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Stellt die Weichen endlich auf Elektromobilität !

Alte Diesel sollen nun doch nachgerüstet werden. 3 Jahre nach dem VW Abgasskandal will man nun endlich aktiv werden. Nachhaltiger wäre aber eine stärkere Förderung der Elektromobilität – vor allem beim Lieferverkehr

von Heide | emobicon

Es wird gestritten, ausgesessen und nur einer geschützt: Die Automobilindustrie. Sie kündigt weiter an, aber auf der Strasse sind bislang wenig elektrische Fahrzeuge. Es ist erschreckend und ernüchternd zu erleben, wie man sich um Themen windet und nichts konkretes liefert. Die Verunsicherung steigt, aber auch die Resignation auf vielen Ebenen. Warum schützt man immer noch eine Technologie, die in vielen Fahrzeugklassen sterben wird ?

Nach der Uneinigkeit die Überraschung ?

Ist die Debatte nun doch entschieden ? Nach monatelangen Diskussionen um die Nachrüstung von Dieselautos in deutschen Großstädten schwenkt die Bundesregierung um. Sagt Sie.

Softwareupdates, behauptet die Automobilindustrie, sei das Mass aller Dinge. Dagegen sagen Experten, das nur Hardwarenachrüstungen wirklich was nützen, um Fahrverbote in den Metropolen zu verhindern. 

Das jedenfalls dürfte in jenem Konzept stehen, das Verkehrsminister Andreas Scheuer auf Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Woche vorlegen will.

Die Entscheidung ist dennoch überraschend, weil in Wirklichkeit Uneinigkeit herrscht. Doch angesichts der drohenden Fahrverbote in Metropolen wie Frankfurt und München ist der Druck mittlerweile so hoch, dass die Politik handeln muss. Jahrelang hat die Autoindustrie die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß der Stickoxidbelastungen von Diesel-Motoren an der Nase herumgeführt. Klar ist aber auch: Der nachträgliche Einbau von Filtern in alten Diesel-Modellen wird teuer.

Und auch rechtlich bewegt sich die Politik auf dünnem Eis, wenn sie die Zwangsumrüstung von Autos verlangt, die seit Jahren mit legaler Zulassung unterwegs sind. Aber der Autoindustrie wird das alles nichts nützen: Grenzwerte und geltendes Recht müssen eingehalten werden. Die Industrie wird umrüsten und zahlen, bevor Tausende von Pendlern an der Stadtgrenze von Frankfurt und München stehen bleiben müssen.

Lösungen für saubere Luft und weniger Lärm

Dabei ist ein anderer Hebel viel größer, um die Luft in unseren Städten besser zu machen. Jeden Tag werden in unseren Städten millionenfach Pakete ausgefahren, Supermärkte beliefert und wird Müll abgeholt. Fast immer tuckert ein Diesel unter der Haube, oft im Stau und gern im Standbetrieb. Ökologisch und ökonomisch ist das ein Wahnsinn und wird auch immer weniger akzeptiert.

Neben dem Lärm, den Laster und Transporter erzeugen, sind die Emissionen das grosse Problem.

Mögliche Lösungen werden nun auf der IAA in Hannover vorgestellt und diskutiert. Viele Beteiligte sind hier gefragt und gefordert. Städte, Gemeinden, Logistiker und die Autoindustrie.. Sie alle müssen alles daran setzen, das die riesige Fahrzeugflotte endlich zu alternativen Antrieben findet. 

Tatsächlich sind die Voraussetzungen für Elektroantriebe bei den Lieferverkehren viel besser als bei Privatautos. Denn die großen Hürden der Elektromobilität, die noch vermeindlich geringe Reichweite, die immer genannt wird, lassen sich im gewerblichen Verkehr einfacher überwinden. Es gibt Lösungen, die es zu besprechen und zu überwinden gilt.

Der Markt ist reif - der Bedarf riesig

Klare Routenstrukturen geben Planungssicherheit. Das ist im gewerblichen Verkehr fast immer darstellbar. Selten gibt es Ausnahmen und selten gibt es im Nahbereich längere Strecken als 150 km. Dann gehts in der Regel zurück zum Betriebshof, wo man dann wieder aufladen kann. Anders als in engen Wohngebieten finden sich hier Flächen für das Laden der großen Logistikflotten.

