Elektroauto: Wenn das Fahrzeug den Strom für das Haus liefert

von | 24.02.2019 | Akku, Ausblick Elektromobilität, eMobilität, eMobilität und Umwelt, Ladesysteme, News | 8 Kommentare

Beim Nissan Leaf funktioniert es und auch Mitsubishi will ein fertiges Produkt anbieten, um das Elektroauto in das private Stromnetz einzukoppeln. Der Strom für das Haus kann künftig damit aus dem Fahrzeugakku kommen. Praktisch und zukunftsorientiert

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: Mitsubishi

Noch gibt es viele Fragen, aber dennoch glaubt Mitsubishi mit dem „Dendo Drive House“ (DDH) eine besondere Wallbox anbieten zu können, die Stromladen in beide Richtungen ermöglicht, das sogenannte bidirektionale Laden. Mit der mit Vehicle to Home (V2H) bezeichneten Technik soll das Auto in beide Richtungen mit bis zu 10 kW Leistung angeschlossen werden. Eine Wallbox speziell für diese Technik soll von drei verschiedenen Herstellern angeboten werden und voraussichtlich ab dem Frühjahr auf den Markt kommen.

CHAdeMO Standard wird genutzt

Eigentlich ist es einfach: Das Elektroauto wird über seinen Gleichstromanschluss (Anschluss CHAdeMO) angekoppelt, der normalerweise zur Schnellaufladung an speziellen öffentlichen Ladesäulen dient. Der CHAdeMO Anschluss ist an fast allen Schnellladestationen vorhanden und der asiatische Standard, der vor dem europäischen Standard CCS weit verbreitet ist. Neben Mitsubishi nutzt zum Beispiel sich der Nissan Leaf oder der aktuelle KIA Soul EV den CHAdeMO Standard zum Laden. Im Moment können hier rund 50 kW Ladeleistung genutzt werden. Bei den neueren Modell Nissan Leaf, mit dem 62 kW Akku sind theoretisch bis zu 100 kw Ladeleistung möglich. 

Mitsubishi will auf dem Genfer Automobilsalon seine Lösung für Elektroautos vorstellen, das DDH - Laden und entladen eines Fahrzeugakkus für zu Hause | Grafik: Mitsubishi

Weitere Details gibt es aber erst im März, wenn dort der Genfer Autosalon statt findet.

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Mindestens 5000 € Kosten für die Einheit

Experten sprechen von einem Preis der mindestens 5.000 Euro sein dürfte. Dazu gehören die intelligente Wallbox, dessen Steuereinheit laden und entladen kann. Aber auch der nötige Wechselstromwandler ist notwendig. Diese Einheit ersetzt eine normale Wallbox zur Aufladung der Autobatterie und könnte so rund 1000 Euro Kosten einsparen. Allerdings sind noch nicht alle rechtlichen Rahmenbedingungen bekannt und schon gar nicht beschlossen. Denn die Frage ist einfach: Wie werden Bedingungen, zum Beispiel bei der EEG Umlage aussehen. Das Thema „Eigenbedarf“ würde damit wieder in den Focus rücken und die rein rechnerisch autarke Lösung wird zum Spielball zwischen Steuerrecht, Vernunft und Rechtsvorschriften.

Eine autarke Lösung ist damit möglich

Verschiedene technische Lösungen sind möglich. So kann zum Beispiel das Fahrzeug bei Tag den erzeugten Strom der PV Anlage speichern und abends oder bei bedecktem Himmel wieder abgeben, der dann für andere Verbraucher im Haus nutzbar ist. Damit wäre es technisch möglich, den gesamten Bedarf eines Einfamilienhauses zu decken. Sinnvoll ist das allerdings nur in der Kombination mit der hauseigenen PV Anlage, denn dann nutzt man den regenerativ erzeugten Strom. 

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Autor: Mario

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