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Energie: Die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes

Energie: Die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes | emobicon

Voraussichtlich noch im Oktober wird das neu gefasste Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) in Kraft treten. Der Bundesrat hatte bei dieser Novelle keine Einwände gegen diesen Entwurf.

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon
Ziel der Maßnahmen nach diesem Gesetz ist es, die Effizienz der Energienutzung durch Endkunden in Deutschland mit Energiedienstleistungen und anderen Energieeffizienzmaßnahmen kostenwirksam zu steigern. Dazu legt die Bundesregierung Energieeinsparrichtwerte fest, die als Energieeinsparziel erreicht werden sollen, sowie eine Strategie zur Erreichung dieser Ziele. 

Wann ist man zum Energieaudit verpflichtet?

Wie bisher sind nur nach EU-Definition große Unternehmen zum Energieaudit verpflichtet, keine KMU. Neu dabei  ist eine vereinfachte Auditpflicht für solche Nicht-KMU mit einem Jahresgesamtenergieverbrauch von unter 500.000 Kilowattstunden über alle Energieträger, sowohl Strom als auch Wärme. 

Diese Unternehmen können eine vereinfachte Online-Erklärung, das vom BMWi so genannte „vereinfachte Audit“  mit Angaben zu Energieverbräuchen abgeben. Passende  Tipps zur energetischen Situation des Unternehmens sollen für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und passende Förderung automatisiert gegeben werden. Das BAFA wird dazu rechtzeitig ein Merkblatt veröffentlichen.
Abzuwarten bleibt allerdings, ob die Tipps tatsächlich so spezifisch und individuell sein können, dass energetische Verbesserungen angestoßen werden. Voranmeldungen dazu müssen noch abgewartet werden.

Wann muss man eine Online Erklärung abgeben?

Bis zwei Monate nach Abschluss des Audits müssen energieauditpflichtige Unternehmen dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkotrolle (BAFA) in einer Online-Erklärung die Eckdaten des Audits melden. Aber: Aktuell steht die dazu angekündigte Online Plattform noch nicht zur Verfügung. Unklar ist zudem, ob das neue Verfahren den Aufwand  für die Unternehmen reduziert.

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Wann gilt das Wiederholungsaudit?

Unternehmen, bei denen das vereinfachte Audit fällig ist, haben mit der Online-Erklärung Zeit bis 31. März 2020, da die Internetplattform noch nicht existiert. Bitte beachten Sie, dass das Gesetz noch nicht in Kraft ist. 
Wichtig: Die Änderungen der Novelle gelten nicht für Wiederholungsaudits, die schon vor Inkrafttreten des novellierten EDL-G anstehen. Auch die Bagatellgrenze gilt dann noch nicht! Abwarten wie das im Detail aussehen wird.

Welche Pflichten haben Energieauditoren?

Auditoren müssen zudem ihre Ausbildung nachweisen und regelmäßig nachgewiesen auffrischen. Die Qualifizierung besteht zunächst aus 80 Unterrichtseinheiten. Danach stehen alle zwei Jahre 16 Unterrichtseinheiten an. Klar ist allerdings noch nicht, welche Weiterbildungskurse nach welchen Kriterien anerkannt werden. Ebenso ungeklärt ist bisher, ob es Übergangsfristen für gelistete Berater geben soll.

Wann hat man eine Energieauditpflicht?

Für Unternehmen, deren Energiemanagement nach ISO 50001 oder EMAS zertifiziert ist, besteht keine Energieauditpflicht. Zudem ist ein Unternehmen mit mehreren Standorten nur dann freigestellt, wenn es mindestens 90 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs durch ein Energie- und/oder Umweltmanagementsystem (ISO 50001 / EMAS) abdeckt. Des Weiteren ist es auch zulässig, wenn ein verpflichtetes Unternehmen mit mehreren Standorten Mischsysteme betreibt.

Quelle: Energieagentur NRW

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