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Volkswagen: Weiterer Manipulationsverdacht im Abgasskandal

Millionen Dieselfahrzeuge des Volkswagen Konzerns sollten sauberer werden. Im vergangenen Dezember wurden Vorwürfe laut, dass die Software erneut manipuliert ist. Dieser Verdacht scheint sich zu erhärten.

von Stefan Blome | emobicon - Cover Bild: Volkswagen Autostadt

Der Volkswagen Konzern steht erneut unter Verdacht zehntausende Dieselfahrzeuge manipuliert zu haben. Dabei geht es ausgerechnet um Fahrzeuge, bei denen mit einem Softwareupdate so genannte Abschalteinrichtungen beseitigt werden sollten. VW hatte die Existenz solcher Abschalteinrichtungen eingeräumt und damit den Abgasskandal ausgelöst.

Nach Informationen des SPIEGEL und des Bayrischen Rundfunks wurde eine solche Funktion auch in diesen überarbeiteten Diesel-Pkw gefunden. Unglaublich.

Manipulation der Abgasreinigung ganz offensichtlich

Demnach soll es sich um einen Softwarebefehl handeln, der dafür sorgt, dass sich die Abgasreinigung anders verhält. Es soll so manipuliert worden sein, dass das genaue Zeitfenster 1120 Sekunden dauert. Dieses Zeitfenster ist genau jene Zeit, die ein gewöhnlicher Abgastest dauert. Dazu heisst es, dass Volkswagen diese Abschalteinrichtung gegenüber den Behörden nicht offengelegt habe. Und allein das sei schon ein Verstoß gegen die Zulassungsbestimmungen. Betroffen sollen davon zunächst rund 30.000 Diesel-Autos mit 1.2-Liter-Motoren sein, die die Schadstoffklasse Euro 5 erfüllen.

VW hat gegenüber dem SPIEGEL dazu erklärt: „bei den regelmäßigen internen Qualitätskontrollen für Dieselfahrzeuge mit 1,2l-Motoren des Typs EA189 sind Auffälligkeiten verzeichnet worden, die nun weiter analysiert werden müssen.“

Volkswagen behauptet die Funktionen sind legal

So soll Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer VW-Chef Herbert Diess mit den neuen Vorwürfen konfrontiert haben. Es geht um eine Drohung des Ministeriums, die Fahrzeuge unverzüglich stilllegen zu lassen. VW soll aber widersprochen haben. So habe Volkswagen behauptet: Die von den Behörden beanstandete Funktion sei legal und diene dem Motorschutz. Auf Anfrage des SPIEGEL gibt sich das Ministerium wortkarg und informiert nur darüber, das man den Vorwürfen nachgehe, nachdem Sie bekannt wurden. Die Prüfung dieser Vorwürfe sei noch nicht abgeschlossen.

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Scheuers Aussage wird von Volkswagen dementiert

Verkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) hat in der Talkshow von Markus Lanz angekündigt: VW prüfe derzeit, die Diesel-Umtauschprämien auf alle betroffenen Besitzer in Deutschland auszuweiten.

Im ZDF Talk mit Markus Lanz spricht er auch davon dem Hersteller wichtige Massnahmen abgerungen zu haben. „Exklusiv“ sagte Scheuer bei Lanz, das Volkswagen die 3000 € Diesel Hardware Nachrüstungen ausweite. Man habe sich darüber verständigt. Ausserdem habe Volkswagen sich verpflichtet, die Umtauschprämien bundesweit auszuweiten. Prompt, am nächsten Tag eine Rolle rückwärts von Volkswagen – mal wieder. 

Volkswagen widerspricht der Darstellung des Ministers. „Wir haben keine konkreten Pläne., die bestehende Wechselprämie auszuweiten und sehen momentan, dass die aktuellen Prämien greifen. Deswegen keine Notwendigkeit, kurzfristig etwas zu ändern“, so Christian Dahlheim , Leiter Vertrieb Deutschland

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Volkswagen widerspricht der Aussage von Minister Scheuer

Autobauer wird erneut gestützt

Die Stilllegung der von der neuerlichen Manipulation betroffenen Fahrzeuge sei vom Tisch, heißt es aus Kreisen von Behördenmitarbeitern. So will man mit einem amtlichen Rückruf mit einem sogenannten „Sofortvollzug“ reagieren. Das ist mal wieder im Interesse des Volkswagenkonzern und damit weit glimpflicher als alle andere Massnahmen, die man in solch einem Manipulationsverdacht anordnen hätte können.

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