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Mobilität als Dienstleistung kommt schneller als gedacht

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Die Menschen stehen heute vor einem tiefgreifenden Wandel der individuellen Mobilität. Das Beispiel Tesla zeigt, wie viel Kapital weltweit nach Anlagen in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle sucht.

von PATRICK FROWEIN - faz.net

 

Das Nutzungsverhalten ändert sich

„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“ Das berühmte Zitat Kaiser Wilhelms II. steht für die Schwierigkeit, die Wucht von Entwicklungssprüngen einzuschätzen, die sich gerade erst abzeichnen. Wir stehen heute abermals vor einem tiefgreifenden Wandel der individuellen Mobilität, wie die Trends hin zu selbstfahrenden, elektrisch angetriebenen und umfassend vernetzten Fahrzeugen zeigen.

Das Nutzungsverhalten, die Wertschöpfungsstrukturen und auch Eigentumsmodelle werden sich stark ändern, woraus sich diverse Fragen ergeben. Vollautonome Pkw und ihre flächendeckende Zulassung dürften noch einige Jahre entfernt sein. Aber wie schnell werden beispielsweise Carsharing-Flotten zugelassen, die selbständig umparken und aufladen können? Und was bedeutet das für unser Nutzungs- und Kaufverhalten?

Nach welchen Kriterien werden Verbraucher in Zukunft Fahrzeuge und Hersteller auswählen, und was bedeutet es für die Anbieter, wenn im autonom fahrenden Auto der Motor, das Getriebe und das Fahrwerk an Bedeutung abnehmen und das Innenraumdesign, der praktische Nutzen und das Unterhaltungsangebot nochmals wichtiger werden?

Die Schwerfälligkeit großer Konzerne

Dienstleistungen sind für die eMobilität äusserst wichtig | Foto: emobicon

Wie sehen integrierte, urbane Mobilitätskonzepte in Zukunft aus, und wer stellt sie bereit? Wie wird Mobilität als Dienstleistung ausgestaltet werden? Werden U-Bahn- und Straßenbahnnetze ausgedünnt und dafür mehr Parkplatz- und Ladeinfrastrukturen für größere und flexiblere autonome Pkw-Flotten geschaffen? Antworten auf diese Fragen sind „in Arbeit“, aber bereits heute ergeben sich Handlungsempfehlungen für Unternehmen.

Die Schwerfälligkeit großer Konzerne mit Blick auf ihre Entscheidungsfindung ist vielfach dokumentiert, aber nicht unvermeidlich. Beispiel Modebranche: Zara schafft es zum Teil in nur 15 Tagen, neue Kleidungsstücke in die Läden zu bringen statt in den früher branchenüblichen sechs bis zwölf Monaten. Eine automatisierte, regionale Produktion mit kurzen Lieferwegen spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Auch die Automobilindustrie hat die traditionellen Modellzyklen bereits merklich verkürzt, wenn auch nicht im jährlichen „Smartphone-Turnus“. Die Software für viele elektronische Funktionen bei modernen Autos kann bereits heute über das Internet nachgerüstet oder erweitert werden.

Branchenübergreifende Partnerschaften

Für Unternehmen bedeutet das, auch ihre Organisation darauf auszurichten. So stellt beispielsweise Daimler seine Konzernstruktur um und schafft eigene rechtliche Einheiten für die einzelnen Geschäftsbereiche, nicht zuletzt um die Entscheidungsstrukturen effizienter zu gestalten.

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