Auto: Warum das Gejammer eine ziemliche Doppelmoral ist

von | 07.12.2019 | eMobilität und Umwelt, Klimaschutz, Meinung, News | 16 Kommentare

Spritpreise rauf, Fahreinschränkungen, höhere Steuern, Maut und Tempolimit. All das wird kommen. Ganz sicher. Jeder meint was anderes, aber Jammern gehört bei den meisten zum guten Ton. Aber Verbrenner mit viel Verbrauch kaufen und nichts am realen eigenen Verhalten ändern wollen ist ziemlich daneben. Sorry, kein Verständnis mehr und das ist auch gut so!

von Thorsten Bär | emobicon - CoverBild: emobicon

Schauen wir uns doch mal die Realität an: Sie kaufen ein Fahrzeug. Neu oder gebraucht, für den Privatgebrauch oder suchen einen Dienstwagen aus. Sie schauen auf die Räder, die Farbe der Sitze und wie gross der Kofferraum ist, aber die meisten sicher nicht weiter. Der Preis ist ein (Neben) Faktor. Schön und Kleingeredet. Laufende Kosten? Egal! Verbrauch: Sowieso mindestens 30 Prozent mehr – egal. Meistens allein unterwegs – aber schön hoch sitzen in dem 2,6 Tonnen Stahlklotz. Angeblich nicht zu ändern. Absichtlich oder aus Versehen? Egal. Es wird schön geredet und alles andere ist aus Unwissenheit schlechter. Immer. Schön reden oder einlullen lassen gehört dabei zum guten Ton und Doppelmoral ist das, was man mit Geschwätz von gestern meint. Wie es mit dem Antrieb aussieht, ist für derzeit nur wenige ein Thema, denn den meisten ist es sowas von egal. Die Selbstverantwortung, das Denken UND Handeln haben so manche verlernt, oder erst gar nicht auf dem Schirm. Arroganz ist die neue Moral, die zu Doppelmoral führt und deshalb bin ich gelassen, weil ich nicht nur rede, sondern handele. Aber wo ist Ihre Realität? Auch egal?

Das Einreden der nicht vorhandenen Realität

Deutliche Verteuerung von Benzin und Diesel, Tempolimit  – höchstens 120 auf Autobahnen, eine noch höhere LKW-Maut, die Abschaffung der Pendlerpauschale und kein Privileg mehr für Dienstwagen, sowie weit höhere CO2-Preise als von der Regierung geplant: Das alles fordert das Umweltbundesamt, eine Behörde der Bundesregierung, in einem schon länger verfassten, aber jetzt erst bekannt gewordenen Gutachten. Richtig so. 

Aber dann kommt das grosse Jammern: Ich werde wo möglich eingeschränkt. Jammern auf hohem Niveau. Aber warum? Weil es einfacher ist, statt sich mit den Fakten zu beschäftigen? Immer den Einzelfall betrachtet, wollen auch auf einmal alle der Einzelfall sein. Genau so, wie viele auf einmal zu Umweltexperten werden, Fakenews verbreiten und sich selber damit lächerlich machen. So jammert man im Chor und das auf hohem Niveau. Die, die meinen mit 3 Litern Kraftstoff auszukommen und die, die meinen Rechte abzuleiten, weil sie einen Panzer fahren – meist allein und ohne auch nur einen Gedanken an die Konsequenz. Kleine Verbrenner ok – vielleicht, aber sind diese nicht ersetzbar? Der kleinere, einfachere Wagen spielt keine Rolle. Ich will es so, dann muss sich alles nach mir richten. Falsch! Verbrenner werden nach und nach verdrängt. Das ist längst klar und klar ist auch das es Einschränkungen geben wird – und muss. Klima hin oder her. Es geht auch um die Lebensqualität. Dafür braucht man keine dicken Fahrzeuge. Unnütz sind sie, teuer und vom Verbrauch wollen wir erst gar nicht reden.

