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Elektromobilität: Wenn der Widerstand die Notwendigkeit von Veränderung nicht aufhält

Es gibt Gegenwind, der ziemlich gross erscheint. Aber dieser ist gewachsen aus Vorurteilen, Mythen, falschen Annahmen und gestreuten Ängsten. Für Elektromobilisten ist er Herausforderung, denn die wissen was sie tun.

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: emobicon | Lesezeit ca. 5 Minuten

Jedem würde es ähnlich gehen. Da „erfährt“ man Elektromobilität am eigenen Leib. Man setzt sich in das Elektrofahrzeug, man läd es auf, man pflegt es. Man erlebt, was um einen herum passiert und man erkennt die starke Entwicklung in den letzten Jahren. Immer mehr Firmen sehen Elektromobilität als Chance. Um das Thema baut sich ein Netzwerk auf und es entstehen Dienstleistungen, neue Produkte und Chancen. Ist das alles falsch und eine Fehlinvestition? Nein. Im Gegenteil. Es geht jetzt erst so richtig los. Die Chance steigt, alles anders und besser zu machen.

Aufklärung in der Praxis

Neulich: Wir stehen an einer Schnellladestation an der Autobahn. Ein normaler Vorgang. Die Pause wird verbunden mit dem Ladevorgang am Fahrzeug. Schon kommen Interessierte, beobachten, was wir tun. Wir gehen in die Raststätte. Als wir nach rund 20 Minuten wieder am Auto waren spricht uns eine Familie an:

„Wie lange dauert das jetzt hier ?“ Wir sagen: „Das Laden ist gleich fertig“. Die Interessierten: „Und wie weit kommen Sie jetzt ? Und wir: „Da wir noch Restenergie im Akku hatten so ca. 250 km. Wir sind auf dem Weg nach Hause, haben noch ungefähr 180 km“ Die Interessierten: „Wie lange hat das jetzt mit dem Laden gedauert ?“ Wir: „Ungefähr 20 Minuten“ Die Interessierten: „Ach. ich dachte das dauert ein paar Stunden“ Wir klären auf. „Das hier ist eine Schnellladesäule. Hier können Sie das Fahrzeug zügig nachladen. Das ist heute in der Regel kein Problem mehr“

Die Interessierte Familie: „Und wieviel haben Sie jetzt bezahlt ? Wir: „Wir haben eine Ladeflatrate, ähnlich wie beim Smartphone ist der Ladevorgang damit bezahlt. Es gibt unterschiedliche Anbieter und unterschiedliche Preise, das ist aber mittlerweile recht entspannt. Je nachdem wie das Fahrprofil ist und wie hoch der Anteil des öffentlichen Ladens im Alltag ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.“ Die Frau des Interessierten: „Sie fahren damit immer?“ Wir: „Ja, nur, seit über 5 Jahren fahren wir elektrisch.“ Die Interessierten: „Interessant“

Alles fängt einmal an...

So oder so ähnlich haben wir das schon erlebt. Fragen. Ganz normale Fragen, die wir gern beantworten. Das ist in Ordnung und zeigt Interesse. Und was wir eben auch erleben, das mit Mythen und Falschinformationen argumentiert wird. Wir reden nichts schön. Müssen wir auch nicht, weil klar ist, das wir nicht von einem perfekten System einer neuen Mobilität sprechen können. Aber das müssen wir auch nicht, weil sich alles entwickeln wird und auch entwickeln darf.

Schlimmer ist dann, wenn jemand ohne Elektroauto und damit ohne Erfahrung, irgendwie aus der Zeitung, vom Hören sagen, vom Stammtisch Dinge behauptet, die entweder widerlegbar sind oder längst ein alter Hut. Vorurteile aus dem Nichts, ohne Grund, ohne Beweis. Weil man dieses und jenes gehört hat, ist es so. Basta. Dabei ist manches so einfach.

