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Ladeinfrastruktur: Neue Transparenzregeln des VDE machen das Laden einfacher

Ladeinfrastruktur: Neue Transparenzregeln des VDE machen das Laden einfacher | emobicon

Der VDE|DKE bringt als erste Normungsorganisation die Anwendungsregel „Eichrechtskonformes Laden“ raus, die Verbrauchern Sicherheit über den Ladevorgang gibt. Andere Länder können diese nun nutzen und nachziehen.

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Als erste Normungsorganisation weltweit haben die Experten von VDE|DKE jetzt mit der Verabschiedung einer neuen Anwendungsregel die Voraussetzungen für das eichrechtskonforme Laden von Elektroautos geschaffen. Mit der VDE-AR-E 2418-3-100 „Elektromobilität – Messsysteme für Ladeeinrichtungen“ stellt VDE|DKE klare Anforderungen, auf deren Basis die Industrie nun eichrechtskonforme Wechsel- und Gleichstrom-Ladeeinrichtungen entwickeln kann und einheitliche Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt werden können. „Autofahrer von Benzinern, Gas- oder Dieselfahrzeugen können beim Tanken sicher sein, dass sie genau so viel Kraftstoff tanken wie die Zapfsäule es anzeigt.

Eichrecht beim Laden wie beim Tanken

Die Eichämter überprüfen regelmässig die Zapfsäulen, an denen man Kraftstoffe tankt. Ganz anders sieht es für die Fahrer von Elektroautos aus. Lange dauerten die „Spielregeln“ und lange war unklar, wie man diese Eichrechtskonformität abbilden will. Denn im Vergleich zum Tanken findet der Ladevorgang beim Elektroauto in Abwesenheit des Verkäufers statt und die Bezahlung erfolgt meist zu einem späteren Zeitpunkt. Eine echte Sicherheit, was denn und wieviel geladen wird gab es bislang kaum. Das ändert sich und bereits in 2019 wurden die Eichrechtskonformität von Ladesäulen konkret.

Klares Ziel der Normungsexperten war es, das Laden eines Elektroautos an öffentlichen Säulen einfach und transparent für den Verbraucher zu gestalten. Dabei steckt der Fahrer das Ladekabel ein, er identifiziert sich mit einer App oder Ladekarte eines Abrechnungsunternehmens oder Betreibers und anschliessend erfolgt automatisch und eichrechtskonform der Ladevorgang. Ziel ist die Normung und Standardisierung im Bereich der Elektromobilität. 

Schutz des Verbrauchers

Der VDE|DKE hat sich deshalb zusammen mit allen interessierten Kreisen zusammengesetzt und eine Anwendungsregel erstellt, die von Herstellern, Zertifizierungsstellen und den Eichbehörden gleichermaßen verwendet werden kann.

Mit diesem nationalen Standard hat man damit eine hochwertige und belastbare Grundlage geschaffen, um auch im komplexen Kontext der Ladeinfrastuktur den Ansprüchen des Eichrechts zum Schutz des Verbrauchers Sorge zu tragen.

Mindestanforderungen definiert

Diese Gemeinschaftsleistung wäre nicht zustande gekommen, wenn nicht hochengagierte Experten von namhaften Unternehmen und Organisationen ihre Kraft und Kapazität dafür eingesetzt hätten. Auch viele Fahrer von Elektrofahrzeugen kritisierten in der Vergangenheit häufig die unübersichtlichen Zugänge der Anbieter – eine fehlende Transparenz über die preise gibt es bis dato aber immer noch.

Nun geht man davon aus, dass auf dieser Grundlage weitere europäische Staaten dem Beispiel Deutschlands bald folgen werden. Diese VDE-Anwendungsregel VDE-AR-E 2418-3-100 legt Begriffe, Piktogramme, Konfigurationen, Anforderungen und Prüfungen fest und definiert Mindestanforderungen sowie Kriterien zur Bewertung von Messeinrichtungen. Mit dem Abschluss der öffentlichen Einspruchsberatung ist das Projekt jetzt abgeschlossen und steht kurz vor der Veröffentlichung.

Was derzeit noch fehlt ist aus Sicht vieler Fahrer von Elektrofahrzeugen die Preistransparenz, die in der Vergangenheit immer wieder für Ärger gesorgt hat.

Regeln gegen Wildwuchs

Das hängt vor allem damit zusammen, dass diese Roamingverfahren zwischen den Anbietern derzeit äusserst schwierig zu sein scheinen. Das hängt damit zusammen, das es hier noch keine Regeln zu geben scheint, die den Anbietern wirtschaftliche Entscheidungen ermöglichen. Im Moment, so scheint es, entsteht ein ziemlicher Wildwuchs, der die Transparenz eher fördert, als verhindert.

Das Aufladen wird sich künftig ändern

Fest steht nun aber schon länger, dass sich die Preisgestaltung künftig deutlich ändern wird. Geplant ist u.a. dass Preise sich nach Tageszeiten und Ladeleistungen orientieren werden. Auch so möchte man künftig die Netzlast optimieren. Kostenlose Ladevorgänge, wie es sie heute noch, zum Beispiel bei Supermärkten gibt, werden bald der Vergangenheit angehören. 

Hintergrund sind Planungen, dass man diese an externe Firmen weitergeben wird, die zum Beispiel in Form eines Punktesystems Abrechnungen vornehmen. Teilweise werden bereits heute schon Ladestationen von Versorgern auf Parkplätzen aufgebaut. Dabei stellt ein Handelsunternehmen nur den Platz zur Verfügung. Diese Praxis wird für die Zukunft verstärkt in Anspruch genommen werden. Anbieter suchen bereits intensiv nach Partnern.

Transparenz muss verbessert werden

Wichtig, aus unserer Sicht ist es, dass man künftig genaue Spielregeln definiert, um Wildwuchs bei der Preisgestaltung zu vermeiden. Es kann nicht sein, dass man an ein und der selben Ladestation das teilweise vielfache dessen bezahlt, was andere zahlen. Ziel sollte es sein, dass der Betreiber einer Ladestation, der anderen das Roaming ermöglicht faire Konditionen einräumt. Schlussendlich ist es zum Nutzen aller.

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