Gemeinwohl geht vor

Und schon längst tickt die Uhr und schon längst liegen alle Szenarien in den Schubladen. Auch wenn die Politik das nicht wahrhaben will und klar dürfte auch sein: Wir wissen längst nicht alles, weder direkt noch indirekt. Es wird Konsequenzen haben – für jeden. Alles muss perfekt sein, weil man in der Theorie einmal im Leben 5000 km am Stück fährt? Doppelmoral eben, um sich einzureden: Bitte ändert was, aber bitte nicht bei mir. Viel zu lange wurde alles hingenommen. Jetzt kommts dicke. Die Politik hilft uns nicht – sie steht sich selbst im Weg. 

Es geht vor allem um das Gemeinwohl, das alle wollen und so mancher auszuhebeln versucht. Man hat sich einfach unter zu ordnen. Gemeinwohl ist nicht die Luft zu verschlechtern, mit Panzern durch eine Stadt zu fahren, überall parken zu können und zu dürfen. Gemeinwohl ist für saubere  Luft zu sorgen, Gemeinwohl ist das Umweltklima zu stabilisieren, Gemeinwohl ist Menschen den Lebensraum zu geben und Gemeinwohl ist nicht alles dem Auto unterzuordnen. Das war mal und das geht zu Ende. Gemeinwohl ist nicht das Recht einzelner.

Doppelmoral in so vielen Bereichen

Da darf dann auch der Besuch beim Billigdiscounter nicht fehlen und der Griff zum Quälhähnchen, dem Hybridgemüse und bitte auch die Himbeeren aus Südamerika. Die Reifen, der Kraftstoff, die wöchentliche Autowäsche, von sonstigem Klimperkram mal ganz abgesehen – egal was es kostet. Muss eben sein.

Fragt man nach, dann Schulterzucken, Gedankenlosigkeit, das Egal sein oder auch die Behauptung: Ich bin für Tierwohl, aber meinen für 2 Euro das beste Hackfleisch der Welt zu kaufen, womit sich Tierwohl realisieren lässt. Warum ich auf einmal von Lebensmitteln schreibe? Ganz einfach. Es gibt jede Menge Zusammenhänge. So vieles ist wichtig, vieles noch wichtiger. Meint man. Dabei hat sich eine Menge verschoben: Was zu labern, daher sagen, oder vor allem motzen ist scheinbar salonfähig.  Sowas von und sich selber alles schön zu reden und JA:  Auch sie können eine Menge ändern und JA: Jeder kann ein wenig tun und JA: Veränderungen sind wichtig, nötig und überfällig. Bitte nicht so tun, als gehe sie das alles nichts an. Doch. Tut es. 

Bequemlichkeit vor Alternative

Zurück zum Auto und der Mobilität. Das dicke Ende ist längst eingeleitet. Man denkt über Citymaut nach, richtet Umweltfahrspuren ein, schränkt den Verkehr ein. Immer mehr – Stück für Stück. Die Bequemlichkeit hat eben Ihren Preis. Komisch. Es wirkt, wenn man sich zum Beispiel die Zahlen in Düsseldorf anschaut. Es gibt mehr Stau – ja, aber die Luftwerte sind besser geworden. Und erst kürzlich hat sich die Umwelthilfe und das Land NRW geeinigt: Es gibt für die Essener A40 keine Fahrverbote, dafür aber Einschränkungen in der Stadt in Form von Umweltfahrspuren. Das gleiche wie in Düsseldorf. Und längst denken andere Städte darüber nach. Übrigens: In so vielen Ländern funktioniert längst das, was hier nicht gehen soll. Keine Horrorszenarien, die sich so mancher einredet, postet und dann Gleichgesinnte sucht, die das Gleiche denken. Wirkt nur nicht – aber die Massnahmen.

Dazu gehört auch das Jammern über Parkgebühren oder zu wenig Parkplätze. Und nur wenige nutzen Alternativen. OK, da läuft es nicht rund und ok, das kann und muss man ändern und verbessern. Jammern ist aber einfacher, statt Entwicklungen zu tragen und Entwicklungen mit zu gestalten. Was ein Drama: Da wird soviel Energie in jeden Blödsinn gesteckt und so viele brüten an Ihrer Doppelmoral. Die Fahrt irgendwo hin und das Recht haben zu wollen da dann auch so zu parken, wie man will. Von den ewigen Parkern in Halteverboten, in Parkverboten, oder da wo Behindertenparkplätze sind und Mutter-Kind Parkplätze oder Ladesäulen. Gut, das immer mehr Städte erkennen: Abschleppen. Und das konsequent! Selbst dann wird gejammert, dabei gibt es die StVO und auch die Beschilderungen. Für jeden! Oder sollte man einfach mal den Spieß rumdrehen, für die, die nichts verstehen wollen?