Auch wir haben irgendwann mit Elektromobilität angefangen. In unserem Fall war es spontan. Da war kaum öffentliche Ladeinfrastruktur, da gab es keine Prämie, noch weniger die Elektroauto fuhren. Wir taten es und die Konsequenz war uns nicht bewusst.

Wenn man in dem Thema steckt, dann lässt es einen auch in der Tat nicht mehr los. Der „innere Schweinehund“ ist überwunden, es wird normal und mittlerweile sind wir recht entspannt. Ohne Angst.

Der Widerstand ist auf Emotion aufgebaut

Aber was ist da draussen eigentlich los. Es gibt soviel Hass, Widerstand, ja sogar Anfeindungen und Beleidigungen. Da kommen auch böse e-mails und ab und zu ein Anruf, der einen beleidigenden Charakter hat. Wir haben dann auch schon aufgelegt, denn trotz aller Diskussion müssen wir uns nicht rechtfertigen, weil wir was tun, was weder illegal noch verboten ist. Mobilität ist was emotionales, aber deswegen kann man vernünftig miteinander umgehen oder? Eine Feststellung können wir schon vorab geben: Die, die sich in Teilen informiert haben, die fragen nach, hören zu. Denn der beste Beweis ist das eigene „erfahren“. Das Erlebnis Elektromobilität. Sehr schön. Und es macht nicht nur Spass, es entschleunigt, es ist entspannt und meistens funktioniert es gut.

Die Widersprüche sind mehr als deutlich

In der aktuellen Debatte der Grenzwerte geht es nicht allein um Grenzwerte selbst, die auf einmal falsch sein sollen.  112 von rund 3800 Lungenärzten, sehen das angeblich so. Es geht nicht um die Versachlichung einer Debatte. Fakt ist: Die Grenzwerte wurden schon vor vielen Jahren festgelegt, auch von Deutschland. Das und nur das sind die Grundlage und daran ändern auch nichts die zahlreichen Urteile über Fahrverbote. Die kommen sowieso, weil man jahrelang zu wenig tat,  diese Grenzwerte einzuhalten. Aber auch der Fahrzeughalter, der mit dem dicken SUV eher den Status pflegt, statt nach zu denken.

Die Stellungnahme des BMU finden Sie HIER !

Inzwischen hat auch der Verband der Pneumologen reagiert. Die Presseerklärung dazu finden Sie HIER

 

BMU-Stellungnahme zu Äußerungen einiger Lungenärzte

Man könnte aber auch die Aussage des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) dazu tun. Die laufen mal wieder Sturm, weil die neu beschlossenen CO2 Grenzwerte der EU nicht zu schaffen sein sollen. Man könnte aber damit auch die Möglichkeit erkennen, das man den Tod des Verbrennungsmotor hinaus zögern will. Fakt ist, es wird immer teurer werden, die Abgaseinrichtungen der Fahrzeuge zu optimieren und Elektrofahrzeuge werden immer günstiger werden. Schneller als man dachte. So oder so: Der Markt hat es entschieden was kommt, wetten ?

Komisch aber dann der Zusammenhang, das zum Beispiel Verbandsmitglied BMW, die ja gegen Nachrüstungen sind,  baugleiche Fahrzeuge in den USA mit funktionierender Abgasreinigung verkauft, während das in Deutschland nicht gehen soll. Nun kam kürzlich raus, das es problemlos möglich wäre. Das ZDF Magazin „Frontal 21“ hatte das eindrucksvoll belegt. Der Verband verwies auf unterschiedliche Regulären in Europa und den USA. Völlig absurd finden wir. Es geht also. Man könnte aber auch sagen: Weil man sie nicht zwingt, tun sie es nicht. Was soll das bitte. Das ist doch die eigentliche Volksverdummung in dem ganzen Theater. Eine Frage bleibt: Welches Vorurteil, welcher der Mythen, welche Tatsache wird als nächstes als Sau durchs Dorf getrieben?

