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Studie: Preise von Elektrofahrzeugen schrecken immer noch ab

Der Consors Finanz Automobilbarometer 2019 hat in einer Studie festgestellt, dass für die Mehrzahl der Verbraucher das Elektroauto immer noch zu teuer ist. Bei den Betriebskosten punkten sie hingegen gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.

von Thorsten Bär | emobicon - CoverBild: emobicon

Die vermeintlichen Kosten eines Elektrofahrzeuges gehören zu den grossen Mythen geht. Wie man es auch immer drehen mag. Im Zeichen von Klimawandel und der Notwendigkeit von Veränderungen bei Energie, Verkehr und Mobilität ist die Kaufentscheidung immer noch vom Geldbeutel abhängig. Die Kosten, so scheint es, machen den Ausschlag. Man kann es aber auch nicht oft genug sagen: Die Annahme ist falsch, dass ein Elektrofahrzeug pauschal gesehen teurer ist, als ein Fahrzeug mit verbrennungsmotor.

Aufklärung dringend nötig

Nach dem Automobilbarometer 2019 von Consors Finanz ist bislang für 60 Prozent der Konsumenten weltweit der Preis der Hauptgrund, sich gegen die alternative Antriebstechnik zu entscheiden. In Deutschland sind es demnach sogar 70 Prozent. Nur 24 Prozent (Deutschland 26 Prozent) wären bereit, zwischen zehn und 30 Prozent mehr zu zahlen als für einen herkömmlichen Wagen.

Das bedeutet für uns: Weiter aufklären, denn emobicon fährt seit Jahren ausschliesslich elektrisch. Und das kostengünstiger im laufenden Betrieb, als mit Verbrennungsmotor.

„Das Bild, dass Elektroautos immer noch teurer sind als Benziner oder Diesel, scheint fest in der Vorstellung der Verbraucher verankert zu sein“ so analysiert das  Bernd Brauer, Head of Automotive Financial Services. Diese Meinung stützten die Zahlen. Demnach sehen das 85 Prozent der Befragten weltweit und 92 Prozent in Deutschland. Erschreckend.

Kostenvorteil Elektroauto scheint klar zu sein

Klar ist aber: Es geht im Wesentlichen um den Anschaffungspreis und nicht um die Betriebskosten eines Fahrzeuges. Zumindest scheint es vielen klar zu sein, dass Fahren mit Benzin oder Dieselantrieb teurer ist, als mit Elektromotor. 68 Prozent der Befragten haben die Aussage bestätigt, dass ein Elektroauto weniger Instandhaltung braucht als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor (Deutschland: 56 Prozent). 

Immerhin 76 Prozent schätzen die geringen Betriebskosten eines Stromers (Deutschland: 66 Prozent). In der Befragung ging es auch um weitere Annahmen. So glaubt man das der Wiederverkaufswert noch nicht stimmt, denn die Entwicklung eines Gebrauchtwagenmarktes läuft ja noch. Man fühlt sich hierbei noch schlecht informiert. Auch das lässt sie zögern.

Norweger sind entspannter in der Elektromobilität

Eine Ausnahme in der Befragung ist sicherlich Norwegen. Das könnte auch daran liegen, das man mit höheren Subventionen und der inzwischen Normalität bei der Elektromobilität im Alltag entspannter damit umgeht. So sind 40 Prozent der Norweger der Ansicht, dass das Elektroauto unter Berücksichtigung sämtlicher Kosten (Erwerb und Nutzung) und des Wiederverkaufswerts teurer als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist.

Klarheit muss geschaffen werden

Klar ist: Wir stecken noch mitten drin in der Aufklärungsarbeit. Dabei helfe vor allem, die potenziellen Kunden in die Lage zu versetzen, eigene Erfahrungen zu machen und sich umfassend informieren zu können. Klar ist aber: Der Verbraucher ist gefragt, denn er muss sich mehr mit dem Thema beschäftigen. So müsste man klar unterscheiden, wie man Kostenaufwand und Nutzen für die Umwelt definiert. 

Befragung in 16 Ländern

Das Automobilbarometer International wird jährlich von Consors Finanz herausgegeben. Die Verbraucherstudie wurde durch Harris Interactive in 16 Ländern durchgeführt: Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Mexiko, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Südafrika, der Türkei und den USA. Insgesamt wurden über 10.600 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt (Online-Befragung über CAWI). Diese Personen wurden aus einer repräsentativen nationalen Stichprobe des jeweiligen Landes ausgewählt. (AH)

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