiewende: Lohnen sich Windparks nicht mehr ?

Klar ist: die Politik muss umsteuern, wenn Sie überhaupt noch möchte das Windkraftanlagen für die Energiewende entstehen. Denn Artenschutz und lange Genehmigungsverfahren machen Windparks zu teuer. Auf der anderen Seite reißen sich die Bieter um Solaranlagen.

von Thorsten Bär | emobicon - Cover Bild: mz-web.de

Es ist schlicht und einfach gesagt für Investoren immer unattraktiver sich für Windkraft in Deutschland zu interessieren. Der Grund sind u.a. lange Genehmigungsverfahren und sogar Rechtsstreitigkeiten. Das meldet die FAZ unter Berufung aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln ergeben hat. 

Zuschlag für das geringste Gebot

In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Änderungen, zum Beispiel bei der Fixvergütung, die gesetzlich festgelegt war. Es wirkte. Viele Windkraftanlagen sind entstanden. Seit 2017 werden die Zuschläge für die Inbetriebnahme neuer Anlagen von der Bundesnetzagentur versteigert. Jetzt ist es aber noch mal anders. Investoren erhalten nur noch den Zuschlag, wenn Sie am wenigsten geboten haben.  Eine kuriose Situation.

Windenergie ist nicht teurer

Die Stromerzeugung mit Windrädern hat sich keinesfalls verteuert, im Gegenteil. Und dass, obwohl bei der jüngsten Vergabe von Mitteln nur 6,1 Cent je Kilowattstunde geboten worden. Das ist ein Drittel mehr als noch im Februar 2018 und 20 Prozent mehr als für Solarparks geboten wurde, die immer günstiger werden.

Dass zuletzt kein einziger Investor mehr weniger als 5,2 Cent bieten konnte, sei vielmehr „Ergebnis eines sehr aufwendigen Genehmigungsverfahrens“, so das IW. Das treibe die Kosten in der Kalkulation. Hinzu komme, dass trotz Genehmigung Klagen möglich sind.

Beteiligung an Ausschreibungen geht zurück

Die jüngste Ausschreibung war um 30 Prozent unterzeichnet. Das lag unter anderem daran, sass Bieter fehlten. Für nur 476 Megawatt gab es einen Zuschlag obwohl man 700 Megawatt ausgeschrieben hatte. Die Ausschreibung war als um 30 Prozent unterzeichnet.

Bereits im vergangenen Jahr war es ähnlich. Der Bieterkreis wurde immer kleiner. Die Bundesnetzagentur betrachtet diese Entwicklung mit Sorge. Damit sei klar, dass der gesetzliche Deckel zu knapp bemessen ist. So durfte bei der Auktion nicht mehr als 6,2 Cent gefordert werden, was an der erzielten Durchschnittsvergütung liegt. Investoren sagen klar, dass ich Winterräder so nicht rechnen.

 

Lesen Sie auch

80 Prozent Klagen bei Windkraftprojekten

Klar scheint, dass eine Vergütung von 6 Cent nicht wirtschaftlich ist. Dadurch erleben wir seit 2017 eher ein Stillstand in den Genehmigungsverfahren. Laut BWE Stecken rund 10.000 Megawatt  im Verfahren fest. Währenddessen seien Windparks mit einem Volumen von 1800 Megawatt genehmigt worden und somit berechtigt an Ausschreibung mitzubieten. Fragt man Branchenvertreter, ergibt sich kein ganz klares Bild. 

Beim Anteil von Klagen solcher Windkraftprojekte sind wir zudem bei rund achtzig Prozent angekommen. Vor allem der Artenschutz sei zum „Verhinderungsmechanismus“ und „schärfsten Schwert“ von Klägern wie Anwohnern oder Umweltverbänden geworden. So wird behauptet, das in genehmigten Gebieten plötzlich Vögel ansiedeln und brüten. 

Damit gibt es keine wirkliche Rechtssicherheit mehr, trotz Genehmigungen. So sind aktuell rund 750 Megawatt im laufenden Verfahren stecken geblieben. Der Verband fordert deren Beschleunigung, etwa indem man Fristen für die Klagebegründung verkürzt und Einsprüche auf eine Gerichtsinstanz beschränkt.

Photovoltaik boomt

Ganz anders bei der Photovoltaik. Hier ist die Menge von 175 Megawatt nicht nur zweieinhalbfach überzeichnet, sondern die durchschnittliche Förderung beträgt nur 4,8 Cent und damit rund ein viertel weniger als bei Windstrom und das ist praktisch eine Halbierung der Vergütung. 

Nicht einmal der teuerste Solarpark, der nun den Zuschlag erhielt, reichte an den günstigsten bewilligten Windpark heran und das, obwohl es kaum signifikanten Kostenunterschiede in der Erzeugung gibt. Windkraft und Photovoltaik unterscheiden sich in der allgemeinen Akzeptanz. Während es nur wenig Klagen über Photovoltaik Anlagen gibt, kommt es bei Windkraftanlagen fast immer zu rechtlichen Auseinandersetzungen. 

Gemeinsame Ausschreibungen gibt es kaum

Ganz klar: Es fehlt an Planungssicherheit durch schnelle und zuverlässige Genehmigungsverfahren für Windparks. Der Gesetzgeber sollte zudem auf den Preisverfall für neue Solarparks reagieren und die Ausschreibungsmenge anpassen. 

Betrachtet man die Zahlen ist die Vergütung bei Windenergie in diesem Jahr mit rund 2800 Megawatt fast doppelt so hoch wie Solarenergie. Bei  gemeinsamen Ausschreibungen, in denen beide Energieträger direkt miteinander konkurrieren, beträgt der Unterschied nur 400 Megawatt. Eine Erhöhung ist nicht geplant, dabei verspräche dieser Wettbewerb sogar mehr Kosteneffizienz. 

2 Gedanken zu „Energiewende: Lohnen sich Windparks nicht mehr ?

  1. Wenn es so weit kommen sollte, dass Klageinstanzen für eine spezielle Industrie begrenzt werden sollen, dann sind wir 100 prozentig in einer von Lobbyisten gesteuerten Bananenrepublik angekommen.
    Wenn es denn nun so ist, dass Solarenergie günstiger ist und in der Bevölkerung besser akzeptiert wird, warum gehen wir nicht diesen Weg?
    Die Netzbetreiber sollten alle ihre Energie in Forschung und Bau von Speichern kümmern, die Bürger um Solardächer, dann könnte es noch was werden mit einer verträglichen Energiewende.

    1. Hallo Herr Senn,

      die Frage die sich für uns alle stellt: Reicht Solarstrom und die Speichermöglichkeiten die geschaffen werden müssen oder gehört die Windkraft nicht mit dazu, wenn es um die Energiewende geht.Es gibt auch viel Widerstand bei Solaranlagen und Windkraft kann nunmal mehr Energie produzieren, unabhängig von der Tageszeit. Die Speicherlösung wird die Herausforderung der Zukunft glauben wir

      Gruss H.M. Depta | emobicon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.