Elektroauto "erfahren"eMobilitätNewsUrlaub mit dem Elektroauto. Geht das überhaupt ?

Urlaub: Mit dem Elektroauto an die Algarve nach Portugal

+++  DIE VORBEREITUNGEN +++

Jetzt ist entschieden: Wir fahren mit dem Elektroauto ca. 6000 Kilometer bis an die Algarve und wieder zurück. Jetzt beginnen die Vorbereitungen für diesen Urlaub im September und wir werden hier darüber berichten !

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: emobicon

Nach fast 300.000 elektrischen Kilometern, viel Spass und Erfahrung werden wir dieses Jahr im Spätsommer 2019 mit unserem Elektrofahrzeug Hyundai KONA elektro Premium 64 kW an die Algarve nach Portugal fahren. Von Deutschland über Frankreich und  Spanien nach Portugal bis runter an die Küste nach Portimao. Wir haben uns bereits in eine kleine Villa am Strand eingemietet und freuen uns schon sehr. Alte Freunde, die dort seit Jahren wohnen freuen sich schon auf unser Wiedersehen. Jetzt beginnen gaaaanz langsam die Vorbereitungen.

Sie können uns hier bei den Vorbereitungen begleiten, denn wir berichten ab sofort über unsere Planung. Wir hören schon die Stimmen, von erstaunen bis bekloppt. Aber das kennen Elektroautofahrer bereits – wir natürlich auch. Das ist nicht unsere erste lange Tour, auch nicht ins Ausland. Wir berichten von der Tourplanung bis zu den Erlebnissen unterwegs. Auch dann immer wieder LIVE über unsere Social Media Kanäle.

Wir haben 3 Zwischenübernachtungen auf der Strecke geplant, denn der Weg ist das Ziel. Wir wollen auch unterwegs an bestimmten Plätzen verweilen. Uns hetzt nichts. Klar ist bereits: Erstes Ziel ist Paris in Frankreich. Dort werden wir eine Nacht verbringen, bevor es dann weiter Richtung Süden geht. An der Algarve bleiben wir 6 Nächte. Zurück dann das gleiche – die Streckenführung wird aber anders sein, da steht noch gar nichts fest.

Was braucht man für solch einen Trip: Lust, Freude, eine Streckenplanung, vielleicht paar Ladekarten, Mautbefreiung oder Vignette, ein Hotel, schönes Wetter, Sitzfleisch, keine Angst und die Freude auf Urlaub. Eigentlich nicht viel. Wir packen das, davon sind wir überzeugt.

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Die Annahme, es gäbe nicht genug Ladestationen ist praktisch falsch. Das haben unsere Tipps in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Aber die Mythen der Elektromobilität halten sich – aus Unwissenheit und vor allem oft auch aus Angst und gezielt falsch gestreuten Informationen. 

Wir freuen uns auch über Ihre Tipps, Anregungen und Fragen. Deshalb machen wir das ja auch !

Immer dann, wenn wir mit der Planung weiter machen, werden wir den Beitrag „hochschieben“ und über unsere Social Media Kanäle erinnern. 

Die Planungen in chronologischer Reihenfolge

Mai 2019


Autowelt - Beschilderung für mautfreie Autovía und mautpflichtige AutopistaWir müssen nur beachten: mautpflichtige oder mautbefreite Strassen

SPANIEN: 

Nicht nur auf unser Weg durch Spanien auf der Hinfahrt, sondern besonders auf der Rückfahrt müssen wir mit Mautgebühren rechnen. Die gute Nachricht vorweg: Ein Großteil des nationalen Straßennetzes in Spanien ist gebührenfrei – die kostenpflichtigen Streckenabschnitte sind jedoch deutlich besser ausgebaut.

Generell wird bei spanischen Autobahnen zwischen den kostenfreien, staatlichen Autovías „A“ und den gebührenpflichtigen, privat betriebenen Autopistas „AP“ unterschieden. Auf Letzteren fällt eine streckenbezogene Maut an, so wie Sie es beispielsweise aus europäischen Nachbarländern wie Frankreich, Italien, oder Polen kennen. Die Stadtautobahnen in und um Valencia oder Barcelona sind kostenfrei.

Da wir es nicht besonders eilig haben, sind mautfreie Strecken ein willkommenes Mittel zur Entschleunigung – und Sie sparen zudem Geld. Allerdings sorgt wohl ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, wie es auf mautfreien Straßen häufig vorkommt, schnell für Stress. Also werden wir noch abwägen welche Strassen wir nutzen. 