Das Problem: Bislang kann die Industrie kaum elektrifizierte Vans oder Busse liefern. Dass sich die Deutsche Post ihre Elektrolaster „Streetscooter“ mittlerweile selbst baut, ist für die führenden Anbieter Volkswagen und Mercedes peinlich. Viel zu lange hielten die Marktführer die Entwicklung der Elektrovans zurück, um ihr etabliertes Geschäft mit Dieselmotoren nicht zu gefährden.
 
Das Argument, der Markt sei bislang noch nicht reif gewesen, ist angesichts des Markterfolgs des „Streetscooters“ als Ausrede entlarvt. Der kleine Post-Lieferwagen ist einfach, robust und praktisch, mittlerweile nutzen ihn auch Handwerker und Bäcker. 
 
Immerhin werden bei VW und Daimler jetzt Milliarden in die Hand genommen, um Transporter mit Elektroantrieben auszurüsten. Es gibt sie aber bereits –  die Lösungen, die der Markt braucht. Nur das was bislang bekannt ist, sind ernüchternde Fakten zu den Fahrzeugen, wie eCrafter, eVito und Co. Nicht der grosse Wurf und viele sehen auch diese Modelle eher wieder als Notlösungen der Hersteller an.
 
Stellen die Großen der Branche ihre Produktion um, werden die Preise sinken. Die Messe in Hannover wird den Umschwung der Branche einleiten. Nur Volkswagen versteht es, trotz Milliardengewinnen eine Kerbe in die Thematik zu werfen, die für viel Gelächter, aber auch Unverständnis sorgt.

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Es gibt sie bereits, aber es ist kaum bekannt: Elektro-Transporter.
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Fotos: fimenauto.de

Jetzt ist auch die Politik gefordert

Diesen Trend muss die Politik jetzt aufnehmen: Visionäre Städte fangen jetzt an, in diese Infrastruktur zu investieren, die Ladeinfrastruktur auszubauen und die Busflotten umzustellen. Wer es schafft, die Lieferverkehre und den öffentlichen Nahverkehr auf Strom umzustellen, gewinnt auf allen Ebenen. 

Durch die geräuschlose Fahrt können Supermärkte und Wohngebiete auch nachts beliefert werden, der Verkehr in den Stoßzeiten wird entzerrt. Die Luft wird sauberer, der Lärm reduziert. Denn das Verständnis für das Aussitzen der Politik, der Verzögerungen der Automobilbauer sinkt rapide. Viel zu lang hat man gewartet und auf was man gewartet hat weiss man offenbar selbst nicht mehr.

Man reagiert viel zu spät - immer noch !

Saubere Luft und weniger Lärm machen Städte attraktiv. Mehr noch: Die ökologische Qualität von Städten und Wohngebieten bei gleichzeitiger Wahrung der individuellen Mobilität wird im kommenden Jahrzehnt ein Standortvorteil. 

Dafür braucht man politischen und unternehmerischen Mut, jenseits der Symbolik. Eine Milliarde Euro wollen Industrie und Politik über einen „Dieselfonds“ in elektrische Busse und clevere Ampelschaltungen investieren.

Doch noch fließt das Geld kaum, und die Projekte sind überschaubar. Es war der mittlerweile abgelöste VW-Chef Matthias Müller, der den Vorschlag ins Spiel brachte, die Dieselsubventionen zugunsten der Elektromobilität umzuschichten.  Warum haben Hersteller bei den Milliardengewinnen, die auch durch den offensichtlichen Betrug erwirtschaftet wurden nicht genutzt, um schneller und nachhaltiger auf eine Ladeinfrastruktur zu setzen, ähnlich wie TESLA das seit Jahren vormacht ?  

Die Zeit ist reif – überreif, wenn es um Elektromobilität geht. Da hilft es auch nicht, wenn man auf der einen Seite jahrelang Ankündigungen macht, aber im gleichen Kontakt Widersprüche verbreitet. Sowohl auf der politischen Ebene, noch bei der Automobilindustrie !

Ein Gedanke zu „Stellt die Weichen endlich auf Elektromobilität !

  1. Was mich schon lange wundert, aber die Antwort ich mir schon denken kann.
    Aber warum fragen Sie nicht einen Bekannten, einen Rollstuhlfahrer aus der Politik? Fangen Sie doch so an! Die noch gehen können wären so mit dem Thema vorerst nicht belastet, könnten aber schon in Ihren Überlegungen mit einbezogen werden

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