Vorurteile und Widerstand fängt beim Automobilhandel an

Wir arbeiten natürlich auch für den Automobilhandel. Schulung, Information und Dienstleistung gehören zu unserem Job.  Da kommen Hersteller oder Importeure und lassen Ihre Händler oft ziemlich allein. Diese haben selber oft die selben Vorurteile. Dann bekommen Sie Elektrofahrzeuge, die sie verkaufen sollen. Und damit fängt das Problem oft erst an, denn hab ich keine Erfahrung und eigene Vorurteile, kann ich nur schwer selber einen Kunden beraten, informieren, Fragen beantworten und motivieren.

Wenn wir Händlerschulungen durchführen, geht zunächst im Vorgespräch darum zu erfahren, wie „der Stand der Dinge“ ist. Wichtig, um zu sehen, was der Kern sein muss. Zunächst geht es um Aufklärung, denn die Mythen sind natürlich auch hier präsent. Oft wird diskutiert und das ist gut so. Wir liefern Argumente, die der Verkäufer braucht, um beratend tätig sein zu können. Es gibt klare Handlungsempfehlungen, denn das Falscheste was man tun kann ist, ein Vorführfahrzeug zur Probefahrt rauszugeben, ohne Erklärung. Wie geht das Laden, die App, die Ladekarte oder ähnliches. Selbst Fahrzeuge ohne Ladekabel werden an Interessierte rausgegeben. Unverständlich.

Und so kommt, was kommen muss: Das Fahrzeug kommt zurück. Dann oft die Aussage: Zu wenig Reichweite, ich wusste nicht wie ich nachladen kann, der bremst zu stark ab, dabei war es die Rekuperation und vieles mehr. Ein fataler Fehler. Denn das wird genau dann so in die Welt getragen. Elektroautos taugen nichts usw. Erschreckend.

Wir sind mit Mitarbeitern von Händlern auch schon zu Ladesäulen gefahren. Wir zeigten Ihnen den simplen Zugang zur Säule, das Aufladen. Das ist in Ordnung und keine Kritik, aber man soll und muss schliesslich wissen, wie es funktioniert. Die Thematik im Vertrieb wird in vielen Fällen, die wir erleben, unterschätzt.

Kompetenzen werden geteilt

Als Dienstleistungspartner für verschiedene Händler und Organisationen  kümmern wir uns, auf Abruf um die Interessierten, denn eines ist klar: Es ist viel Bewegung am Markt mit neuen Produkten und Möglichkeiten, oft undurchsichtigen Förderungen. wer bekommt was zu welchen Bedingungen und von wem. Das Aufladen ist ebenso wichtig, wie das Handling im Alltag. Wir werden gerufen, wir nehmen uns der Sache an. Für einen Händler ist das nicht die Kernkompetenz. Zudem ist es zeitlich durchaus aufwendig und die Sache kann manchmal auch kompliziert sein. 

Nicht jeder Wunsch ist realisierbar, weil der Anspruch auf der einen Seite und die Wirklichkeit und Möglichkeiten auf der anderen Seite sehr unterschiedlich sind. Ganz offen kann man auch sagen, das Elektromobilität nicht in jedem Fall passt, denn bestimmte Voraussetzungen sind schon nötig.
Fakt ist: Händler, die den Bogen raus haben, die trauen sich was. Die verkaufen so viel Elektrofahrzeuge, wie andere überhaupt. Die haben verstanden. Sie schaffen ein Erlebnis, vermitteln Sicherheit und können mit Kompetenz glänzen. Eigentlich wie immer – nur der Antrieb ändert sich mit den veränderten Bedingungen.

Bequemlichkeit hilft nicht

Der Deutsche, auch ein Gewohnheitstier, sehr bequem und oft sehr kritisch, tut sich oft auch damit schwer, das Ganze zu sehen. Wir sind hier keine Insel und bei so vielen Dingen und Veränderungen zeigen uns so viele andere Staaten was möglich und was nötig ist. Wir halten an einer Gewohnheit fest, die oft nicht nachvollziehbar ist.

