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Elektroauto: VOLKSWAGEN kommt in der Realität an

War das bisher Gesagte Dummheit oder Marketing ? Die jahrelangen Ankündigungen von Volkswagen machten zunächst Hoffnung. So sollten Stromer von VW zum Dieselpreis zu haben sein. Jetzt rudert Volkswagen zurück.

von Stefan Blome und Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: Volkswagen

Volkswagen kommt beim Umstieg auf den Elektromotor, nach eigenen Angaben, voran. Das sagt VW Aufsichtsratschef Pötsch. Doch für Autofahrer hat er schlechte Nachrichten: Gerade die bisher günstigen Preise für Kleinwagen werden nicht zu halten sein. Alles wird anders sein.

Jetzt soll die EU die Schuld haben, aber die jahrelangen Ankündigungen von Volkswagen, die in der nahen Vergangenheit sogar noch zunahmen, waren ohnehin nicht realistisch. Selbst wenn VW mit seiner elektromobilen Plattform Vorteile haben könnte, war klar, das die Akkus immer noch nicht selber hergestellt werden sondern diese technische Wertschöpfung von anderen Herstellern kommt. Das ist teuer und ermöglicht wenig eigene Innovationen.

Elektroauto als Kleinwagen, wird "schwierig"

Autos werden nach Informationen von WELT AM SONNTAG mit dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge deutlich teurer und günstige Kleinwagen zunehmend aus dem Programm der Hersteller verschwinden. „Wir haben das klare Ziel, die Elektromobilität auch für breite Bevölkerungsschichten zugänglich, das heißt erschwinglich zu machen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen, Hans Dieter Pötsch, der Zeitung.

„Das Thema Einstiegsfahrzeuge wird in diesem Zusammenhang aber ohne Zweifel sehr schwierig. Das heutige Preisniveau ist nicht zu halten, wenn diese Autos mit Elektromotoren ausgestattet werden. Daher wird es im Kleinwagensegment ganz unweigerlich zu erheblichen Preiserhöhungen kommen.“

Die Frage, ob sich Menschen mit niedrigem Einkommen künftig noch einen eigenen Pkw leisten können, werde „ein Thema werden“, so VW Aufsichtsrat Pötsch. „Das ist einer der Punkte, bei denen wir uns fragen, ob bei der Festlegung neuer CO2-Grenzwerte auch alle gesellschaftlich relevanten Aspekte ausreichend berücksichtigt worden sind“, kritisierte der Aufsichtsratschef.

Jetzt plötzlich sind EU Vorgaben schuld ?

Die EU-Kommission habe auf diese Entwicklung frühzeitig hingewiesen. „Leider haben EU-Parlament und EU-Rat diese soziale Frage der individuellen Mobilität nicht mehr aufgegriffen.“ Der erste als Elektroauto entwickelte Pkw von Volkswagen, der I.D., wird ab einem Preis von rund 30.000 Euro zu haben sein. Das entspricht einem vergleichbar ausgestatteten VW Golf. Besitzer von E-Autos müssten aber Abstriche machen, warnte Pötsch.

VW bemängelt Reichweite und Ladeinfrastruktur

Elektroautos seien „cool, weil sie leise sind und schnell beschleunigen, also Fahrspaß bieten“, so Pötsch. „Aber wir werden dabei Kompromisse machen müssen, und der Umstieg wird nicht über Nacht gelingen. Die realistische Reichweite von Elektroautos liegt derzeit zwischen 300 und 400 Kilometer, das ist deutlich weniger als bei Benzinern und Dieseln. Hinzu kommt, dass die Ladeinfrastruktur alles andere als zufriedenstellend ist und wohl noch eine Zeit braucht, um sich zu entwickeln.“

Dabei war Volkswagen einer der Unternehmen, die eine gemeinsame Ladeinfrastruktur, ähnlich wie TESLA sie hat, abgelehnt hatte und man mit anderen Herstellern sehr spät eine Einigung fand, hier aus der Notwendigkeit voran zu gehen und Ladeinfrastruktur aufzubauen.

Die Reichweite, ist aus unserer Sicht nebensächlich, denn die Realität sieht so aus, das man diese Reichweite im Alltag nicht benötigt. Entlang der Autobahnen sind in den vergangen Monaten und Jahren viele Schnellladestationen entstanden und ein Ladestop ist nicht nur geboten, sondern auch sinnvoll mit einer klassischen Pause zu verbinden. Wir von emobicon tun das seit Jahren, ohne eingeschränkt zu sein.

