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Elektroauto: Wenn das Fahrzeug den Strom für das Haus liefert

Beim Nissan Leaf funktioniert es und auch Mitsubishi will ein fertiges Produkt anbieten, um das Elektroauto in das private Stromnetz einzukoppeln. Der Strom für das Haus kann künftig damit aus dem Fahrzeugakku kommen. Praktisch und zukunftsorientiert

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: Mitsubishi

Noch gibt es viele Fragen, aber dennoch glaubt Mitsubishi mit dem „Dendo Drive House“ (DDH) eine besondere Wallbox anbieten zu können, die Stromladen in beide Richtungen ermöglicht, das sogenannte bidirektionale Laden. Mit der mit Vehicle to Home (V2H) bezeichneten Technik soll das Auto in beide Richtungen mit bis zu 10 kW Leistung angeschlossen werden. Eine Wallbox speziell für diese Technik soll von drei verschiedenen Herstellern angeboten werden und voraussichtlich ab dem Frühjahr auf den Markt kommen.

CHAdeMO Standard wird genutzt

Eigentlich ist es einfach: Das Elektroauto wird über seinen Gleichstromanschluss (Anschluss CHAdeMO) angekoppelt, der normalerweise zur Schnellaufladung an speziellen öffentlichen Ladesäulen dient. Der CHAdeMO Anschluss ist an fast allen Schnellladestationen vorhanden und der asiatische Standard, der vor dem europäischen Standard CCS weit verbreitet ist. Neben Mitsubishi nutzt zum Beispiel sich der Nissan Leaf oder der aktuelle KIA Soul EV den CHAdeMO Standard zum Laden. Im Moment können hier rund 50 kW Ladeleistung genutzt werden. Bei den neueren Modell Nissan Leaf, mit dem 62 kW Akku sind theoretisch bis zu 100 kw Ladeleistung möglich. 

Mitsubishi will auf dem Genfer Automobilsalon seine Lösung für Elektroautos vorstellen, das DDH - Laden und entladen eines Fahrzeugakkus für zu Hause | Grafik: Mitsubishi

Weitere Details gibt es aber erst im März, wenn dort der Genfer Autosalon statt findet.

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Mindestens 5000 € Kosten für die Einheit

Experten sprechen von einem Preis der mindestens 5.000 Euro sein dürfte. Dazu gehören die intelligente Wallbox, dessen Steuereinheit laden und entladen kann. Aber auch der nötige Wechselstromwandler ist notwendig. Diese Einheit ersetzt eine normale Wallbox zur Aufladung der Autobatterie und könnte so rund 1000 Euro Kosten einsparen. Allerdings sind noch nicht alle rechtlichen Rahmenbedingungen bekannt und schon gar nicht beschlossen. Denn die Frage ist einfach: Wie werden Bedingungen, zum Beispiel bei der EEG Umlage aussehen. Das Thema „Eigenbedarf“ würde damit wieder in den Focus rücken und die rein rechnerisch autarke Lösung wird zum Spielball zwischen Steuerrecht, Vernunft und Rechtsvorschriften.

Eine autarke Lösung ist damit möglich

Verschiedene technische Lösungen sind möglich. So kann zum Beispiel das Fahrzeug bei Tag den erzeugten Strom der PV Anlage speichern und abends oder bei bedecktem Himmel wieder abgeben, der dann für andere Verbraucher im Haus nutzbar ist. Damit wäre es technisch möglich, den gesamten Bedarf eines Einfamilienhauses zu decken. Sinnvoll ist das allerdings nur in der Kombination mit der hauseigenen PV Anlage, denn dann nutzt man den regenerativ erzeugten Strom. 

8 Gedanken zu „Elektroauto: Wenn das Fahrzeug den Strom für das Haus liefert

  1. Aus meiner Sicht ein schwieriges Thema. Grundsätzlich hört sich das natürlich gut an, aber in Europa, speziell in Deutschland, eine solche Installation auf CHAdeMO mit den notwendigen Kosten aufzubauen, halte ich für gewagt. Der hiesige Standard ist Type2 und CCS.