Parken ist kein Grundrecht, deshalb darf es kosten

Parken in Paris ist teuer | emobicon
Parken ist in Paris besonders teuer | Foto: emobicon

Apropo Parken. Fahren Sie mal nach Amsterdam, Strassburg, Paris, Kopenhagen. Ein paar simple Beispiele. In Paris kostet parken selbst in Randbezirken bis zu 35 € – für 4 Stunden. Und was tut ein Fahrzeug im Alltag? Es steht mehr, als es fährt. Auch Amsterdam lässt sich nicht lumpen. Vom Umweltfahrspuren ganz abgesehen. Ja, es geht darum Verkehr anders zu lenken, einzuschränken und das, was jahrzehntelang war, nämlich alles dem Autoverkehr unter zu ordnen, zu korrigieren. Das ist gut und prima, denn überall dort wo Autos fahren leben auch Menschen. 

Das Recht wird so gesehen wie man es braucht

In Metropolen macht es doppelt Sinn. Und da passiert schon viel. Denn schlechte Luft ist ein riesen Thema und wie sagte der Europäische Gerichtshof mal: „Das Recht auf saubere Luft ist stets höher zu bewerten, als jedes andere Recht“. Welche Rechte meinen Sie zu haben? Das eines Fahrzeuges und seinem Fahrer ist höher zu bewerten? Sowas von falsch. Und so tut man das, was man tun muss, was längst überfällig ist. Die Schonung ist vorbei und damit wären wir wieder beim Jammern. Ja, ich bin auch betroffen, aber anders. Wir bei emobicon fahren elektrisch. Ich schon länger – ein paar Jahre. Auch wir merken Veränderungen – aber wir haben es noch leicht – zumindest leichter, als Fahrer mit Verbrennungsfahrzeugen. 

Die deutliche Entwicklung, weg vom Verbrenner, habe ich schon getragen, als die meisten noch gar nicht daran dachten. Aber bekannt ist ja auch, dass die Doppelmoral zu jeder Menge Fakenews führt. Das Elektroauto ist an allem Schuld. Die Dinger brennen jeden Tag, Mythen mit Kobalt und Lithium und so manches mehr. Übrigens: Es war schon Thema weit vor dem Elektroauto und komisch: Jeder nutzt es, sogar Fahrer von Verbrennern und im Alltag nutzt jeder und schon Jahre und Jahrzehnte Handy, Smartphone, Laptop und viele sonstige Produkte, die genau diese Rohstoffe nutzen. Aber labern scheint einfacher als Information. Gut, manche brauchen das als Ego, weil sie offensichtlich Probleme mit der Realität haben. Anders lässt sich so manches Ego und manche echte Dummheit nicht erklären. Sich zu rechtfertigen scheint Mittel zum Zweck zu sein – ändert aber nichts an der Realität, zu der jeder eh kommen wird.

Übrigens: Besser erst denken, statt in der Doppelmoral zu versinken. Zum Beispiel, dass ein Verbrenner mit jedem Liter Kraftstoff, den das Fahrzeug verbraucht, den Rohstoff Kobalt verbrennt. Kobalt wird nämlich zum entschwefeln der Kraftstoffe genutzt. Ein Akku in einem Strom speichert damit Energie – es verbraucht sich aber nicht. Und der dreckige Kohlestrom für das Elektroauto? Aber in die Doppelmoral vieler passt, dass der selbe Strommix verwendet wird, um aus Öl Kraftstoff zu raffinieren. Aber das wird gern unterschlagen. Autofahrer wissen das nicht, oder wollen es nicht wissen. Viele meinen aber jetzt die Experten für Elektromobilität zu sein, obwohl so mancher noch nie einen Stromer gefahren ist. Auch das ist die Realität. Schrecklich diese Besserwisserei und wieder eine typische Doppelmoral. Alle Rechtfertigungen, weil man sich mit Änderungen nicht beschäftigen will? Das Thema hatten wir längst und immer wieder. Die Mythen sind längst widerlegt. Passt nur dem einen oder anderen aber ganz offensichtlich nicht. 