Manchmal hat man aber keine Wahl, haben wir festgestellt. Denn einige zentrale Strecken, führen nur über die staatlichen und somit gebührenfreien Autovías. 

Es gibt auch in Spanien einiges zu beachten: 

Hier gelten folgende Höchstgeschwindigkeiten:

  • geschlossene Ortschaften: 50 km/h
  • außerhalb von Ortschaften: 90 km/h
  • ausgewiesene Schnellstraßen: 100 km/h
  • Autobahnen: 120 km/h

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 20 km/h kostet mindestens 100 Euro, bei 50 km/h sind es bereits 600 Euro. Sollten wir geblitzt werden und ein Bußgeld in Höhe von über 70 Euro zahlen müssen, kann dieser Bescheid in Deutschland vollstreckt werden. Bei einer Bezahlung innerhalb von 20 Tagen reduziert sich das Bußgeld allerdings um die Hälfte.

Ohne Warnweste im Auto, ohne angelegten Sicherheitsgurt oder mit dem Handy am Ohr, muss mit einem Bußgeld von mindestens 200 Euro gerechnet werden. Aber wir haben ja einen Freisprecheinrichtung im Kona elektro.

Da wir mit dem eigenen Elektrofahrzeug fahren, muss bei einer Kontrolle die Betriebserlaubnis und der Versicherungsschein samt aktuellem Zahlungsbeleg für die Maut vorgelegt werden. Der europäische Unfallbericht muss auch mitgeführt werden. 

Frankreich: 

Hier gilt: 

Geschwindigkeitsbeschränkungen beachten . Außerhalb geschlossener Ortschaften unterscheiden sie sich von denen in Deutschland:

  • innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h
  • außerorts auf Route Départementale „D“ und Route Nationale „N“: 90 km/h
  • auf vierspurigen Schnellstraßen: 110 km/h
  • auf Autobahnen: 130 km/h

Autowelt - Tempolimits in Frankreich

Verkehrsregeln sollte man auch ausserhalb von Deutschland beachten

Für Führerscheinneulinge gilt:  In den ersten 2 Jahren darf man außerorts höchstens 80 km/h, auf Schnellstraßen nicht schneller als 100 km/h und auf Autobahnen maximal 110 km/h fahren.

Die Grüne Karte ist zwar nicht mehr vorgeschrieben, es wird aber nicht schaden sie dabei zu haben. Auch der Europäische Unfallbericht gehört dazu. 

In Frankreich gibt es die Warnwestenpflicht. In jedem Fahrzeug muss mindestens eine Warnweste pro Person sein. Man muss sie tragen, sobald man nach einem Unfall oder einer Panne aus dem Auto aussteigt. Verstöße kosten Sie mindestens 90 Euro.

Vor Polizeistationen, Postämtern und Krankenhäusern darf man in Frankreich nicht parken. Auch ein gelber Streifen am Fahrbahnrand weist auf ein Parkverbot hin. Bei weißen gestrichelten Linien kann man das Auto bedenkenlos abstellen, meistens aber mit Lösen eines Parktickets.

Neben der Autobahnmaut gibt es seit Juli 2016 mit der Umwelt- und Feinstaubplakette „Crit’Air“ eine weitere Gebühr für Autofahrer. Die Vignette ist auch für Touristen Pflicht, die mit dem eigenen Auto reisen. Die Umweltvignette kategorisiert die Fahrzeuge nach ihrer Umweltfreundlichkeit, auf der die Zufahrtserlaubnis in so genannte Umweltzonen, „Zones à Circulation Restreinte /ZCR/ZPA“ basiert. Es gibt insgesamt 6 Kategorien. Eingeführt wurde die Plakette stufenweise, zunächst für Lyon und Grenoble, Anfang 2017 schließlich auch für Paris, Straßburg und Lille. Die Plaketten können über das Internet auf der Seite www.certificat-air.gouv.fr bestellt werden und kosten 3,70 Euro zuzüglich Versand. Für uns gilt: Elektroauto —> grüne Plakette.


Belgien: 

Hier fahren wir durch, um nach Frankreich zu kommen. Wenn man mit dem Auto in Belgien unterwegs ist, gelten einige wenige Regeln: So gehören eine Warnweste, ein Warndreieck und ein Verbandskasten zum Pflichtinventar im Auto. 

Neu in Brüssel seit 2018: Fahrverbote in der Umweltzone 

Seit Januar 2018 gibt es eine flächendeckende Umweltzone (Low Emission Zone – LEZ) im gesamten Stadtgebiet einschließlich der 19 dazugehörigen Gemeinden.