    Des weiteren bin ich mir nicht sicher, ob auch unsere sensiblen deutschen Hersteller darauf einsteigen. Denn der Vorgang des Ladens und Entladens ist ja nicht unendlich zu wiederholen. Demnach wird es dann die Frage geben: „Nach wieviel Kilometern musste das E-Auto denn einen neuen Akku haben?“ Und wenn dann das Auto zu einem wesentlichen Teil als Stromspeicher für das Haus verwendet wurde, wird der Kennwert „Anzahl Ladungen/km“ dramatisch schlecht werden.

    Reiner Strehlke

    1. Hallo Herr Strecke. Das Thema wird kommen. JA, CCS ist europäischer Standard und wer wollte ihn ? Die deutschen Hersteller obwohl CHAdeMO längst etabliert war – sogar mit Millionen Euro aus der EU gefördert wurde.Hier zeigen eben asiatische Hersteller wieder das sie anders ticken und Dinge gedacht haben, die bei europäischen Herstellern gefehlt haben.

      Die Technik wird es ermöglichen, das man vorab einstellt, wieviel Strom im Akku verbleiben muss um damit, zum Beispiel am nächsten Morgen zur Arbeit zu fahren. Und da Akkus immer grösser werden, wird das Thema sich nicht dramatisch darstellen.
      Man muss immer den Einzelfall betrachten. Das Fahrzeug, die PV Anlage, die Strecken die man fährt, all das wird künftig in diesem Thema wichtig sein.
      Man sieht also, das NISSAN mit seinem Leaf zumindest in diesem Thema nicht so falsch liegt und das Mitsubishi CHAdeMO bevorzugt.

    1. Hallo Frau Knüsli

      Logischerweise macht es nur Sinn, in Verbindung einer PV Anlage, da wo der eigenerzeugte Strom erzeugt wird. Das Trendthema ist seit längerem Thema und schon recht bald wird es eher in den Alltag gehören. Davon sind wir überzeugt. Die meisten Ladevorgänge finden zu Hause oder bei Unternehmen statt – das macht nicht nur Sinn, sondern zeigt, das man im Alltag gar nicht so viel fährt, wie oft behauptet wird. Sofern man es kann, kann man es prima ins eigene Stromnetz integrieren. zudem entlastet das die Energienetze erheblich.

  2. Hallo emobicom, wie steht es inzwischen mit der bidirektionalen Wallbox? Ich habe gerade einen der letzten Kia Soul EV gekauft und plane eine PV Anlage. Da stellt sich die Frage der Größe und ggf. Notwendigkeit eines Hausspeichers oder eben Nutzung des Autoakkus.

    1. Hallo Herr Erpenbeck,

      Schön das sie so nachhaltig sein wollen, aber leider müssen wir ein wenig bremsen.
      Fest steht aktuell: bidirektionales Laden wird kommen, aber derzeit fehlt es noch an rechtlichen Rahmenbedingungen und der wirklich massentunlichen Technik, denn die jetzt schon vorhandenen Vorläufer dieser Technik sind noch nicht abschliessend. Es liegt daran, weil man noch nicht weiss, wie der Gesetzgeber und oder Netzbetreiber künftig mit bidirektionalem Laden umgehen wird. Ob der Soul EV überhaupt bidirektionales Laden ermöglicht, steht noch nicht fest, mit Chademo, wie der „alte“ Soul das hat könnte das gehen – aber ich will es noch nicht bestätigen.

      Gruss Thorsten Bär | emobicon

    2. Hi, Sinn macht eine PV Anlage mit max. 9,9 kWp! Und wenn technisch sowie rechtlich alle Grundlagen in D. geschaffen sind, dann seit Ihr nahezu autark. 10kW PV machen ca. 10MWh Strom pro Jahr… bei perfekter Südausrichtung und zero Modulverschattung.
      Viel Glück …
      U.Rathnau MCM

      1. Hallo Herr oder Frau Rathnau,

        sie sehen es richtig. Wenn die Rahmenbedingungen fix sind und man die Energiewende richtig macht, wird die Energiefrage, auch wegen der Elektrofahrzeuge noch sinnvoller. Hoffen wir mal, das die Koalition sich bewegt und die richtige Richtung einschlägt !

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