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Streetscooter: Die Post stellt das Fahrzeug auf den Prüfstand

Streetscooter steht auf dem Prüfstand. Das erklärte das Mutterunternehmen Deutsche Post, nachdem in der vergangenen Woche der letzte Streetscooter-Gründer das Unternehmen verlassen hatte.

VON THORSTEN BÄR | EMOBICON - COVER BILD: EMOBICON

Noch hält sich die Deutsche Post mit Blick auf die Zukunft vom Streetscooter bedeckt. „Wir prüfen, wie sich Streetscooter gut und profitabel weiterentwickeln kann“. Dabei gibt es unterschiedliche Optionen. „Wir werden im Verlauf dieses Jahres schauen, wo wir hinwollen“, sagte die Finanzchefin des Dax-Konzerns, Melanie Kreis, der „Süddeutschen Zeitung“  und bestätigte damit die jüngsten Aussagen von Unternehmenschef Frank Appel. Der Streetscooter sei zunächst einmal ein wichtiges Betriebsmittel. „Wir haben inzwischen mehr als 9.000 erfolgreich im Einsatz, das ist gut für die Umwelt. Es gibt auch externes Interesse an Streetscootern.“

Jetzt ist bekannt geworden, dass die Post-Tochter Streetscooter künftig ohne einen der Gründer des Elektroauto-Herstellers klarkommen muss. Auch Achim Kampker hat das Unternehmen verlassen. Der Abschied des letzten Gründers, rückwirkend zum 1. April sei „aus eigenem Wunsch und aus persönlichen Gründen“ geschehen. Achim Kampker kehrt als Professor an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen zurück. Weiter heisst es: Im Zuge der bereits bestehenden Kooperation mit der Hochschule werde man aber künftig weiter mit ihm zusammenarbeiten. Streetscooter war im Jahr 2010 von Professoren der RWTH gegründet worden, unter ihnen Achim Kampker.

Im Jahr 2014 kaufte die Deutsche Post die Firma, um ihre Flotte mit eigenen Elektrotransportern klimaschonender zu gestalten. Die Post scheiterte in dem Versuch von etablierten Herstellern wie Daimler oder Volkswagen elektrisch betriebene Transporter zu bekommen. Während Mitgründer wie der heutige Chef des Elektroauto-Start-ups e.Go, Günther Schuh, von Bord gingen, blieb Kampker bis zuletzt als Streetscooter-Chef am Steuer der Aachener Firma. Anfang März ging es für ihn aber in der Hierarchie eine Stufe tiefer. Seinen Chefposten räumte er für den Manager Jörg Sommer vom amerikanischen Elektro-Nutzfahrzeugshersteller Chanje. Kampker wechselte auf den Posten des Streetscooter-Innovationschefs.

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Rund 500 Mitarbeiter arbeiten zur Zeit für Streetscooter in der Aachener Zentrale. An zwei Werken – ebenfalls in Aachen und in Düren – sind zudem insgesamt rund 500 Mitarbeiter von externen Firmen tätig, die im Auftrag von Streetscooter die Fahrzeuge fertigen. Zudem baut die Firma in Zusammenarbeit mit Ford in Köln einen großen Elektro-Transporter. Der E-Transporter galt lange Zeit als Vorzeigeprojekt der Deutschen Post, das der Konzern mit viel PR-Maßnahmen begleitete.

Viel Lob gibt es immer noch dafür, das die Deutsche Post mit dem Streetscooter auch einen grossen Anteil daran hat, das Elektromobilität sichtbar geworden ist. Eine Weiterentwicklung ist derzeit im Gespräch, kostet aber sehr viel geld. Was wir wissen ist, das man derzeit an einer veränderten Ladeleistung am Fahrzeug Arbeit und es bald eine Klimaanlage an Bord geben wird. 

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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