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Elektromobilität: Warum Elektrotransporter noch eine Nische sind

Elektromobilität: Warum Elektrotransporter noch eine Nische sind | emobicon

Es gibt sie und sie werden immer besser: Elektrotransporter. Sie können im Verteilerverkehr eine wichtige Rolle übernehmen und dennoch scheint die Nachfrage noch mässig zu sein. Dabei kann mit der richtigen Förderung eine günstige Alternative zum Verbrenner entstehen.

von Stefan Blome | emobicon - CoverBild: emobicon

Elektromobilität ist da, wird diskutiert und wenn man den vielen Umfragen glauben kann, dann ist das Interesse enorm. Neben den elektrischen PKW und ganz neu den eScootern und eBikes gibt es ja auch noch Elektrobusse und sogar Elektrotransporter. Die Nachfrage nach den Transportern auf Elektrobasis scheint aber noch eine Nische zu sein. Nur knapp 5.000 der Elektrotransporter wurden im vergangenen Jahr zugelassen und die meisten Zulassungen dürften auf Streetscooter als Postfahrzeug fallen. Immerhin knapp 10 Prozent mehr als das Jahr davor.

Schaut man sich die Modelle der Elektrotransporter an, dann sieht man meistens kaum einen Unterschied bei diesem alternativen Antrieb. Sie sehen meistens gleich aus und fahren tun sie sich gut. Egal ob MaxusEV 80, eVito oder den e-NV200 von Nissan. Das sie im Alltag funktionieren und meistens besser sind als Ihr Ruf, können wir Ihnen bestätigen. Immer den Einzelfall betrachtet und in der Reichweitendiskussion ist man aus der Experimentierphase längst heraus. Ganz vorne dabei der Streetscooter. Als Postfahrzeug konzipiert ist das Modell mittlerweile frei erhältlich und in einer grossen Variantenvielfalt auf dem Markt. 

Da Elektrofahrzeuge in den Betriebskosten mindestens nur halb so teuer wie vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor sind, ist das Interesse an den Fahrzeugen gross. Ausserdem ist ja da noch das Thema Klimaschutz, Fahrverbote und Alltag. Die Vorteile werden dabei viel zu oft übersehen, denn allein die Förderung von Elektrotransportern für Handwerker, Kommunen und Kurierdienste sind enorm. Nicht selten kann man den Kaufpreis oder die Leasingrate für ein Modell gleich stellen. 

In Berlin, NRW, Baden Württemberg und Hessen gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten. Mit bis zu 12.000 € Förderung pro Fahrzeug ist man z.B. in der Kombination BAFA und NRW Landesförderung sehr gut aufgestellt. Diese Summe, zum Beispiel eingesetzt als Leasingsonderzahlung,  kann je nach Fahrzeugmodell, schlussendlich einen Gleichstand der monatlichen Leasingzahlung bedeuten. Im Laufenden Betrieb ist man dann zusätzlich deutlich günstiger. Hat man zudem noch eine Photovoltaik Anlage lohnt es sich noch mehr. Übrigens: Oft wird auch die passende Infrastruktur für die Fahrzeuge gefördert. Je nach Bundesland bis zu 2500 € der Wallbox – incl. Anschluss, als sichere Lademöglichkeit für den Stromer.

Ja, Elektrotransporter sind aktuell noch teurer, als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Durchschnittlich 50 Prozent mehr muss man heute, je nach Fahrzeugwahl, aufbringen. Aber mit einer möglichen Förderung kann man heute bereits vielfach den Mehrpreis ausgleichen. Pauschal herrscht immer noch die Annahme, das die Reichweite noch nicht ausreichend sei. Wirklich ? 

Ein Vergleich: Ein Streetscooter in der grossen Version schafft im Schnitt 150 km Reichweite – mindestens. Lokal ausreichend und ja, das Fahrzeug ist nicht für die Langstrecke, aber muss jedes Fahrzeug alles können ? Auch das ist schlussendlich ein Kostenfaktor. Besser ist es auf echte Bedarfsmobilität zu setzen. Vielfach scheint es aber zu sein, das gut 2/3 aller befragten Unternehmen in naher Zukunft die Anschaffung eines Elektrotransporters planen. Gut die Hälfte sagt, dass Sie bereits mindestens ein Elektrofahrzeug im Fuhrpark hat und gut damit zurecht kommen. Nur jedes 10. Unternehmen würde aktuell kein Elektrotransporter mehr anschaffen. 

Im laufenden Jahr dürfte der Absatz von Elektrotransportern auf jedem Fall anziehen. Auch, weil das Modellprogramm stetig wächst. Zudem sind grosse Förderungen, insbesondere für Kommunen ein wirtschaftlicher Anreiz auf Elektromobilität umzustellen. 

Auch deshalb gibt es immer mehr Auswahl an Elektrotransportern. So wird neben dem e Vito von Daimler schon bald ein Elektro Sprinter zur Verfügung stehen. Volkswagen baut bereits den eCraffter und praktisch baugleich den MAN Elektrotransporter.  

Klar ist aber auf jeden Fall, dass es noch viel Aufklärung braucht, um die Mythen, auch in den Köpfen der Fuhrparkverantwortlichen aufzuklären.

In der Regel braucht man sich nicht gross umstellen. Wichtig ist nur, sich mit den Eigenschaften eines Stromers zu beschäftigen und dafür zu sorgen, das man ausreichend und bedarfsgerecht laden kann.

Wir fahren täglich elektrisch – es funktioniert. 

Zahlenquelle: Unternehmensberatung Arthur D. Little

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