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Keine Alternative zu Elektrofahrzeugen

Klar ist auch: Volkswagen hat keine Alternative zum Bau von Elektrofahrzeugen. Die gerade von der EU beschlossene weitere Absenkung des CO2-Ausstoßes um 37,5 Prozent bis 2030 bedeutet, dass Pkw dann im Schnitt nur noch 60 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. „Das ist auch mit den allerbesten Verbrennungsmotoren nicht möglich. Wir brauchen also Elektroautos“, sagte der VW Aufsichtsratschef. In unserem Fall bedeuten die Vorgaben aus Brüssel einen Anteil von etwa 40 Prozent Elektroautos ab 2030. Das ist unser Ziel.“ Das sei zu erreichen, „wenn die Kunden mitmachen“. Dann muss Volkswagen auch liefern und nicht nur versprechen, meinen wir. Mobilität verändert sich – nicht nur bei eigenen Fahrzeugen.

Digitale Vernetzung wird grosses Thema sein und bleiben

Pötsch kündigte zudem an, das Volkswagen sich mit der Entwicklung von emissionsfreien, digital vernetzten und autonom fahrenden Autos grundlegend verändern wird: „Volkswagen wird in den nächsten Jahren auch zu einem Softwarekonzern.“ Die entscheidenden Fähigkeiten zur Entwicklung von Fahrzeug-Software müsse das Unternehmen in eigenen Händen halten. „Was die digitale Vernetzung von Autos angeht, sind wir weit vorangeschritten und kooperieren eng mit Microsoft. Und nicht zuletzt wird man beim Thema autonomes Fahren in den nächsten Monaten einiges von uns hören“, erklärte der Chefkontrolleur.

Das Problem hierbei allerdings, das unser Mobilfunknetz schlecht ist und man bereits heute mit erheblichen Einschränkungen lieben muss, insbesondere im ländlichen Raum. Immerhin lebt die Hälfte unserer Bevölkerung im eher ländlichen Raum. 5G als neuer Mobilfunkstandard soll die notwendige Struktur liefern. Aktuell ist hierbei alles Theorie, denn es ist nichts beschlossen, keine Frequenzen versteigert und schon gar nicht gebaut.

Gemeinsame Batteriefertigung wird schwierig

Volkswagen wird, nach VW Aussagen, massiv in den Bau von Antriebsbatterien investieren. „Im Bereich Batteriezellen haben wir in Salzgitter ein Kompetenzzentrum eingerichtet, um diese Technologie in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen. Außerdem sind wir an einem kalifornischen Unternehmen, QuantumScape, beteiligt, das sich mit der nächsten Generation von Batteriezellen beschäftigt“, so Pötsch. „Gemeinsames Ziel ist es, eine Großserienproduktion von Feststoffbatterien zu ermöglichen.“ 

Einer Beteiligung an dem von der Bundesregierung geplanten europäischen Konsortium für eine gemeinsame Batteriefertigung stehen die Wolfsburger bislang skeptisch gegenüber. „Bei dem Thema sind unsere eigenen Überlegungen und Aktivitäten schon weit gediehen. Dennoch sind wir für die Idee grundsätzlich offen. Wir müssen abwägen, ob eine Beteiligung für uns vorteilhaft ist“, sagte Pötsch.

Fazit:

Wir haben viel erfahren aber wieder Fragen und alte Fragen sind noch nicht beantwortet. Die jahrelangen Ankündigungen von Volkswagen zeigen aber ein anderes Bild, als der VW Aufsichtsrat jetzt verkündet hat.

Offensichtlich sind die Probleme bei VW grösser, als gedacht, denn die Ankündigungen sind das eine, die Realität eine andere. Viele Fragen der Zukunft scheinen geklärt, andere sind noch offen. Also wird man sehen was schlussendlich zu welchem realistischen Preis von Volkswagen geliefert wird.

Andere Hersteller haben bereits ein gutes Fahrzeugprogramm auf der Strasse. Hier ist der Alltag und die Realität angekommen. Wir selber fahren elektrische Fahrzeuge asiatische Hersteller zu unserer Zufriedenheit.

Quelle: Welt.de

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