Die aktuellen Debatten um Klimaschutz, Fahrverbote, Energie, Fahreinschränkungen, CO2 und vieles mehr lähmen, weil die Sache nicht geklärt ist, um die es gehen sollte. Alles ist negativ. Alles wird negativ dargestellt. Alles soll so bleiben wie es ist, weil es ja so bequem ist. Man ist satt, man hat sich eingerichtet. Das die Welt sich da draussen aber weiter dreht, wird oft nicht erkannt, oder sogar verdrängt. Deshalb spielen Fakten und Argumente kaum eine Rolle.

Es ist doch völlig klar: ALLES fliesst, alles hat was positives und was negatives. Nichts ist perfekt und nichts wird immer perfekt sein. Wir dürfen uns entwickeln und wir müssen es auch.

Nur wenige klären auf - die meisten berichten was man hören will

Sie und wir – wir informieren uns gewöhnlich in der Presse – überwiegend online. Und was man da auch liest, ist oft die Mischung aus dem was man hören will, aber nicht die Realität. Es ergibt sich einfach der Eindruck, das man „Klicks“ will und braucht, aber von der Sache oft wenig Ahnung hat.

Erschreckend ist dann so manch ein TV Bericht eines Menschen, der sich Journalist nennt. Dann kommt es, so der Eindruck, zu der beabsichtigten Fehlinformation. Aus Ahnungslosigkeit wird so viel falsch gemacht, das die Sache, die Technologie Elektromobilität nicht funktioniert und damit dann auch so dargestellt wird. Wäre es gut, müsste es aber journalistisch schlecht sein, weil sonst wäre es ja Werbung. Selten, das wir uns das noch anschauen, weil das Ende eigentlich klar ist: Es geht nicht, funktioniert nicht, lassen sie es sein. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Ein Beispiel: WDR Journalist und TV Moderator Martin von Mauschwitz. Er selber testete für die „Aktuelle Stunde“ ein Hyundai IONIQ elektro. Das war 2018. Wir wissen noch: Er war recht angetan und dann ging es um das aufladen. Er fuhr, im Film ersichtlich, über eine Autobahnbrücke, im Hintergrund zu sehen die Raststätte Remscheid an der A1. Er fuhr nach Wermelskirchen, schloss sich dort an eine Wechselladestation und die Info im Film, er muss nun 3 Stunden laden – sagt ihm sein Fahrzeug. Das er aber viel schneller an der in der Nähe befindlichen Schnellladestation in Minuten wieder genug Strom hätte haben können, darüber kein Wort. Das ein Elektrofahrzeug gar nicht bis zum Schluss geladen werden muss, darüber kein Wort. Einfach aus den Falschinformationen und den Mythen dargestellt, das es doch nichts ist und so nicht funktioniert. Eine Verkettung von Mythen, Falschinformationen und vielleicht auch Absicht. So oft das Gleiche.

Das Ende des Berichtes war klar: Das Fahrzeug ist ja nett, das mit dem Laden klappt ja nicht so wirklich und man muss halt noch was warten. Wir ärgerten uns sehr. Wir nahmen natürlich mehrfach mit der WDR Redaktion der „Aktuellen Stunde“ Kontakt auf. Bis heute gab es aber keine Antwort. Einsicht, Ignoranz oder Desinteresse ? Man hätte ja mal was korrigieren können, aber dann hätte man Fehler zugeben müssen – das tun Journalisten aus Erfahrung beim Thema Elektromobilität natürlich kaum.

Die Frage also: War die Sache schlecht, hat der Händler ihn nicht aufgeklärt, war der Journalist zu naiv oder kann man annehmen, das es von Anfang an geplant war, das der Bericht genau diese Story hat ? 

Sehr deutlich hat nun die Wirtschaftswoche einmal dargelegt, wie das nun ist mit dem Elektroauto. Die Mythen, die Behauptungen, das Nachgeplapperte. Zu oft werden falsche Daten und Informationen benannt, die man so nicht stehen lassen kann und darf.

