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Opel: Händler wehren sich gegen Quote beim Vertrieb von Elektrofahrzeugen

Opel: Händler wehren sich gegen Quote beim Vertrieb von Elektrofahrzeugen | emobicon

Hersteller sind wegen möglicher Strafzahlungen ab 2020 beim Flottenverbrauch unter Druck und wollen diesen offensichtlich an die Händler weiter reichen. So will Opel seine Vertragshändler zu einer Elektroquote zwingen. Die wehren sich

von Heide Simon | emobicon - CoverBild: emobicon

Der Unmut bei den Händlern ist hoch. Sie sind wütend. Sie wollen nicht gezwungen werden und weil es mehr Fragen als Antworten vom Hersteller gibt wehren sich die Opel Händler jetzt. Um was geht es eigentlich genau? Es geht um den durchschnittlichen Flottenverbrauch der Neuwagen eines Herstellers, in diesem Fall Opel, eine Tochter des französischen PSA Konzerns. Wenn der durchschnittliche Flottenverbrauch aller verkauften Fahrzeuge zu hoch ist, drohen dem Hersteller ab nächstem Jahr Milliarden Euro Strafzahlungen. Mehr verkaufte Elektrofahrzeuge senken den Flottenverbrauch von Neuwagen. Nur wo sind die Elektroautos dazu, die verkauft werden sollen?

Die Idee der Opel Handelsorganisation: Ab 2020 gibt es eine neue Vertriebsrichtlinie „Commercial Policy“ genannt. So sollen CO2 Ausstoß abhängige Monatsziele definiert werden. Jeder Händler soll demnach  verpflichtet werden, acht Prozent seines Monatsziels mit Elektrofahrzeugen zu erfüllen. Bei den aktuell verfügbaren elektrischen oder teilelektrischen Fahrzeugen heisst das ca. drei Prozent Corsa-e und fünf Prozent Grandland Hybrid. Eine mögliche Strafe sieht dann vor, dass es keinen Qualitätsbonus gibt, wenn die Quote nicht erfüllt wird. Die Händler wollen das natürlich nicht akzeptieren. 

Nachdem die französische PSA Gruppe den deutschen Hersteller OPEL übernommen hat, will man mit aller Macht vor allem schnell in die Gewinnzone zurückkehren. Der e-Corsa ist zudem ein Hoffnungsträger und wird etwa zeitgleich wie das fast baugleiche Peugeot Modell e- 208 auf den Markt kommen.

Das die Hersteller jetzt Druck machen ist klar, denn nur eine bestimmte Anzahl verkaufter Elektromodelle kann Sie vor Strafen schützen. Nur die Händler scheinen wenig auf das Thema Elektromobilität vorbereitet zu sein. 

Die Händler wehren sich und behaupten nun: Es gibt keine Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Stimmt das ? Demnach ist der Händlerverband der Meinung, dass die Elektroquote angesichts der fehlenden Nachfrage derzeit nicht zu erreichen ist. Hinzu kommt, dass die Preisgestaltung für Corsa-e und Grandland PHEV nicht marktgerecht sei. Bekannt ist demnach bereits, das ein e-Corsa mit einer Leasingrate von 299 Euro zuzüglich einer Leasingsonderzahlung von 4.194 Euro vermarktet werden soll. So glaubt man bei den Opel Händlern, dass das „schlichtweg nicht vermittelbar“ ist,  heißt es in einem Rundschreiben des Opel-Händlerverbandes (VDOH) das der Zeitschrift AUTOHAUS vorliegen soll.

Der VDOH macht aber auch eine andere Rechnung auf: Demnach dürften Händler, die zum Beispiel grössere Verbrennungsfahrzeuge verkaufen ein Problem bekommen. Das liegt daran, dass sie dann eine Kürzung der Bonusvergütung fürchten müssen. Auch deshalb wird befürchtet, dass die Händler gezwungen sind, mit fast dem kompletten Zielerfüllungsbonus den Absatz von Elektro-  und Hybridfahrzeugen zu subventionieren, um die Zulassungsziele zu erreichen. 

Aufgeben will offensichtlich keiner. Sowohl Hersteller OPEL als auch der Händlerverband wollen aber weiter miteinander sprechen und eine Lösung suchen, die beide Auffassung verbindet. Opel weiss: Ohne seine Händler geht es nicht und Opel weiss auch, dass die Händler mit der Übernahme durch PSA seinen Händlern viel zugemutet worden war. Wir werden unsere Forderungen durchsetzen, so die Händlerorganisation.

Quelle: Autohaus

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