BundesregierungeMobilitätFörderung ElektromobilitätLadeinfrastrukturNewsWallbox

Wallbox: Private Lademöglichkeiten sollen schneller möglich werden

Wallbox: Private Lademöglichkeiten sollen schneller möglich werden | emobicon

Immer wieder hören wir von Problemen wenn es um den Aufbau einer privaten Wallbox geht. Rechtliche Hürden im Wohnrecht verhindern dadurch die Elektromobilität. Das soll sich nun ändern.

von Stefan Blome | emobicon - CoverBild: emobicon

Um Elektromobilität attraktiv und alltagstauglich zu machen muss der Bau von privaten Ladestation für Elektroautos erleichtert werden. Das Justizministerium plant nun endlich Erleichterungen im Wohneigentumsrecht. Es geht darum Elektromobilität zu fördern. Dazu sind mehr private Ladestationen nötig. Im Kern ist ein Rechtsanspruch für Wohneigentümer und Mieter vorgesehen, eine Ladestation zu errichten. Bisher gibt es dafür hohe Hürden.

Nun soll endlich, auf Basis eines Abschlussberichts einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, bis zum Jahresende ein Gesetzentwurf erarbeitet werden. Die Neuregelungen könnten allerdings erst bis Ende 2020 in Kraft treten. Möglicherweise soll auch die Barrierefreiheit gefördert werden.  Viel zu spät das Ganze, so Kritiker und Experten.

Ein Anspruch soll kommen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte dazu: „Wir werden bauliche Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität erleichtern. Eigentümer und Mieter brauchen ein Recht auf Einbau von Ladestationen. Nur mit flächendeckender Ladeinfrastruktur wird die Wende zur Elektromobilität gelingen.“

In der Tat sind die aktuellen Regelungen ein grosser Bremsschuh. So kann in einer Eigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäule aufstellen, wenn alle anderen einwilligen. Zudem kann in einem Mietshaus der Vermieter den Bau einer Ladesäule verweigern. Es gibt offensichtlich viele, denen genau das passiert. Wir von emobicon leisten hier, wenn möglich, immer auch Abhilfe durch Aufklärung. 

Das neue Gesetze sieht nun vor, dass künftig jeder Wohneigentümer oder Mieter einen Anspruch darauf hat, wenn er eine Ladestation errichten will – etwa in einer Tiefgarage oder Garage. Eine pauschale Ablehnung, wie sie heute oft kommt, darf es künftig nicht mehr geben.

Private Einigung ist immer noch die beste Lösung

So sollen Mieter dann mit ihrem Vermieter sprechen, der diesen Wunsch in die Eigentümergemeinschaft einbringt. Diese muss dann den Bau einer Station beschließen. Würde erneut verweigert werden, müsste dieses Recht eingeklagt werden. Dieses Verfahren soll auch dann gelten, wenn Wohneigentümer eine Ladestation errichten wollen. Die Kosten für eine Station soll der jeweilige Wohneigentümer oder der Mieter übernehmen.

Und hier sehen wir von emobicon wieder das nächste Problem, denn die technischen Möglichkeiten sind vielfältig und eine einzelne Station mit dem technischen Anschluss kann ziemlich teuer werden. Deshalb sehen wir es als sinnvoll an, dass mehrere Mieter oder Eigentümer eine gemeinsame Lösung für eine private Infrastruktur suchen. Vor allem im Hinblick auf den Kostenfaktor, der sich ganz anders darstellen lässt und bei mehreren Stationen am selben Standort erheblich günstiger ist. 

Ausserdem kann man mit entsprechenden Förderungen für die private Ladeinfrastruktur weitere Kosten sparen.

Private Ladeinfrastruktur ist entscheidend für die Elektromobilität

Der Druck ist hoch – die Zeit überreif.. So hatten Branchenverbände schon länger gefordert, das die Hemmnisse abgebaut werden. Wie sooft verzögert diese Gesetzesnovelle den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur und verhindert auch damit den Einstieg in die Elektromobilität. Eine Änderung des bestehenden rechtes würde Klarheit und vor allem Sicherheit für Mieter und Eigentümer bedeuten. 

Klar ist: Der Aufbau der privaten Ladeinfrastruktur ist entscheidend zum Gelingen der Verkehrs und Mobilitätswende hin zur Elektromobilität. Nur dann wird man sich privat einen Stromer anschaffen. Wir wissen, dass die meisten Ladevorgänge privat durchgeführt werden. Immerhin rund 80 Prozent. Auch deshalb ist der Abbau der Hemmnisse hier unbedingt erforderlich.

Immerhin steigt aktuell die Anzahl von öffentlicher Ladeinfrastruktur und die Anzahl von Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen war zuletzt spürbar gestiegen – wenn auch noch auf niedrigem Niveau. Ausserdem wird es immer wichtiger mehr Elektrofahrzeuge auf die Strassen zu bringen, um die strengeren CO2-Grenzwerte bis 2030 einhalten können. 

Quelle: dpa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.