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ADAC: Studie mit falschen Zahlen und Kritik des Umweltbundesamtes

ADAC: Studie mit falschen Zahlen und Kritik des Umweltbundesamtes | emobicon

Wieder eine Studie zur Elektromobilität. Wieder von jemandem der sich nicht auskennt und wieder jemand der sich widerspricht. Mit veralteten Daten zeigt der ADAC wiederholt das er das Thema nicht versteht und erntete dafür nun harsche Kritik vom Umweltbundesamt.

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: emobicon

Der ADAC. Einstmals stolzer Verein wenn es um das deutsche Auto geht. Mit der Elektromobilität scheint man überfordert zu sein und operiert mit alten Zahlen, und stellt das Elektrofahrzeug als deutlich schlechter da, als es tatsächlich ist. Denn weil ein Elektroauto nur so sauber ist wie der Strom, den es zum fahren nutzt, ist der Anteil aus erneuerbaren Energiequellen entscheidend. Ziemlich lächerlich was der ADAC tut, denn in einer 2018 erstellten Studie wird noch Zahlenmaterial des Strommixes aus 2013 verwendet und einem geringen Ökoanteil von 23 Prozent. Die Empörung ist gross und das Umweltbundesamt kritisiert den ADAC dafür scharf.

ADAC Methodik heftig kritisiert

Das Umweltbundesamt hat gegenüber der Wirtschaftswoche erklärt, das der ADAC falsche Daten für seine Studie verwendet hat. Dadurch kommen natürlich falsche Ergebnisse raus, die nicht mehr der Realität entsprechen. So dürfte auch dem ADAC klar gewesen sein, dass der Anteil von Ökostrom im Netz im Jahr 2017 36 Prozent betragen hat. Warum man diese Zahlen nicht verwendet hat  erklärte der ADAC bislang nicht. 

Das Umweltbundesamt erklärt weiter: Die Verwendung aktuellerer Zahlen hätte „voraussichtlich zu stark differierenden Ergebnissen geführt.“ Auch die „vom ADAC verwendete Methodik nicht der offiziellen Berechnungsweise“ wird heftig kritisiert. Es stimmt faktisch einfach nicht, welche Zahlen man verwendet hat, mit denen man falsche Annahmen und Behauptungen verbreitet hat. Der BDEW (Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft) hatte erst kürzlich veröffentlicht, dass der Ökostromanteil im ersten Halbjahr 2019 sogar auf 44 Prozent gestiegen ist.

Umweltbundesamt kommt zu anderen Ergebnissen

Der ADAC war mit diesen falschen Daten zu dem Schluss gekommen: „Es kann keine pauschale Aussage getroffen werden, welche Antriebsart generell die beste CO2-Bilanz aufweist. Das Elektroauto ist nicht immer besonders klimafreundlich“. Absurd und komischerweise im völligen Widerspruch zu den zahlreichen anderen Studien dieser Zeit. In diversen Foren und in Social media Kanälen gab es bereits schon wieder Verschwörungstheorien und eine Frage wurde heiss diskutiert: Wer hat die Studie bezahlt und wollte genau dieses Ergebnis, denn sonst hätte den Studienmachern auffallen müssen, das die verwendeten Daten falsch bzw. veraltet sind. 

Das Umweltbundesamt kommt derweilen, mit aktuellen Daten zu einem völlig anderen Ergebnis: „Im Vergleich mit einem besonders sparsamen Dieselfahrzeug liegt der CO2-Vorteil eines Elektroautos bei 16 Prozent, gegenüber einem modernen Benziner bei 27 Prozent.“ 

ADAC will nachlegen

Und da der Anteil von erneuerbaren Energien im Netz steigt, wird der Unterschied und das Ergebnis noch deutlicher werden. Der Vorteil für das Elektrofahrzeug dürfte demnach auf bis zu 40 Prozent für ein Elektrofahrzeug steigen, was 2015 gekauft wird. Bei den Berechnungen des ADAC und des Umweltbundesamtes  bezieht man sich auf den gesamten Lebenszyklus eines Autos. 

Das beinhaltet Herstellung, Betrieb und Entsorgung des Akkus. Mittlerweile hat der ADAC gegenüber der Wirtschaftswoche eingeräumt,  dass die eigenen Berechnungen „durch den Verlauf der Energiewende quasi überholt zu werden drohen“ und kündigte für Herbst 2019 eine neue Studie an. Wir sind gespannt, zu welchem Ergebnis man dieses Mal kommen wird. In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass der ADAC mit falschen Zahlen und Annahmen für ziemlich viel Wirbel gesorgt hatte.

Quelle: WiWo, UBA, emobicon

Ein Gedanke zu „ADAC: Studie mit falschen Zahlen und Kritik des Umweltbundesamtes

  1. Nicht zu vergessen dass ein sehr hoher Stromverbrauch von 19 kWh/100km angenommen wird. Bei Benzinern und Dieseln wird dahingegen ein sehr niedriger Verbrauch genommen.
    Laut Spritmonitor verbraucht ein E-Auto ca. 20 % weniger als angenommen. Ein Benziner verbraucht ca. 20 % mehr und ein Diesel ca. 10 % mehr. Das macht weitere 30-40% zuungunsten des E-Autos.

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