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Reaktion: Chef von Niedersachsenmetall legt nach

Es war und ist eine grosse Debatte. Mit deutlicher Kritik wurden seine falschen Informationen widerlegt. Jetzt legt Volker Schmidt nach und zeigt sich verwundert über die Reaktionen

von Harald M. Depta | emobicon - Bild: HAZ

Vor einigen Wochen wurde ein Interview veröffentlicht, in dem Volker Schmidt, Chef von Gesamtmetall Niedersachsen, viele falsche Informationen zur Elektromobilität wiedergab, die auf deutliche Kritik gestossen sind. In dem Interview hält er „E-Mobilität für die klimaschädlichste Antriebsart“ Jetzt hat er reagiert und legt noch einmal nach. 

Der, nach seinen eigenen Angaben, meist gelesene Artikel der Internetseite, löste eine Debatte aus. Man hat ganz offensichtlich den Nerv getroffen. Zudem findet er die Reaktionen bemerkenswert. 

Er geht nicht auf seine Widersprüche und Falschaussagen ein

Wie zu erwarten, haben seine Aussagen neben Lob, auch viel Kritik ausgelöst. „Die professionelle PR-und Lobbyarbeit der deutschen Autoindustrie zum Thema Elektroauto funktioniert wie ein ölgeschmiertes Getriebe“, heißt es in einem Beitrag. 

Robin Engelhardt hat in einem postfaktischen Interview, den wir als Gastbeitrag veröffentlichen durften, auf viele falsche Informationen und Quellen von Volker Schmidt hingewiesen. Zurecht widerspricht Robin den Aussagen des Interviews. Wir schliessen uns  der Kritik, wegen falscher Informationen, an !

Auch wir haben deutliche Reaktionen erhalten und auch bei uns und mit uns gab es zahlreiche Diskussionen. Unser Telefon klingt bis heute und in rund 80 e-mails haben wir noch einmal weitere  Argumente geliefert.

Schmidt verteidigt seine Falschaussagen

Ein zentraler Vorwurf der Kritik aus dem Interview ist die benannte schlechte Ökobilanz von Elektrofahrzeugen. Hier nimmt man falsche Daten und Fakten, die längst widerlegt sind. Weitere benannte „Fakten“ erweisen sich als falsch. So stimmen Hochrechnungen und Vergleiche nicht und das Thema „Erneuerbare Energie“ wird völlig falsch dargestellt. 

Nun legt Volker Schmidt nach und sieht sich weiterhin im Recht. Er sieht die aktuelle Batterietechnik für problematisch: „Wir sind nicht gegen die Elektromobilität grundsätzlich. Sie wird ein fester Bestandteil der Zukunft des Individualverkehrs sein. Wogegen wir uns wehren, ist das Greenwashing gerade der Lithium-Ionen-Technologie“, weiter heisst es: “ Deutschland dürfe bei der Frage der Elektromobilität nicht blauäugig sein. Führende Automanager sähen die Lithium-Ionen-Batterie als Brückentechnologie“ so Schmidt in der SVZ. Volker Schmidt kommt auch zu einem Fazit: „Sie ist teuer, klimapolitisch umstritten und ihre Reichweite ist technologisch begrenzt“.

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Tatsachen werden vermischt - Schuld sind die, die Recht bekommen

In der ganzen Debatte und in den Reaktionen sieht Schmidt aber auch was positives: „Wenn durch unsere Aussagen die Debatte wieder neuer Schwung bekommt, ist das sehr erfreulich. Es ist doch nur recht und billig, wenn in der öffentlichen Diskussion auch die Frage gestellt wird, ob die Heftigkeit der Erregung überhaupt gerechtfertigt ist“. Dann legt er sich sogar mit der Deutschen Umwelthilfe an: 

„Auf der einen Seite steht die DUH mit ihrem Feldzug gegen den Individualverkehr und ihren Aussagen über die angeblich so verpestete Luft in Deutschland. Auf der anderen Seite stehen allenfalls marginale Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden, nicht nur in Niedersachsen, und namhafte Toxikologen und Lungenfachärzte, die jegliche Gesundheitsgefährdung durch diese Emissionen komplett ausschließen, und die Zahlen des Umweltbundesamtes, die ganz klar besagen: die Luft in Deutschland war noch nie so sauber wie heute. 