Die Politik haut dann noch drauf, naja und das bezahlte Artikel mit jeder Menge dummem Zeugs verbreitet werden, ist auch klar. Ich sage nur Schwedenstudie, von Sinn Studie und so manch billiger Versuch Aufmerksamkeit zu erhalten. Zur Doppelmoral gehört dann auch sich daran zu orientieren und eine Bestätigung für nichts zu finden.

AUF EIN WORT

Liebe Anti-Elektroauto-Populisten:

Wenn in Afrika oder sonstwo Kinderarbeit herrscht, etwa um eure modischen Klamotten zusammenzunähen, eure Sneakers zusammenzuleimen oder euer iPhone zusammenzubasteln, dann ist das ok; aber wehe es handelt sich auch nur um eine einzige Komponente, die mit Elektroautos zu tun hat, dann ist DAS ganz, ganz schlimm?

Wenn in Afrika in Minen nach Gold, Diamanten und Kupfer geschürft wird, ist das ok; bei Kobalt, das ebenfalls in Kupferminen vorkommt und einfach NEBENHER gewonnen wird, DAS ist dann Ausbeutung?

Wenn Kobalt für die Aushärtung von Kolben, Pleuel, Nockenwellen oder von Werkzeugen verwendet wird, ist das ok, wenn Kobalt für einen winzigen Anteil einer Elektroauto-Batterie verwendet wird, ist DAS natürlich Kinderarbeit und Ausbeutung der Dritten Welt?

Wenn in Kanada durch das Ausspülen von Ölsand Milliarden Liter TATSÄCHLICHES Trinkwasser verseucht werden, ist das ok; wenn in der Atacamawüste in einem SALZsee ungenießbares, VERSALZTES Grundwasser für Lithium hochgepumpt wird, um es dann wieder versickern zu lassen, ist DAS dagegen Zerstörung der Umwelt und Vergeudung von Grundwasser?

1.6 kWh Energie nur zur Raffinierung eines Liters Benzin.
Dazu Förderung, Transport und Co. 

Ein Auto schluckt echte 8 – 10l/100km.
Macht ca. 20 kWh „graue Energie“.
Damit fährt ein Elektrofahrzeug mindestens 100 km.
Benzin ist also nichts als ein umweltschädlicher Energiespeicher ohne Mehrwert und eine rollende Ölheizung.

Wenn ein Motor nach 200.000 km einen Lagerschaden erleidet, dann hat er gute Dienste geleistet; wenn eine Antriebsbatterie nach 500.000 km ausgetauscht und zu 90% rekonditioniert wird, und nach drei Lebenszyklen und 1.500.000 Km noch einmal zehn Jahre als Pufferbatterie in Smart Houses Anwendung findet, soll DAS eine Entsorgungskatastrophe sein?

Wenn man jeden Tag von neuen Kraftstoffpreisen überrascht wird, schon jetzt für den Sommer von der nächsten Preisspitze ausgehen kann und sich nicht gegen diese Preiswillkür wehren kann, ist das ok; wenn man den Preis für den Strom selber wählen und ihn sogar selbst zuhause produzieren kann, soll DAS aber nachteilig sein?

Wenn ein Verbrennerauto kurz nach der Zulassung bereits 30% – und mehr – seines Marktwertes verliert, ein Tesla aber erst nach 70.000 Km, DESWEGEN sollen sich Elektroautos nicht rechnen?

Wenn man nach 300 km Fahrt zum WC gehen anhält, ist das ok; zum WC, Kaffee trinken und Laden anhalten, DAS ist dann aber zeitraubend und unpraktisch?

Wenn man im Sommer zum Kühlen oder im Winter zum (Vor)heizen den Verbrenner laufen lässt und die Umgebung mit Rauch und Gestank verpestet ist das ok? Nein das ist sogar bei Strafe verboten!
Ein Elektroauto hingegen kann man tagelang klimatisieren!

Entweder habt ihr schlicht keine Ahnung, wovon ihr redet, oder es stimmt irgend etwas nicht so ganz mit euch.

