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Energie: Wird der Strompreis wegen Elektroautos sinken ?

Immer mehr Neuwagen werden elektrisch. Dadurch stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen hat das auf das gesamte Energiesystem. Wird elektrische Energie teurer ? Eine Studie vom Frauenhofer Institut hat das untersucht

von Harald M. Depta | emobicon - Foto: enervie Hagen | Nissan Leaf

Eigentlich scheint es klar: Ist mehr Bedarf für ein Produkt wird der Preis steigen. Werden Fahrzeuge elektrisch, steigt dadurch der Strombedarf. Es muss mehr in die Infrastruktur investiert werden und man braucht mehr Kraftwerke. Soweit die Theorie. Studien einiger „Experten“ legten das in der Vergangenheit nahe. Nun scheint es aber so zu sein, das die Antwort anders, einfacher und genau das Gegenteil sein könnte.

Ein Szenario von 4 Millionen elektrischen PKW in 2030

Nach einem Szenario des Fraunhofer ISI in Karlsruhe sind zwar Investitionen in die Stromnetze nötig, aber in der Summe werden die Preise sinken. Eine Analyse 

Die Annahme das heute und sofort alles in der Mobilität elektrifiziert wird, wie manche behaupten und damit dann ein Horrorszenarium aufbauen ist völlig daneben gegriffen. Es ist weder realistisch noch möglich. Deshalb haben die Forscher für Ihre Berechnungen das Jahr 2030 gewählt, da dann die Transformation des Energiesystems „voraussichtlich weit fortgeschritten“ sei. Man geht dann von einer ausreichenden Verbreitung von Elektroautos und Sektorkopplungstechnologien wie etwa Wärmepumpen aus. In 2030 könnten, so die Forscher rund vier Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Das entspricht etwa 10 Prozent aller PKW. Diese haben dann einen Strombedarf von etwa 11,6 Terrawattstunden (TWh).

Die Annahme und die Mythen, das Die Szenarien der Studie haben einige Posten aufgelistet, die in der Tat den Strompreis ansteigen lassen. Mit höheren variablen Kosten der Kraftwerke durch den Gesamtstrombedarf, höheren Netznutzungsentgelten geht man von regional unterschiedlichen Kostenstrukturen aus. Aber auch Kosten, die sinken spielen eine Rolle. So wird durch eine bessere Auslastung des teuren Stromnetzes der Stromkosten gedrückt, was die Gesamtkosten und damit den Strompreis sinken lässt. 

Unkontrolliertes Aufladen verursacht höhere Kosten

Ein wichtiger Punkt in den Szenario muss aber das Aufladen der Fahrzeuge sein. Denn, je höher die Ladeleistung, je grösser die Ansprüche an das Netz bis in die letzte Strasse. Das sind die Herausforderungen der Zukunft. Es kommt also auf das „richtige“ Laden an. Bei geringerer Ladeleistung oder einer gesteuerten Ladung mit einem passenden Lademanagement der Elektrofahrzeuge, würden in der Regel keine zusätzlichen Netzinvestitionen anfallen. Die „geringe“ Ladeleistung definieren die Autoren mit 11 Kilowatt (kW) – eine technische Begrenzung der Ladeleistung auf diesen Wert könne laut der Untersuchung sinnvoll sein. 

Selbst weniger, also 3,7 kWh Ladeleistung pro Stunde, sind aus unserer Sicht heute oft ausreichend. In der Studie wurden demnach 3,7, 11 und 22 kW durchgerechnet. Damit ist klar, das Netzinvestionen und damit höhere Kosten nur nötig wären, wenn Ladeszenarien nicht ausreichend berücksichtigt werden. Das Aufladen von Elektrofahrzeugen lässt sich bereits heute planen und wird in der Zukunft wichtiger sein. Nur derjenige, der unkontrolliert lädt, wird künftig höhere Kosten haben (müssen).

Wenn viele kontrolliert laden hat es zur Folge, dass das Stromnetz besser ausgelastet ist. Also auch das eines der Mythen, dass das Stromnetz zusammenbrechen würde, wenn alle auf einmal laden. Ladeleistungen lassen sich heute per Lademanagement ganz leicht steuern, ohne das man Probleme bekommt und ein Fahrzeug nicht oder unzureichend geladen werden kann. Damit kann man die Belastungen im Netz, aber auch an  jedem Standort netzsicher und stabil gestalten. 

Sinkende Strompreise wären möglich

Gesteuertes Beladen würde dazu führen, dass Mehrkosten auf Seiten der Stromerzeugung niedriger ausfallen, weil dann der Ladevorgang in Zeiten verschoben wird, in denen Strom günstig zu Verfügung steht.

Netzbetreiber wie Westnetz bieten aktuell sogar an, das man einen Netzanschluss gratis zur Verfügung gestellt bekommt. Allerdings stellt der Betreiber die Bedingung, das dieser den Ladevorgang steuert, in dem er nach Netzauslastung vorgibt, wann ein Ladevorgang startet. Ganz klar. Lastspitzen werden vermieden und die Kosten gesenkt. 

Die Studie geht davon aus, das in der Summe die Strompreise für deutsche Haushalte um bis zu vier Prozent gesenkt werden können. Dafür sei es aber entscheidend, dass bei der Strompreisregulierung die möglichen positiven Effekte der Elektromobilität künftig zu berücksichtigen sind. Nur so können die durch die Elektromobilität potenziell sinkenden Strompreise auch bei den Haushalten in Deutschland ankommen und für sinkende Preise sorgen.

Mögliche und gelegentliche Schnellladungen von mindestens 50 kW haben die Autoren der Studie in der Berechnung nicht berücksichtigt, da die aller Voraussicht nach ans Mittelspannungsnetz und nicht an das für Haushalte relevante Niederspannungsnetz angeschlossen werden.

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