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Studie: Elektroautos könnten bald so günstig wie Benziner sein

von Marcus | emobicon

Richtig durchgesetzt haben sich E-Autos in Deutschland bislang nicht. Einer der Mythen über Elektromobilität ist, das die Fahrzeuge noch zu teuer sind. In der Tat sind die meisten Elektrofahrzeuge in der Anschaffung teurer. Weitere Argumente von vielen ist die geringe Reichweite, aber das ist meist schnell widerlegbar  denn die meisten brauchen für den Alltag keine grossen Strecken.  Damit könnte bald Schluss sein, denn E-Autos könnten bald so günstig wie Benziner werden, sagt jetzt ein McKinsey-Studie.

Die Schwelle ist mittlerweile in greifbare Entfernung gerückt

Aktuell liegt der Anteil an Neuzulassungen von E-Autos und Plug-in-Hydriden in Deutschland jährlich bei gut 1,6 Prozent. Vor einigen Jahren lag die Prognose für die Akkus, von denen die Fahrzeuge Strom ziehen, bei einem Preis von 345 Euro pro Kilowattstunde im Jahr 2020.

Laut McKinsey hat sich diese Vorhersage nun aber verändert. Anschaffungskosten von rund 85 Euro pro Kilowattstunde für den Batteriesatz gelten als Schwelle, ab der E-Autos wettbewerbsfähig zu Benzin-Fahrzeugen werden. McKinsey sagt laut „Welt“ dazu: „Diese Schwelle schien lange Zeit unerreichbar, doch sie ist mittlerweile in greifbare Entfernung gerückt.“

Aber: Bereits heute lässt sich ein Elektrofahrzeug wirtschaftlicher darstellen, als manch ein vergleichbarer Verbrenner, denn Steuerlast, eigener Strom, weniger Wartung, das sind nur 3 Beispiele, wo Elektrofahrzeuge vom Preis punkten.

Reichweite der E-Autos für Kunden immer noch das wichtigste

Es wird schon erwartet, das vergleichbar neue Technologien mit der Zeit günstiger werden. So wissen wir das von Smartphones, LCD / LED TV Geräten, von Computern und auch von Solarenergie. Genau diese Solarenergie wird von Mc Kinsey zum Vergleich heran gezogen. „Der Ausbau der Solarkraft ist heute tatsächlich 14 mal höher, als noch im Jahr 2000 von der Internationalen Energieagentur vorhergesagt.“

Neben sinkenden Kosten ist auch die Reichweite eines E-Autos für die Käufer von immenser Wichtigkeit. Hier haben die Autohersteller ebenfalls eine Verbesserung erzielt, mittlerweile schaffen es einige Modelle bereits auf 400 Kilometer am Stück. Im Moment punkten hier ganz klar ausländische Hersteller wie TESLA, aber auch KIA und Hyundai mit Ihren neuen Modellen NIRO und KONA, die noch in 2018 erhältlich sein sollen.

Werden die E-Autos für Käufer günstiger und somit eine echte Alternative zum Benziner, ziehen auch die Hersteller mit mehr Modellen nach, sagt die McKinseys Auswertung: „Die Palette kommt von allen großen Herstellern und umfasst sämtliche Fahrzeugklassen. Damit werden E-Autos für immer mehr Nutzergruppen attraktiv, was wieder die Nachfrage stimuliert.“

Vergleich zw. Benziner und Elektroauto. Bereits heute kann sich ein Elektroauto lohnen

Grenzwerte werden für Autobauer offenbar zum Risiko

Der politische Druck auf die Autohersteller wird immer größer, in Zukunft Alternativen zu bieten. EU-Regulierungen verlangen ab 2020, dass Autos im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Das passt den Automobilherstellern nicht. Sie fordern aktuell bereits wieder die Aufweichung der Grenzwerte. Aber warum ? Weil Sie mit Elektrofahrzeugen zögern und Elektrofahrzeuge, wie die von TESLA zunächst belächelt haben, bevor man die Konkurrenz nun ernst nimmt.  

Und erst kürzlich sind einige Plug in Hybrid Fahrzeuge von der Förderliste verschwunden. Diese erfüllen nämlich nicht die neuen Grenzwerte nach WLTP und haben einen zu hohen Schadstoffausstoss. Ein Problem ist jedoch, dass diese Werte laut McKinsey nur erzielt werden, „wenn batteriebetriebene Fahrzeuge den gleichen Stellenwert wie Plug-in-Hybride erhalten“.

Allerdings geben die Berater von McKinsey ebenso zu bedenken: „Die CO2-Bilanz eines E-Autos, das über den gesamten Lebenszyklus mit dem derzeitigen deutschen Strommix betrieben wird, ist nicht signifikant besser als die eines Autos mit effizientem Verbrennungsmotor.“ Abhilfe schaffe hier nur Ökostrom. 

Viele Verteilnetze sind auf diese Zusatzbelastung nicht vorbereitet

Wäre Deutschland denn überhaupt gerüstet, um die Nachfrage an E-Autos stemmen zu können?
McKinsey sieht das positiv: „Selbst ein Anteil von 40 Prozent E-Autos am deutschen Gesamtfuhrpark, der von den meisten Analysten erst in Jahrzehnten erwartet wird, würde die Stromnachfrage nur um circa 40 Terawattstunden oder weniger als zehn Prozent erhöhen“, zitiert die „Welt“ die Studienautoren.

Die Frage ist daher vielmehr, ob das Versorgungsnetz ausreichend ausgebaut ist. McKinsey sieht den Ausbau der Leistungsnetzes als äußert kostenintensiv an: „Viele Verteilnetze sind auf diese Zusatzbelastung nicht vorbereitet, ein entsprechender Ausbau wäre aufwendig und teuer.“

Während sich Deutschland auf das Lösen dieser Probleme vorbereitet, könnte ein Blick nach Norwegen helfen, denn das Land ist ein Musterbeispiel für die Einführung von E-Autos, auch wenn es hier Probleme gibt und gab, aber die Konsequenz hilft Norwegen heute dafür um so mehr.

Die Deutschen selbst, scheinen jedenfalls nicht abgeneigt, den nächsten Schritt in Sachen Elektromobilität zu gehen: „96 Prozent aller Deutschen wissen inzwischen um das Angebot an E-Modellen, 44 Prozent ziehen einen Kauf in Erwägung. Kommen zur bereits vorhandenen grundsätzlichen Kaufbereitschaft jetzt noch breitere und kostengünstigere Fahrzeugangebote, könnte dies der endgültige Durchbruch der Elektromobilität in Deutschland sein“, sagen die Experten von McKinsey.

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