Dieser Text trifft es auf den Punkt, er ist nicht von mir aber ich stehe voll dahinter. Thanks

Vorteile für Alternativen werden kaum gesehen

Auch ich bin betroffen, wenn ich auch den Parkplatz suche und brauche und auch ich muss anders denken, aber ich geniesse derzeit auch noch die vielen Vorteile:

So kann ich in vielen Städten kostenfrei parken, bei dem einen oder anderen Supermarkt kostenlos aufladen. Ich hab sogar mit eigenem erzeugtem Strom eine steuerfreie Lademöglichkeit und ich lade in 10 Sekunden voll. Weil das nebenbei passiert. Denn auch mein Stromer steht mehr, als er fährt. Aussteigen, Ladekabel ins Auto. Fahre ich wieder los, dann Kabel raus und los gehts. Das ganze in 10 Sekunden. Weitere Vorteile  habe ich, in dem ich sogar in Sperrzonen komme, weil ich elektrisch fahre. Zudem habe ich viel weniger Wartung , zahle keine Steuern für das Fahrzeug und bei meinem Arbeitgeber kann ich steuerfrei und kostenfrei laden. Das macht so manches weg und ich darf es geniessen. Das ich lokal emissionsfrei unterwegs bin ist noch ein Vorteil für die Menschen. Von der Lautstärke, die ein Verbrenner verursacht mal ganz zu schweigen. Auch deshalb darf man schon fragen: Warum entscheidet man sich nicht für Selbstverantwortung?

Jammern oder Handeln: Das ist hier die Frage

Weil man dann schön weiter jammern kann, oder weil man sich einreden will, das ich mit dem Spritschlucker so gut unterwegs bin? Auch deshalb muss und wird Kraftstoff teurer werden, mit Sicherheit auch schneller als die dämlichen 3 Cent pro Liter Kraftstoff ab 2021. Es wirkt nämlich nicht. Das Jammern dazu ist längst zu hören.

Und dann wollen Sie Recht haben mit Ihren Spritschluckern die Luft der dort lebenden Menschen zu verseuchen? Recht haben, aber auf welcher Basis? Und so kostet es künftig, Stichwort CO2 Emmission. Glauben Sie wirklich das Politik und Autobauer sie schonen werden? Im Gegenteil. Individuelle Mobilität ist viel zu günstig und wird deutlich teurer werden. Jammern oder Handeln, das ist hier die Frage. Der Individualverkehr ist das Problem und damit sind wir alle das Problem, egal mit welchem Antrieb. Der CO2 Ausstoss ist das eine – Mobilität und manches neu zu denken, das andere. Nichts anderes ist ein Stau, das Problem verursacht jeder, der Teil des Ganzen ist.

Doppelmoral wird durchaus auch eingeredet

Klar ist heute längst: Alle Denkspiel und Szenarien führen zu Gegenmassnahmen und damit zu nötigen Veränderungen. Es ist viel, aber machbar. Viele tun es und es funktioniert. Klar, dass Verbände maulen, Unruhen herbeibeschwören und natürlich auch die Autobauer, die in Kampagnen immer wieder kleine Nadelstiche setzen. Genau so und passend für die Masse die nichts verstehen will. Das eigentliche Problem wird aber einfach ignoriert und kleingeredet, weil Individualität höher bewertet werden soll. Das geht vorbei.

Mobilität soll weiter bezahlbar bleiben, aber zur Wahrheit gehört, dass individuelle Mobilität deutlich teurer werden wird. Klimaleugner machen es sich damit einfach, aber die Realität spricht genau die Sprache der nötigen Veränderung. Und klar ist: Nicht in jedem Fall kann man Veränderungen herbeirufen. Da gibt es Gegenden, da ist alles ein wenig anders. Aber ist dadurch nichts möglich, wie einige meinen? Doch, aber sicher anders. Man arbeitet daran. Wir schauen mal.

Spritpreis ist völlig egal

Neue Mobilität ist zumindest in Metropolen möglich. Nur schaut man sich um, dann sieht man in Berlin, Köln, Hamburg und vielen anderen Gegenen, dass man lieber in Kauf nimmt, bequem und warm an Ampeln und Kreuzungen zu stehen, bei der Parkplatzsuche zu verzweifeln, statt die  meist bereits guten, wenn auch ausbaufähigen Nahverkehrsangebote zu nutzen. Ja, da steht die kommunale Politik oft noch auf der Bremse, aber das es nicht geht ist faktisch falsch. Ebenso falsch ist die Annahme, dass ein hoher Spritpreis ungerecht wäre. Denn in Wahrheit ist den meisten Menschen der Spritpreis völlig egal. Sowas von.