Journalist Stefan Hajek, in der Elektroautoszene bekannt, kennt sich aus und muss nicht irgendwo abschreiben, sondern kann sehr deutlich unterscheiden, was Mythen und was Wahrheit ist.

Es geht um Fakten und es geht auch darum wieder Sachlichkeit in einen Krieg zu bringen, den das Elektroauto nicht entfacht hat. 

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Energieversorger und Ladeinfrastruktur - passt nicht immer

Dann gibt es Energieversorger, die heute immer noch im Dornröschenschlaf sind und die irgendwo in den letzten Jahren stehen geblieben sind, aber nicht an die Zukunft, die Chance und die Notwendigkeit arbeiten. Andere meinen was gutes zu tun, wenn sie völlig unqualifiziert irgendwo Ladestationen aufbauen und sich dann wundern, das dort nur wenig geladen wird. Schuld haben dann andere, sie selber sehen aber eigene Fehler nicht. 

Beratungsresistenz kommt zudem oben drauf. Also fährt man mögliche Inventionen zurück, statt sich mit der Sache und Kompetenz auseinanderzusetzen. Allein die Annahme bei vielen: Man hat eine Anzahl Fahrzeuge, die in der Stadt angemeldet sind, also muss man eine Anzahl X an Lademöglichkeiten aufstellen. Das ist deswegen oft falsch, weil die meisten die jetzt Elektrofahrzeug fahren entweder zu Hause oder im Unternehmen, in dem sie arbeiten aufladen können. Konzepte, die nötig wären, auch anderen den Weg zu ebenen gibt es bislang kaum. 

Das liegt aber auch an den zur Zeit noch ungültigen Rahmenbedingungen oder dem politischen Willen Voraussetzungen zu schaffen, die passen. Zum Glück gibt es aber auch viele Stadtwerke, die die Chancen erkennen und da richtig ranklotzen. 

Eigenes Fehlverhalten und echte Fakten wollen viele nicht hören

Und dann gibt es natürlich noch das Übliche. FakeNews aller Art, Unterstellungen, Dinge aus dem Zusammenhang gerissen, aber auch das Verdrängen von Fakten.

Als erstes wird einfach verdrängt, was bis heute war: Zum Beispiel die Tatsachen rund ums Öl. Da ist es egal das es Kriege rund um den Rohstoff gibt, das es zahlreiche Umweltkatastrophen gab und sicher auch wieder geben wird. Da geht es aber auch darum nicht zu erkennen, das ÖL nicht sauber ist und sein kann und das wir immer noch mitten im Abgasskandal stecken. Vom sonstigen Energieaufwand den das Öl hat bis es als Kraftstoff an der Tankstelle angekommen ist.

Bei Energiefragen wird vorgeworfen, das Elektroautos mit Kohlestrom fahren, aber es wird ignoriert, das mit dem selben Strommix auch der eigene Kraftstoff raffiniert wird und nicht aus dem Wasserhahn zu Hause kommt.

Da werden seltene Erden benannt, die aber auf einmal Lithium und Kobalt sind – was aber faktisch nicht stimmt, oder die Behauptung das ein Akku grundsätzlich 600 kg wiegt und 600 kg Lithium enthält. Völlig absurd.
Wenn man dann aber argumentiert, das praktisch jeder im Alltag mit Lithium und Kobalt zu tun hat, weil Glas, Medikamente, Schmierstoffe, diesen Rohstoff haben, das auch der Verbrenner nicht ohne bestimmte Rohstoffe auskommt und das die vorgeschobenen Gründe erstmal nichts mit dem Elektroauto zu tun haben, weil es schon seit Jahrzehnten bekannt sei, dann wird darauf nur selten eingegangen. Die Realität findet kaum statt.

