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Ladeinfrastruktur: Verbraucherzentrale NRW mahnt New Motion ab

Ladeinfrastruktur: Verbraucherzentrale NRW mahnt New Motion ab | emobicon

Das Laden von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen ist nicht immer transparent. Gewisse Tricks und Erfahrung sind nötig, um transparent und fair zu ausgewiesenen Kosten laden zu können. Jetzt hat sich die Verbraucherzentrale NRW die Preise mal genau angesehen und die SHELL Tochter New Motion auch wegen seiner AGB abgemahnt.

von Thorsten Bär | emobicon - CoverBild: emobicon

Verbraucherschützer kritisieren zu Recht fehlende Preisangaben an öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat deshalb die Shell-Tochter The New Motion Deutschland abgemahnt. Der Ladedienstanbieter New Motion verpflichte die Kunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, „den Preis für das Laden seines E-Autos selbst zu recherchieren“, sagte Michelle Jahn, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. Damit wälze die Shell-Tochter rechtswidrig ihre Pflicht zur klaren Preisinformation unzulässig auf die Autofahrer ab. Die Preise sind damit oft unverschämt hoch.

Fehlende Preisangabe ist illegal

Ein fehlender Preis bei einem Produkt wird meistens liegen gelassen. Zu hoch die Gefahr, dass man einen Preis zahlen müsste, der nicht den Vorstellungen entspricht. An Tankstellen ohne Preis pro Liter Kraftstoff würde man auch nur halten, wenn man in Not wäre, und die nächste Tankstelle nicht mehr erreichen würde. Ähnlich verhält es sich bei Ladesäulen. Klar ist zudem, dass eine fehlende Preisangabe illegal wäre. 

Klar ist auch, dass das Laden an öffentlichen Ladestation geregelt ist. So muss eine Transparenz bestehen und man darf erwarten, dass der Ladevorgang mit dem Eichrecht einher geht. Die Preisangabe muss so erfolgen, dass man vor dem Ladevorgang weiss, was mich das Laden kostet, oder wie hoch der Preis pro Kilowattstunde ist. Deshalb auch diese Abmahnung gegenüber dem Shell Ableger New Motion.

AGB mit genauen Angaben sind Pflicht

Die Shell-Tochter unterhält ein Ladenetzwerk und wälzt nach Einschätzung der Verbraucherschützer ihre Pflicht zur klaren Preisinformation in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen unzulässig auf die Kunden ab. Kunden der New Motion können ihre Elektroautos an Ladesäulen unterschiedlicher Betreiber aufladen. Dieses Roaming innerhalb eines Ladenetzwerks geht einher mit sehr unterschiedlichen Preisen und auch Abrechnungsmodelle. Verschiedene Modelle, etwa nach Strommenge, nach Zeit oder pro Ladevorgang sind hier üblich. 

Die NRW Verbraucherschützer sagen zu Ihrer Begründung:  „New Motion verpflichtet in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Kunden, den Preis für das Beladen seines E-Autos selbst zu recherchieren“, erklärt Juristin Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale NRW. „Vorgeschrieben ist aber, dass ein Unternehmen aktiv über den Endpreis informieren muss, bevor ein Vertrag zustande kommt.“

Fehlende Preisangaben sind nicht akzeptabel

Für die Recherche der Preise verweist New Motion auf Apps, ein Portal und eine Website. Allerdings garantiert New Motion hierbei nicht einmal, dass die angezeigten Informationen über die Preise richtig, vollständig und zutreffend sind. Das darf nicht sein. „Verbraucher sollen sich also selbst informieren, dürfen aber nicht erwarten, dass die angebotenen Informationen stimmen – das ist absurd“, so Jahn. Hiergegen und gegen zahlreiche weitere Klauseln gehen die Verbraucherschützer ebenfalls vor. 

Das Fehlen transparenter Preisangaben an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ist inakzeptabel, aber derzeit leider weit verbreitet, aktuell kommt es immer wieder vor. Das hängt aber auch damit zusammen, dass der Roaminganbieter nicht immer alle erforderlichen Daten und Informationen der eigentlichen Ladesäulenbetreiber erhält. So können die Preisunterschiede von Ladestation zu Ladestation sehr groß sein. Der Preis variiert stark und das kann mehrere Euro pro Ladevorgang ausmachen, die man mehr bezahlen würde. Auch deshalb ist die Ladesäulenverordnung und die Transparenzpflicht sinnvoll.

Transparenz und Verbindlichkeit ein Schlüssel für Akzeptanz

Die Verbraucherschützer meinen ausserdem, dass klare Preisangaben auch eine Frage des Vertrauens sind. „Für die noch relativ junge Branche der E-Mobilität sind Transparenz und Verbindlichkeit letztlich auch ein Schlüssel zu mehr Akzeptanz“, so Jahn. Die Bundesregierung plant schon länger mehr Transparenz beim Laden. Denn schliesslich liebäugeln immer mehr Menschen im Zuge des Klimaschutzes mit dem Umstieg aufs E-Mobil. Auch vor diesem Hintergrund stehen aktuell weitere Lade-Anbieter im Fokus der Verbraucherschützer. Informieren sie sich, welcher Anbieter zu welchem Preis Ladevorgänge für Sie abrechnet. Sinnvoll können hierbei Kombinationen sein, die Haushaltsstrom und Ladekarte vereinen.

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