Unfälle, Schadstoffe, Lärm: Der Verkehr in Deutschland verursacht laut einer Studie der Schienenlobby fast 150 Milliarden Euro Folgekosten jährlich – vor allem der auf der Straße. Egal. Die Allgemeinheit muss zahlen. Falsch. Und das Gejammer darüber läuft längst. Das wird, das muss sich ändern, wetten?

 

3 Liter oder 10 Liter als Verbrauch sind auch egal

Und wenn man den Preis tatsächlich um 70 Cent erhöht, wie das Umweltbundesamt es gerade erst verlauten lies, dann würde man vielleicht nachdenken, eigene Änderungen einleiten und zumindest beginnen, dass eigene Verhalten zu überlegen. Es würde wirken, wetten? Aufregen tun sich nur die, die sich damit nicht beschäftigen wollen. So ist es.

Klar ist längst: Würde der Spritpreis eine kritische Grösse insgesamt, dann würde man deutlich weniger Fahrzeuge kaufen und schon längst wären die Alternativen Thema und vor allem man würde sie nachfragen, ausbauen und nutzen.  

Die Kilometerleistungen pro Fahrzeug steigen, auch der Kraftstoffverbrauch steigt, durch immer grössere Fahrzeuge und die alternativen Antriebe? Ja sie kommen, gemässigt, aber insgesamt steigt besonders der Verkauf von teuren SUV. Ich hab nichts gegen Verbrenner, aber gegen Ignoranz. Selbst bei kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen trat man die Alternative mit Füssen und das schon lange vor der Klimadebatte und Greta. Der gute alte Lupo. 3 Liter Verbrauch und der Flop von Volkswagen. Hätte man solch ein Modell aus den Händen gerissen, würde heute keiner SUV fahren. Ähnliches wie bei der Elektromobile. Das Einreden: Es funktioniert nicht. Doch tut es. Ich erlebe es.

 

Gefangen in der Doppelstrategie der Hersteller

Sich über alles aufregen ist das eine. Eine theoretische Behauptung aufstellen, das andere. Und warum fahren immer mehr alternative Antriebe? Weil es nicht funktioniert? Wir bei emobicon fahren elektrisch – nur elektrisch. Weil es funktioniert. Und die Doppelmoral, oder ein Teil dessen sieht man bei den Herstellern. Sie wären die, die lenken könnten, wenn sie denn wollten. Ganz natürlich heisst es zum Beispiel bei den Autobauern, dass man dich dummen Kunden braucht, der noch und noch und nochmal einen Verbrenner kauft, damit sie die alternativen Antriebe, die man solange ignoriert und bekämpft hat finanzieren kann. 

Bis dahin fährt man eine Doppelstrategie. Bekämpfe mit viel dummen Äusserungen die Veränderung, rede so manchem ein: Du tust das richtige und mit kleinen Aktionen bereitet man die Veränderungen vor. Eingelullt von Marketingaussagen tun viel das, was sie immer taten: Sie folgen dem Gesagten aber ohne eigene Gedanken zu verschwenden. Alles zwischen Kleinwagen und dem grössten SUV, Hauptsache Verbrenner – getarnt als nicht erkennbare Mogelpackung. 

Den Dieselskandal haben alle vergessen – dabei sind wir immer noch mitten drin und sauber, wie Autobauer erklären ist was anderes. Politik, KBA, Autobauer – das Geklüngel ist allseits bekannt. Dabei wäre es wichtig das nicht zu vergessen, aber nach dem Diesel und dem Skandal lässt man sich wieder einlullen. Absurd. Der Glaube und die Hoffnung und Mischung aus Jammern und Doppelmoral. Auf zum nächsten Diesel.