Das eigentlich jahrelange Fehlverhalten von uns allen in der Vergangenheit zählt nicht mehr. Das ist besonders erschreckend. Und wie sooft, ist bei allen Dingen im Leben die Verdrängung von Fakten, das was wir am meisten erleben.  Man kann damit in viele Bereiche der Gesellschaft gehen. Das tun wir dann an anderer Stelle.

Überzeugen durch Reden und Handeln

Wir haben noch keine Lösung für alles und nicht für jeden. Man arbeitet aber daran. Wir glauben, das wir auf dem Weg sind. Der Widerstand ist die Mischung aus der „German Angst“, der Emotion, der Verunsicherung und der viel zu vielen falschen Informationen. Oft werden sie gestreut, weil man Aufmerksamkeit braucht. Und dann gibt es den Teilungseffekt. Die Mischung aus Dämlichkeit und Angst.

Nicht überrascht hat uns, das wir oft schnell erkennen, ob jemand „auf Krawall“ aus ist oder er das Gespräch sucht, um Informationen zu bekommen. Im Netz halten wir uns an den anonymen und aggressiven Postings nicht mehr viel auf. Weil es nichts bringt. Argumente und Fakten zählen nicht und das bildet keine Grundlage für Aufklärung.

Wenn wir auf Messen und Veranstaltungen sind, klappt das immer recht gut. Die Situation ist meistens entspannt. Man hört zu, man stellt Fragen, man kann Lösungen aufzeigen. Fragen sind da, um gestellt zu werden und wir beantworten sie.

Wir fahren auch zu unseren Kunden elektrisch. Nicht nur weil wir es möchten, sondern weil wir es können. Immer wieder ist man erstaunt, das es doch geht. Damit haben wir dann schon mal einen Beweis geliefert. So viele Dienstleister dieseln noch vor sich hin, wollen einem anderen dann aber Elektromobilität nahe bringen. 
Ein Geschäft machen ist das eine – das Thema anzunehmen, das andere. Die Verbindung von beidem passt besser.

Wir haben keine Wahl

Egal wie man das Thema sieht, ob man dafür ist und Ängste pflegt, ob man dagegen ist und sowieso nicht will, oder die vielen gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Wir sind überzeugt davon: Elektromobilität ist da, wird sich entwickeln und kaum einer wird daran vorbei kommen. Es kommt. So oder so. Deutschland ist ein Markt – die Märkt um uns herum geben aber längst vor, wo die Reise hingeht. Volkswagen, als weltweit grösster Hersteller, wird keinen zweistelligen Milliarden Betrag investieren, wenn sie nicht selber die Notwendigkeit sehen, aber auch die Chancen erkennen. VW Vorstand Diess sagte unlängst: „Die Zukunft von Volkswagen entscheidet sich in China“ Es entstehen keine neuen Unternehmen in der gesamten Branche der Elektromobilität, wenn man keine Zukunft sieht. Es entsteht keine politische Veränderung in dem Thema, wenn man sich nicht selber schon damit beschäftigt hätte. So viele Unternehmen verändern sich. Müssen Sie, wenn sie am Markt bestehen wollen.

Die Veränderung kommt - mit oder ohne uns

Unabhängig von der gesamten Debatte des Klimaschutzes, den Fahrverboten und dem Thema „Sauberer Luft“. Fahren Sie heute mit Ihrem Verbrenner ins benachbarte Ausland, erleben Sie bereits heute Fahreinschränkungen, Fahrverbote, Plaketten, Vignetten u.ä. Und es wird nicht anders oder leichter. Im Gegenteil. Diese Beschränkungen werden zunehmen. Ganz sicher. Ähnlich das Thema Tempolimit. Was woanders schon lange Realität ist, wird auch bei uns kommen. Ganz sicher. 

Das Thema CO2 Steuer auf Kraftstoff wird einfach, aus der Notwendigkeit so kommen. Mobilität ist einfach zu günstig, denn würde man sie verteuern könnte man besser, effizienter und ohne Stau schneller von A nach B. Auch hier sind wir uns sicher, das Thema wird so kommen. Die ganze Mobilität wird sich verändern. Denn die technischen Möglichkeiten schaffen dafür die Voraussetzungen. Fragen der Energieerzeugung sind präsent, wichtig und nötig. Fest steht. Das Ende der fossilen Energie. Jetzt geht es um das wie, nicht mehr um das ob.

