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Volkswagen: Autobauer setzt radikal auf Elektromobilität

VW will keine Subventionen und fordert Vorfahrt für E-Autos. Man erwartet von der Politik ausserdem mehr Mut. Strategie-Chef Michael Jost erklärt, was Volkswagen plant.

von Thorsten Bär | emobicon - Cover Bild: Volkswagen

Der Abgasskandal ist längst nicht erledigt. Noch sind viele Fragen offen und noch hat man Probleme mit dem Image des Unternehmens. Auch deshalb hat man einen Kurswechsel bei Volkswagen eingeleitet, den es so noch nie gegeben hat. In den kommenden Jahren will der Automobilkonzern eine komplette neue Produktpalette mit über 50 rein elektrischen Fahrzeugen auf den Markt bringen und die sollen das künftige Standbein des Autobauers werden.

In einem Exklusiv Interview in der Augsburger Allgemeinen kündigte Volkswagen-Chefstratege Michael Jost an: „E-Mobilität ist unser neues Geschäftsmodell. Für unsere E-Auto-Revolution geben wir allein in den nächsten fünf Jahren rund 30 Milliarden Euro aus“

VW will zur Verbesserung des Weltklimas beitragen

So soll bereits 2025 jedes vierte weltweit verkaufte Auto des Unternehmens rein elektrisch sein, sagte Jost. Damit bekenne sich Volkswagen ausdrücklich zu den Klimaschutzzielen der Vereinten Nationen: „Wir als VW mit allein 10,8 Millionen im Jahr verkauften Autos können und müssen einen großen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas leisten“. Zum Volkswagen Konzern gehören neben VW unter anderem auch die Marken Audi, Skoda, Seat, Porsche sowie die Lkw-Hersteller MAN und Scania.

VW: "An der Elektromobilität führt kein Weg vorbei".

Der Stratege Jost räumt in dem Interview ein, dass der radikale Kurswechsel eine Folge des von VW ausgelösten Diesel-Skandals sei, der den Konzern viel Vertrauen gekostet habe. Der Skandal war und ist ein Weckruf: „Dieser war so knallhart, dass es nicht ging, als Konzern nur etwas weiter nach links oder rechts zu fahren; wir haben auf weißem Papier die Strategie neu aufgesetzt“, sagte Jost. „An der Elektromobilität führt kein Weg vorbei“, fügte er hinzu. „Was wir jetzt machen, ist alternativlos.“  Klar ist auch, das VW langfristig kaum noch Diesel- und Benzin-Fahrzeuge bauen wird. Auch Hybrid-Fahrzeuge seien für VW lediglich eine Übergangstechnologie. Bei möglichen Wasserstoff-Autos werde der Antrieb immer elektrisch sein. 

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Vorfahrt für Elektroautos gefordert

Auch deshalb fordert Jost von der Politik mehr Mut, die Wende hin zur Elektromobilität entschiedener voranzutreiben: „Der Autogipfel von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ging hier schon in die richtige Richtung, ich ermutige den Ministerpräsidenten, noch weiterzugehen. Hier geht es uns nicht darum, Subventionen zu bekommen, sondern Vorfahrt für E-Autos.“ Jost wird konkreter und fordert zum Beispiel eigene, für E-Autos reservierte Fahrspuren und Parkplätze, die in Städten wie München zu enormen Zeiteinsparungen führen könnten.

Foto: Volkswagen

Produktion von Elektrofahrzeugen soll klimaneutral erfolgen

So will Volkswagen im kommendes Jahr unter dem Projektnamen I.D. komplett neu entwickelte rein elektrische Fahrzeuge mit bis zu 500 Kilometern Reichweite auf den Markt bringen. Auch ein Prototyp des eingestellten Oberklassemodells „Phaethon“ existiert bereits. Ebenso für einen SUV und einen VW Bus. 

Geplant ist zudem ein elektrisches Einstiegsmodell für unter 20.000 Euro. Die technischen Plattformen, auf denen die neuen Modelle aufgebaut sind, will der Konzern auch Konkurrenten in Lizenz anbieten. Die Produktion der Elektrofahrzeuge soll klimaneutral, also unter dem Strich ohne Kohlendioxid-Ausstoß erfolgen.

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