Lenkungswirkung könnte so einfach sein

Doch die eigene Verantwortung bleibt auf der Strecke. Sorry. Das gehört dann bestraft. Und die meisten merken nicht mal, wie sie Spielball in diesem Zirkus werden. Denn was heute noch als gut angesehen wird, wird morgen bekämpft werden – ob man will, oder nicht. Man kann es durchaus mit dem Abgasskandal vergleichen. Genau so wie ein Stau. Dabei ist jeder an einem Stau beteiligt. Blech an Blech, oft mit einer Person besetzt. Auch bei uns ist es oft so, allerdings elektrisch betrieben.

Jeder von uns versagt. Von ganz oben, bis ganz unten. Jeder zeigt auf den anderen und nur wenige verändern sich ohne benachteiligt zu sein. Ein kollektives Versagen in einer grossen Verantwortung. Schlimm. 

WIR alle haben doch Lenkungswirkung. Nutzen wir aber nicht, oder viel zu selten. Gesagt ist manches schnell und noch mehr behauptet. Getan ist wenig.

Ich bin mitten in der Veränderung

Würde man beim Einkaufen anders entscheiden, würde es manches schon gar nicht mehr geben. Aber Ignoranz ist einfacher. Wer vor diesem Hintergrund von einer Einschränkung der Freiheit und einem Faible für eine Verbotskultur schwadroniert, ist schlicht naiv. Statt mitzutragen, wird bekämpft. Aber es wird aussichtslos und vor allem alternativlos sein und bleiben. Auch deshalb bin ich selber recht entspannt. Ich fahre elektrisch. Ich kaufe echt anders ein – ein Prozess, der sich über Jahre entwickelt hat und ich denke über mein Handeln nach.

Der Staat traut sich auch nur wenig

Ohne diese Debatten, Beschlüsse, ohne Veränderungen der Grenzwerte, ohne Veränderungen bei jedem selbst geht rein gar nichts. Dazu gehören verpflichtende Emissionsmessungen auf der Straße, statt im Labor. Das ist die Realität und nicht anders. Hauptmotivator sollte die Erkenntnis sein, dass wir viel bewegen, wenn wir verändern. Da Freiwilligkeit meistens nicht funktioniert, muss man lenken. 

Das ist nichts anders, als die Schubumkehr in Richtung nachhaltiger Mobilität – und das geben sogar die Hersteller relativ offen zu. Mittlerweile, nach zähem Kampf sind auch sie der Ansicht, mit Elektroautos die CO2-Vorgaben einhalten zu können und Strafzahlungen zu vermeiden. Allen Beteiligen bei Politik und Wirtschaft ist völlig klar: Ohne diese Regulierung würden wir wohl weiter mit Vollgas in Richtung Abgrund fahren. Dazu gehört aber auch noch einiges mehr: Wenn der Staat sich endlich zur Streichung von Steuervorteilen für bestimmte fossile Brennstoffe durchringen würde, 

Es gibt keinen Kreuzzug gegen die Automobilindustrie

sodass schlussendlich über den Spritpreis eine Lenkungswirkung entstehen würde, wäre das im Übrigen noch lange kein Verbot. Von Kreuzzug gegen das Auto zu sprechen ist deswegen schon Absurd, weil es das Thema verfehlt. Mobilität verändert sich. Technische Lösungen sind längst auf dem Weg. Auto zu besitzen wird out, denn es nimmt Platz und Lebensraum, auch, weil es mehr steht als es fährt. Von den Kosten mal ganz abgesehen. Ebenso die Behauptung, dass Stromer so teuer sind. Stimmt aber nicht. Ich fahre günstiger Elektrofahrzeug, als mit einer rollenden Ölheizung. Und das mit gutem Gewissen – emissionsfrei.

Andere Mobilität, so sagt es das Wort ist anders, aber damit noch lange keine Einschränkung. Das Thema Freiheit ist auch Gaga, denn die erwartete Perfektion gibt es in gar nichts. Beispiel Mobilfunk: Gerade wir Deutschen übertreiben da gern, denn auch die Funklöcher werden hingenommen. Sie und ich entscheiden und damit haben wir mehr Möglichkeiten, als sie denken. Übrigens nicht nur in der Mobilität, sondern in so viel mehr im Alltag.

Wie werden wir also die Mobilität bestreiten und vor allem: Welches Fahrzeug werden Sie in der Zukunft fahren?

Über mich: Der Experte rund ums Thema eMobilität.

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Autor: Harald

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