Man sieht es bereits in verschiedenen Generationen. Während immer mehr Jugendliche auf das eigene Fahrzeug verzichten, sind auch diese der Elektromobilität viel offener gegenüber. Man nutzt Öffis und Car Sharing. 
Typisch deutsch, dauert es aber wieder ziemlich lange, bis sich was bewegt.

Ignoranz hilft nicht, aber machen schon

Sehr klar und sehr deutlich kann man sagen: Widerstand ist zwecklos. Statt sich mit Vorurteilen , Mythen, falschen Informationen zu beschäftigen, sollte man diese Energie dafür verändern, sich um die Zukunft zu kümmern. Davon sind wir überzeugt. 

Ja, das kann man sagen: Es gibt noch so viel zu tun, zu entscheiden und vor allem anders zu denken. Wir müssen in der gesamten Debatte aber auch die Entwicklung und eine Chance sehen. Alles muss auf den Tisch. Dazu gehört nicht nur die veränderte Mobilität, sondern die Fragen der Energie, der Rohstoffe, der Arbeitsplätze. Aber wir müssen auch weiter denken dürfen, weil wir einfach keine Wahl haben. Das ist Fakt.

Das ist auch ok und man wird diese Fragen auch  beantworten. Zu glauben, das sich nichts ändern muss und darf, aus unserer Sicht, ziemlich dumm. Denn ein bekanntes Sprichwort passt: 

Erst ignorieren sie dich – dann belächeln sie dich – dann haben sie verloren.

So oder so: Elektromobilität wird der Gewinner sein !

9 Gedanken zu „Elektromobilität: Wenn der Widerstand die Notwendigkeit von Veränderung nicht aufhält

  1. Toll geschrieben!! Genau so ist der momentane Zustand. Man sollte sich einfach mal mit dem Thema E-mobilität beschäftigen statt es sofort zu Vertäufeln.

    1. Hallo Herr Trümmer, vielen Dank für Ihr Lob.

      Wir haben natürlich nicht alles in den Beitrag“reinpacken“ können, aber, wie Sie erkannt haben, spiegelt es die Situation wie sie ist. Da gibt es nichts schön zu reden. Wir bleiben da natürlich dran und werden immer wieder unsere Meinung nieder schreiben und aufzeigen was man tun kann und sollte.

      Gruss Heide Simon | emobicon

  2. Ich fahre jetzt seit 4 Jahren elektrisch und kann Ihren Bericht zu 100% bestätigen. Es fehlt bei vielen Menschen die Einsicht in ihr eigenes Fehlverhalten bzw. müssen die letzte Fehlentscheidung für den Kauf eines neuen Verbrenners vor sich selbst und ihrer Frau rechtfertigen. Sind aber noch nie auch nur mitgefahren in einem E-Auto! Viele Stammtischparolen. In meinen VHS-Veranstaltungen sehe ich aber auch positives Interesse. Von Interesse bis zur Kaufentscheidung ist aber noch ein weiter Weg. Das größte Problem aus meiner Sicht: Wir werden in Deutschland wohl die Letzten sein, die auf Benzin und Diesel setzen und damit unseren Wohlstand verlieren; den Anderen ist völlig egal, womit wir Deutschen uns das Leben schwer machen.

    1. Hallo Herr Strehlke,

      sie haben es gut zusammen gefasst. So ähnlich sehen wir das auch.
      In Deutschland kommt immer nein und geht nicht.
      Das kann für uns echt gefährlich werden, denn wir sind eine kleine Gesellschaft und wenn wir deutlich sehen, was um uns herum passiert, kann man die Reaktion und Ignoranz vieler einfach nicht mehr verstehen.

      Gruss Thorsten Bär | emobicon

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