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Ladeinfrastruktur: Handelsverband fordert mehr Wirtschaftlichkeit und Förderung

Der Einzelhandel legt vor und baut Ladesäulen an seinen Standorten. Deutschlands Bürokratismus ist aber kein wirtschaftlicher Anreiz noch mehr zu tun. Man erhofft sich Unterstützung durch die Politik.

von Stefan Blome | emobicon - Cover Bild: emobicon

Wirksamere und weniger bürokratische Förderung von Ladesäulen – das ist die Forderung des deutschen Einzelhandels. Der Aufbau von Ladeinfrastruktur krankt aus Sicht des Handelsverbands insbesondere daran, dass es aktuell keinen wirtschaftlichen Anreiz dafür gibt. Das schreibt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth, in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Zu bürokratisch und umständlich

Gross sind die Möglichkeiten, die der Einzelhandel hat. Mit seinen rund 38.000 Standorten und fast zwei Millionen Stellplätzen, die man prinzipiell mit Ladeinfrastruktur ausrüsten könnte sieht man sich allerdings der Bürokratie ausgesetzt, die das erhebliche Potential ausbremst. 

So sollte es nach Ansicht des HDE für Einzelhändler möglich sein, Sammelanträge für mehrere Filialstandorte zu stellen, anstatt jede Säule einzeln zu beantragen. Die Manpower, die man heute aufwenden muss, steht in kaum einem Verhältnis zur beantragten Massnahme, wenn es um die Gestaltung der Elektromobilität geht. Zum anderen kann keiner den Sinn erklären, warum Förderanträge so kompliziert aufgebaut sind. Warum kann man das nicht anders und vor allem effizienter organisieren?

Kleine Fahrzeuge sollten stärker gefördert werden

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte die Bundesregierung auf, die Förderung für E-Autos zu verlängern. Ausserdem,. so der Verband, sollte die Förderung stärker auf kleine Fahrzeuge ausgerichtet werden. „Wirklich zielfördernd und zukunftsfähig sind (…) nicht große und schwere Autos wie SUVs, sondern kleine, leichte und platzsparende Fahrzeuge“, sagte vzbv-Chef Klaus Müller der dpa.

Es besteht dringender Handlungsbedarf

Auch die grossen deutschen Automobilhersteller wünschen sich eine weitreichende Förderung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur. Die bisherigen Massnahmen reichen demnach kaum aus und müssen deutlich erhöht werden. Der Ausbau der Ladeinfrastrukturmassnahmen gilt nicht nur als wesentlicher Schlüssel für den Erfolg der Infrastruktur, sondern vor allem in Quartieren, Wohngebieten und Wohneinheiten ohne eigene Parkmöglichkeit besteht dringender Handlungsbedarf. Gleichzeitig muss man endlich an die rechtlichen Rahmenbedingungen, die derzeit den Ausbau von Infrastrukturmassnahmen hemmen. Künftig soll es einfacher werden, wenn man sich für den Eigengebrauch eine Lademöglichkeit anschaffen möchte. 

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Der Ausbau kommt immer stärker voran

So soll auch der Umstieg auf Elektromobilität noch stärker als bislang gefördert werden. Das zumindest fordern mehrere Mitgliedern des Handelsverbandes.  Auch Energieversorger und weitere Industrieunternehmen möchten mehr Unterstützung durch die Politik. Eon-Manager Andreas Pfeiffer fordert demnach Kontrollmaßnahmen, wie CO2-Abgaben sowie Steueranreize für Unternehmen, die ihren Fuhrpark auf E-Mobilität umstellen wollen, genutzt werden können. Auch Vattenfall rüstet seine Flotte derzeit auf Elektrofahrzeuge um und baut, genau wie EON die Ladenetze auf und aus. 

Ausserdem wird LIDL rund 400 Ladesäulen an seinen Filialstandorten aufbauen und das Tochterunternehmen Kaufland erweitert sein Engagement an den Filialstandorten. NETTO Markendiscount wird erst im Herbst mit dem Aufbau von Teststandorten beginnen und Aldi Nord wird in Kürze den Flächenausbau beginnen.. An fast allen IKEA Standorten kann man bereits Elektrofahrzeuge aufladen. Die METRO stellt Ladesäulen mit dem Unternehmen ALLEGO auf und REWE wird an einigen Standorten mit dem niederländischen Unternehmen FASTNED testen, ob das Aufladen von Elektrofahrzeugen hier interessant ist.

„Die Empfehlungen sind eine klare Chance für die Bundesregierung, sich die fallenden Kosten für Batterien zunutze zu machen und einen ehrgeizigen Zeitplan für die Einführung von Elektrofahrzeugen festzulegen, der mit Plänen anderer europäischer Länder im Einklang steht“, so die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Quelle: dpa

2 Gedanken zu „Ladeinfrastruktur: Handelsverband fordert mehr Wirtschaftlichkeit und Förderung

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