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Umwelt: Durch Luftverschmutzung sterben fast eine halbe Million Menschen

Die europäische Umweltagentur meldet: Die Luftqualität in Europa hat sich verbessert. Dennoch führen Feinstaub, Stickstoffoxid und Ozon zu vielen Todesfällen.

von Heide | emobicon

Etwa eine halbe Million Menschen sind im Jahr 2015 in Europa an den Folgen von Luftverschmutzung gestorben. Das teilte die Europäische Umweltagentur (EAA) mit.

Die Belastung durch Feinstaub sei für etwa 391.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich, weitere 76.000 Todesfälle stünden in Verbindung mit der Belastung durch Stickstoffdioxid. Rund 16.400 vorzeitige Todesfälle habe es 2015 durch bodennahes Ozon gegeben.

Strassenverkehr - Luftverschmutzer Nummer 1

Laut dem Bericht der EUA zur europäischen Luftqualität 2018  zählt der Straßenverkehr zu den Hauptverursachern der Luftverschmutzung in Europa, insbesondere bei gefährlichen Schadstoffen wie Stickstoffdioxid und Feinstaub.  Emissionen aus Landwirtschaft, Energieerzeugung, Industrie und Haushalten tragen ebenfalls zur Luftverschmutzung bei. Der Bericht enthält die neuesten amtlichen Daten zur Luftqualität, die im Jahr 2016 von mehr als 2 500 Überwachungsstationen in ganz Europa gemeldet wurden.

Bildergebnis für luftverschmutzung

Bildergebnis für luftverschmutzung

Bildergebnis für luftverschmutzung

Ob Strasse, Industrie oder Stadt - Luftverschmutzung ist allgegenwärtig | Bild: sz / Focus / DF

Luftverschmutzung ein unsichtbarer Killer

Der EAA zufolge hat sich die Luftqualität in Europa etwas verbessert. Die Belastung durch Luftverschmutzung sei 2015 leicht zurückgegangen. Seit 1990 seien die jährlichen Todesfälle durch kleinste Feinstaubpartikel um rund eine halbe Million gesunken. Grund seien politische Maßnahmen, die beispielsweise für „sauberere Autos, Industrie und Energieproduktion“ gesorgt hätten.

Eine erhöhte Feinstaubbelastung steht im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen und Herzproblemen. Die kleinsten Partikel bergen dabei die größte Gefahr für die Gesundheit, weil sie tief in die Lungen eindringen können. „Luftverschmutzung ist ein unsichtbarer Killer“, sagte EAA-Chef Hans Bruyninckx.

Die Bürgermeister von Paris und Brüssel hatten als symbolisches Zeichen für den Kampf gegen Luftverschmutzung jüngst einen jährlichen autofreien Tag in Europa gefordert. In beiden europäischen Hauptstädten gab es im September einen solchen Tag.

 

"Luftverschmutzung ist unsichtbar, aber tödlich. 
Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um die Ursachen zu bekämpfen. 
In Bezug auf die Luftverschmutzung sind Straßenverkehrsemissionen oft besonders schädlich,
weil sie in Bodennähe und überwiegend in Städten in unmittelbarer Nähe 
zu den Menschen ausgestoßen werden. 
Deshalb ist es so wichtig, dass Europa sich noch stärker bemüht,
die Emissionen aus Verkehr, Energieerzeugung und Landwirtschaft zu senken
und diese Bereiche sauberer und nachhaltiger zu gestalten."
Hans Bruyninckx
Exekutivdirektor der EAA | EUA

Die Verbesserungen reichen nicht

Die bisherigen und aktuellen Strategien sowie durch technologische Fortschritte bedingte Effekte haben sich die negativen Folgen langsam, aber stetig reduziert. Aktuellen Schätzungen des Berichts zufolge waren PM2,5 -Konzentrationen im Jahr 2015 für den vorzeitigen Tod von schätzungsweise 422 000 Menschen in 41 europäischen Ländern verantwortlich, davon rund 391 000 in den 28 EU-Mitgliedstaaten.

Eine umfassendere Bewertung im diesjährigen Bericht betrachtet den Zeitraum seit 1990. Sie zeigt, dass vorzeitige Todesfälle durch PM2,5 um etwa eine halbe Million pro Jahr zurückgegangen sind. Zurückzuführen ist dies auf die Umsetzung europäischer Strategien zur Verbesserung der Luftqualität sowie auf die Einführung von Maßnahmen auf nationaler und lokaler Ebene, die beispielsweise Kraftfahrzeuge, die Industrie und die Energieerzeugung umweltfreundlicher gemacht haben.

Die wichtigsten Ergebnisse

Feinstaub: Im Jahr 2016 waren 6 % der städtischen Bevölkerung der 28 EU-Mitgliedstaaten PM2,5 (Partikel mit einem Durchmesser von maximal 2,5 Mikrometern) ausgesetzt, während dieser Anteil im Jahr zuvor noch bei 7 % lag. Bei rund 74 % der städtischen Bevölkerung wurden jedoch die strengeren Leitlinien der WHO überschritten. 2015 waren Expositionen gegenüber PM2,5-Konzentrationen Ursache für den vorzeitigen Tod von schätzungsweise 422 000 Menschen in 41 europäischen Ländern.

Stickstoffdioxid: Der NO2-Jahresgrenzwert wird nach wie vor in ganz Europa deutlich überschritten. Im Jahr 2016 lebten 7 % der städtischen Bevölkerung der 28 EU-Mitgliedstaaten in Gebieten mit Konzentrationen, die über dem Jahresgrenzwert der EU und den Leitlinien der WHO lagen. Dieser Wert war 2015 mit 9 % noch höher gewesen. Im Jahr 2015 waren Expositionen gegenüber Stickstoffdioxid Ursache für den vorzeitigen Tod von schätzungsweise 79 000 Menschen in 41 europäischen Ländern.

Bodennahes Ozon: 2016 waren rund 12 % der städtischen Bevölkerung der 28 EU-Mitgliedstaaten O3-Konzentrationen ausgesetzt, die den Zielwert der EU überschritten. Das entspricht einem deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2015 (30 %). Allerdings liegt der Prozentsatz immer noch über dem 2014 gemessenen Wert von 7 %. In rund 98 % der Fälle überstiegen diese Expositionswerte die strengeren Leitlinien der WHO. Im Jahr 2015 waren Expositionen gegenüber Ozon Ursache für den vorzeitigen Tod von schätzungsweise 17 700 Menschen in 41 europäischen Ländern.

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