Autowelt - rotes rundes Verbotsschild, das ein Auto mit starker Abgasentwicklung beieinhaltet sowie ein zweites Schild, das durchgestrichen ist

Copyright: www.lez.brussels

Langfristig dürfen keine Fahrzeuge mehr in die Stadtzone einfahren, die nicht die aktuelle Abgasnorm (Euro 6-Norm) erfüllen. Lediglich die Ringstraße R0 ist von dieser Umweltregelung ausgenommen.

Fahrzeuge, die die Umweltauflagen entsprechend erfüllen und in die Stadt einfahren möchten, müssen künftig registriert werden. Überwachungskameras im ganzen Stadtgebiet können so durch den Abgleich des registrierten Nummernschildes die Zugangsberechtigung kontrollieren. Die Registrierung ist (nach einer Übergangsfrist) ab 1. Juni 2018 erforderlich und ist online über die Homepage der Stadt Brüssel möglich.

Wir mit unserem Elektrofahrzeug haben uns registriert. Das war easy und unkompliziert.

Verstöße gegen die Einfahrtsbeschränkungen in die Umweltzone werden ab Oktober 2018 geahndet, die Bußgeldhöhe soll dann zwischen 150 und 350 Euro liegen.

Folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen beachtet werden

  • Innerorts gilt in Belgien für alle Fahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
  • Außerhalb geschlossener Ortschaften müssen sich Pkw und Motorräder an das Tempolimit von 90 km/h halten.
  • Auf Schnellstraßen sind 120 km/h erlaubt.
  • Autobahnen: Hier gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
  • Pkw mit Anhänger dürfen außerorts nicht schneller als 90 km/h fahren.

Die Mautpflicht gilt in Belgien nicht Pkw, Busse, Reisemobile sowie für Fahrzeuge mit einem vorgeschriebenen Gesamtgewicht bis einschließlich 3,5 Tonnen.

April 2019

2734 km – die Route nach Portimao – Schnelllader satt , drei beabsichtigte Zwischenstopps zur Übernachtung – jeweils ein Ladestopp zwischen zwei Übernachtungsstopps. Sieht gut aus 

Die Hinfahrt steht: Aus dem Sauerland über Paris und Spanien, rein nach Portugal bis nach Portimao.

Man kann schon mal grob sagen: Die Ladeinfrastruktur ist kein Problem. Die Zugänge, also zum Freischalten sind kein Problem. Aufwendiger sind die Zugänge um überhaupt in verschiedene Orte zu kommen, denn hier gibt zum Beispiel Fahrberschränkungen und/oder Einfahrverbote. Das würde übrigens auch vor allem Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor betreffen und für diese Fahrzeuge ist’s  dann auch teuer.

Maut Situationen schauen wir mal. So kann man u.U. Mautbefreiung erhalten. Da sind wir gerade dran.

Interessant ist die Tatsache, dass die meisten Ladestationen wohl kostenfrei sind – anders als bislang oft behauptet

Die Rückfahrt steht: 3240 km Strecke von Portimao über Madrid, Barcelona, Avignon, Turin, durch die Schweiz nach Deutschland und nach Hause.

Die Ladestruktur ist zunächst mal ausreichend. Im Feintuning schauen wir uns das demnächst an, wenn der behördliche „Kram“ fertig ist und wir mit der Hotelsuche anfangen. Spannend wir wohl Norditalien und Turin als solches, denn Fahrbeschränkungen gibt es dort mittlerweile öfter als freie Fahrt für alle.

Wir haben uns mal an die Stadtverwaltung gewandt, mal sehen was als Antwort kommt, denn ganz schlau werden wir aus der Webseite nicht. Die Schweiz wird toll wegen der Pässe. Bis 3000 m hoch geht es hinauf – also auch wieder runter. Wir sind gespannt.

3240 km – die erste Idee – ohne Feincheck. Mit dem Elektroauto von Portugal nach Deutschland

Tata, das erste Hotel ist gebucht. Paris und mit Lademöglichkeit im Hotel. Sehr schön. Heute kam die Antwort, in dem das Hotel bestätigte, das wir 15 Euro für das Parken zahlen müssen, aber das laden ist inclusive. Sehr gut. Jeder Verbrenner muss die selbe Summe zahlen – auch ohne das Laden. Ein Bild von der Wallbox war in der email anbei.

Frühstück gibt es dann in der Nähe in einer Brasserie – das gefällt uns besser – wird wohl auch besser schmecken.

Anschliessend geht es dann nach Spanien. Da sind wir aber noch nicht soweit – ein Schnellladestop auf der Strecke bevor wir die nächste Etappe nehmen steht aber fest.