Dass die DUH einen „ideologiegeladenen Feldzug“ führe, zeige doch, wenn sich ihr Geschäftsführer Jürgen Resch „ernsthaft das Recht, in den USA Waffen zu tragen, vergleicht mit dem Recht, in Deutschland die Autobahn zu benutzen.“ Wir gehen davon aus, dass diese Reaktion nicht die letzte sein wird.

Unser Fazit

Schmidt vermischt eine Menge. Nicht nur erneut seine Aussagen, die längst widerlegt sind, sondern vor allem erkennt er den Kern nicht. Er gibt einer Organisation Schuld, obwohl die Automobilindustrie Schuld hat. Denn die Deutsche Umwelthilfe bekommt nur Recht, weil Sie Recht hat. Grenzwerte gibt es nicht erst seit gestern, sondern schon viele Jahre. Er tut so, als sei alles normal und Bedarf keiner Reaktion und ganz offensichtlich ist er dafür, das geltendes Recht nicht zählt.

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Quelle: SVZ.de ©2019

4 Gedanken zu „Reaktion: Chef von Niedersachsenmetall legt nach

  1. Diesen reaktionären Menschen ist mit Ihrer begrenzten intellektuellen Möglichkeiten nicht klar, dass sie damit ihre eigene Industrie zerstören. Wenn es keine deutschen E-Autos gibt, kauft man eben andere. Ich war lange überzeugter Mercedes-Fahrer. Bis beim fälligen Auto-Wechsel 2015 mir eine C-Klasse PlugIn-Hybrid mit einer E-Reichweite von 30km (real 18km) angeboten wurde. Ich bin entsetzt zu Volvo V60 mit 50km (real 45km) gewechselt. Meine Frau ist 2017 zu Renault Zoe gewechselt. Und ich werde im April zu Tesla Model 3 wechseln. Schade, ich wäre lieber bei deutschen Herstellern geblieben.

    1. Hallo Herr Strehlke,

      das Problem sind Angaben und Realität. Hybride sind kritisch zu betrachten und wirklich nur in Ausnahmefällen empfehlenswert. Man meint sich „Sicherheit“ zu kaufen. Dabei ist das eher „Faulheit“ und dazu ist es noch ziemlich teuer und wirkungslos.

      Wir schauen was in der Zukunft passieren wird

      1. Nach 4 Jahren PlugIn-Erfahrung kann ich da völlig zustimmen. Zu teuer, zu komplex und zu schwer. Zu meiner Entlastung kann ich anführen, dass es im Januar 2015 noch keine wirkliche vollelektrische Alternative außer Tesla Model S gab. Und für Newcomer in der E-Mobility kann ich das auch mit Abstrichen akzeptieren, um sich an die neue Mobilität zu gewöhnen. Mein Eindruck aus vielen, vielen Gesprächen ist, dass der schlagartige Umstieg auf die Voll-Elektrizität für viele Menschen einfach zu groß ist.

        1. Hallo Herr Strehlke,

          Angst zu haben, Unsicherheit zu spüren ist das eine. Dummes Zeug zu verbreiten um sich seine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen das andere. Funktioniert nur nicht.

          Hybride sind für die Unsicheren gedacht, aber man kann nicht auf eMobilität schimpfen, sie sei zu teuer, wenn man wie bei vielen Hybride fährt, die noch teurer sind.

          JETZT kann man Umsteigern. 2015, gebe ich ihnen recht, war die Welt der eMobile noch viel kleiner

          Gruss H.M. Depta | emobicon

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