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Porsche: „Der Verbrenner wird 2030 ein Nischenprodukt sein“

Auch nach der Elektro Offensive vom Mutterkonzern Volkswagen stellt sich Porsche auf eine zehnjährige Übergangszeit ein. Danach werden Verbrennungsmotoren wohl nur noch eine Nebenrolle spielen.

von Harald M. Depta | emobicon – Bilder: HEISE

Porsche arbeitet an einem schnellen Aufstieg der Elektromobilität. Finanzvorstand Lutz Meschke sagte am Mittwoch (5. Dezember) beim „Handelsblatt Auto-Gipfel“ in Wolfsburg

„Die Zukunft ist elektrisch. Die Kunden sind bereit dafür. Und Porsche ist es auch.“ Man geht zwar aktuell noch von einer zehnjährigen Übergangsphase aus, aber: „Für 2021 rechnen wir damit, dass bereits jeder dritte ausgelieferte Porsche elektrifiziert sein wird. 2025 wird es schon mehr als die Hälfte sein. Und im Jahr 2030 wird der Verbrennungsmotor wohl nur noch ein Nischenprodukt sein“, prognostizierte Lutz Meschke.

Man sieht das bei Porsche aber nicht als komplett erzwungenen Wandel aufgrund von rechtlichen Vorgaben an. „Wir brauchen die E-Mobilität und wir wollen sie auch“, betonte Meschke. Denn zu Porsche passt Elektromobilität auch sehr gut. Denn Stromer haben hervorragende Eigenschaften, was man für sportliches Fahrten braucht. 

Eines ist klar: Schon heute kämen die elektrifizierten Modelle von Porsche gut bei den Kunden an. „In Europa sind zum Beispiel 60 Prozent aller verkauften Panamera-Modelle ein Plug-in-Hybrid“, sagte Meschke.

Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke auf dem „Handelsblatt Auto-Gipfel“ in Wolfsburg. (Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke auf dem „Handelsblatt Auto-Gipfel“ in Wolfsburg.

Sein erstes reinelektrisches Fahrzeug, den Porsche Taycan, bringt der Hersteller im kommenden Jahr 2019. „Er wird neue Maßstäbe setzen“, zeigte sich Meschke sehr selbstbewusst. Die Nachfrage sei bereits jetzt riesig. „Beispiel Norwegen: Dort verkaufen wir normalerweise pro Jahr rund 600 Autos. Für den Taycan liegen uns von dort aber schon über 3.000 Vorbestellungen vor“, so der Finanzvorstand. Zuletzt hatte die VW-Tochter angekündigt, das geplante Produktionsvolumen für den Taycan wegen der hohen Resonanz erhöhen zu wollen. Und das schneller, als geplant.

Damit die Elektromobilität tatsächlich zum großen Erfolg werden kann, muss man aber vor allem an der Ladeinfrastruktur arbeiten, sagte Meschke. Ein Ende der Reichweitenangst sei entscheidend, auch die Myzthen, das man nicht laden könne. Deshalb habe man gemeinsam mit mehreren anderen Unternehmen auch den Ladesäulen-Anbieter Ionity ins Leben gerufen. Ionity will bis 2020 rund 400 Schnellladepunkte in Europa aufbauen und für schnelles Laden unterwegs sorgen. Aktuell sind allerdings erst bescheidene 29 Stationen in Betrieb. Das alleine reiche aber nicht, sagte Meschke. „Deshalb statten wir auch unseren Handel und auch Kunden mit Lademöglichkeiten aus.“

Insgesamt investiert Porsche stolze sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität. „Wir hoffen, noch sehr lange Verbrenner anbieten zu können. Aber wir dürfen uns vor der Zukunft nicht verschließen“, betonte Lutz Meschke. Eines sei dem Hersteller bei allem Wandel aber besonders wichtig: „Wir verändern uns, aber wir bleiben Porsche.“

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