Den Routenverlauf gibt es später, wenn wir uns dann einig sind, wo wir Zwischenstop machen.

Paris – Hotel mit Lademöglichkeit auf unserer Strecke an die Algarve | Bild: Hotel PARIS

Tata, das erste Hotel ist gebucht. Paris und mit Lademöglichkeit im Hotel. Sehr schön. Heute kam die Antwort, in dem das Hotel bestätigte, das wir 15 Euro für das Parken zahlen müssen, aber das laden ist inclusive. Sehr gut.

Die Strecke Porto – Portimao | Quelle: Chargemap

560 km ist die letzte Etappe von Porto nach Portimao. Noch mal Zwischenladen werden wir auf etwa der Mitte des Weges. Wir wurden schon gefragt, warum wir nicht auf dem Weg dahin Lissabon „mitnehmen“. Könnten wir, aber warum müssen wir alles auf einmal tun ?Die Tour nach Lissabon, an der Küste entlang dürfte eindrucksvoller sein – so unsere Idee. Danke für die Frage.

Von San Sebastian gehts weiter nach Porto. Auch hier werden wir noch eine Nacht bleiben. Die Strecke ist easy – Lademöglichkeiten vorhanden. In Porto gibt es ein sehr empfohlenes Fischrestaurant, typisch Portugiesisch – da wollen wir natürlich speisen.

Die Strecke San Sebastian – Porto | Quelle: Chargemap

Strecke Paris – San Sebastian | Quelle: Chargemap

Stop 2 auf der Route an die Algarve wird San Sebastian. Gut 800 km Strecke – mit und ohne Autobahn. Das ist problemlos machbar. Ein bis zwei Ladestops wird es geben, bevor wir dann dort vor Ort übernachten. Die Schnell – Lademöglichkeiten auf der Strecke sind gut. Die Zugänge sind vorhanden. Ein Hotel suchen wir auch noch aus.

Die Strecke Portimao – Lissabon | Quelle: Chargemap

Wir haben vor einen Tagesausflug nach Lissabon zu machen. Hier wollen wir nicht die Autobahn nehmen, sondern über Land fahren. Sieht gut aus und ist machbar. Wir werden das aber dann vor Ort entscheiden wie wir fahren. So sparen wir uns die Maut, auch wenn es länger dauert. Natürlich haben wir auch das vor Ort laden gecheckt. Auf der Strecke gibt es zwar Schnelllader entlang der Autobahn, aber das wir sie nutzen glaube ich nicht !

Ein kurioses Bild. Schauen wir uns mal die Lademöglichkeiten mit dem Anbieter „Plugsurfing“ an. So weit – so nicht gut – zumindest nicht in Spanien und Portugal, wenn man schnell laden möchte. Ein paar wenige Lademöglichkeiten mit normalen Ladesäulen gibt es – aber eher uninteressant, wenn man auf Strecke geht. Andre Anbieter wie Mobilität.e –  Kiwhi und Co werden aktuell gecheckt. Zumindest bis nach Frankreich gehts mit unserer Ladenetzkarte von EWE, die wir auch in Deutschland nutzen.

Ladewüste mit PLUGSURFING in Spanien und Portugal – zumindest schnell geht da nichts

Ein möglicher Streckenverlauf.
Allerdings ist das noch nicht fix, denn neben Paris werden wir noch 2 weitere Stopps einlegen, bevor wir an der Algarve ankommen.

der erste Ladecheck sieht gut aus – recht entspannt kann man sagen, also machen wir uns da keine Sorgen. 

Interessanter ist eher so wenig wie möglich mautpflichtigen Strassen nutzen zu müssen. Das kuriose dabei: Während hierzulande heftig diskutiert wird machen die einfach. Seit Jahren. Und jeder der mit dem Auto in den Süden fährt kennt das ja auch…

Jetzt checken wir erstmal die Anbieter, die vor Ort und auf der Strecke das Aufladen unseres KONA erledigen sollen. Einige Zugangskarten von früheren Tipps haben wir noch. Das ist aber eher schon Routine. Im Hotel an der Algarve ist alles fix und wir werden sicher wenig vor Ort fahren. Ausser ein Trip nach Lissabon ist gewünscht.

Portugals Anbieter MOBI.E hat zumindest schon einmal mitgeteilt, dass das Aufladen im Land erst einmal kostenfrei ist. Schön ! Zur Sicherheit habe ich mal eine neue Ladekarte angefordert.

Die Planungen, Ideentausch, Wünsche und Co beginnen

4 Gedanken zu „Urlaub: Mit dem Elektroauto an die Algarve nach Portugal

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