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Mobilität: Stadt Düsseldorf führt Umweltfahrspur ein

Um Dieselfahrverbote in der Düsseldorfer Innenstadt zu verhindern, sollen zunächst testweise zwei sogenannte Umweltspuren entstehen. Das haben Bezirksvertretungen und der Ordnungs- und Verkehrsausschuss der Stadt entschieden.

von Stefan Blome | emobicon

Bis Ostern sollen die beiden Sonderspuren eingerichtet werden: Auf viel befahrenen Abschnitten der Merowingerstraße und der Prinz-Georg-Straße. Auf diesen Spuren dürfen dann nur Busse, Fahrräder, Taxen und Elektroautos fahren.

Fahrverbote sollen verhindert werden

Hintergrund ist natürlich, das man mit verschiedenen Massnahmen Fahrverbote in der NRW Landeshauptstadt verhindern will. Dieser Beschluss ist nur einer von vielen, um die Luft in der Stadt sauberer zu bekommen. Das Verwaltungsgericht hatte entschieden, das Fahrverbote angeordnet werden müssen.

Aktuell streitet die Deutsche Umwelthilfe vor dem Oberverwaltungsgericht für die Durchsetzung von Fahrverboten in Düsseldorf. Ministerpräsident Laschet lehnt sie als „nicht verhältnismässig“ ab. Nur die Massnahmen die er vorschlägt greifen nicht so schnell, wie es notwendig wäre.

Für die "Umweltspur" fallen Fahrbahnen für Autofahrer weg

Die neue Umweltspur soll auf einer zentralen Route durch die gesamte Innenstadt führen – vom Park and Ride-Parkplatz Südpark über die Corneliusstraße im Zentrum bis zur Kaiserstraße im Norden.

Nach einem Jahr soll die Wirksamkeit dieser Spuren überprüft werden. Zusätzlich will die Stadt ausserdem bis zum Sommer die Einführung einer „Umweltspur“ vom Werstener Kreuz bis in die Innenstadt und zusätzliche Park and Ride-Flächen prüfen.

Um Platz für diese neuen Spur zu schaffen, fallen Fahrbahnen für Autofahrer weg. 

In Düsseldorf wird eine Umweltspur eingerichtet. Das hat die Stadt entschieden | Bild: headtopics.com

Eine ähnliche Fahrbahn gibt es bereits schon in der Stadt Bielefeld. Hier wird die Fahrbahn aber nur von Fahrrädern und Bussen benutzt. Und es funktioniert dort mittlerweile gut.

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Kritik von der IHK und der CDU

Die Düsseldorfer „Umweltspur“ soll Autofahrer dazu bringen, ihr Auto stehen zu lassen. Kritik gibt es unter anderem von der Düsseldorfer IHK: Sie befürchtet mehr Staus und dass Autofahrer auf andere Straßen ausweichen werden.

Kritik ausserdem von der Opposition. CDU-Verkehrsexperten befürchten ein Verkehrschaos und bezweifeln, dass durch Umweltspuren die Stickstoffdioxidwerte tatsächlich sinken. Die Kritik hatte man erwartet.

Wie in anderen europäischen Städten auch, gab es zunächst auch Chaos im Verkehr. Aber das hat sich gelegt, die Massnahmen dort greifen.

Weiterer Pilotversuch wird geprüft

Gerne würden die Düsseldorfer Planer die Spur auch für Fahrzeuge mit drei oder mehr Insassen freigeben. Dafür gibt es bisher allerdings keine rechtliche Grundlage. Denkbar sei aber ein Pilotversuch, für den das Umweltministerium bereits Unterstützung signalisiert habe, heißt es in einer Beschlussvorlage.

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