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Studie: Gibt es eine Kostenfalle beim Aufladen von Elektroautos?

Bei einer Untersuchung von Stromtarifen für Elektroautos, die das Marktforschungsunternehmen EuPD Research durchgeführt hat, stellt man fest, dass die Tarife sehr unterschiedlich und manchmal undurchsichtig sind. Richtig informiert muss es aber nicht zur Kostenfalle werden.

von Heide Simon | emobicon - Cover Bild: emobicon

Zwischen 23 und 32 Cent pro kWh – das sind die Durchschnittskosten beim Ladevorgang. Aber: Je nach Anbieter – meistens beim Roaming, können es auch bis über einen Euro pro kWh Strom beim Ladevorgang sein. Es ist schlicht nicht akzeptabel und zeigt deutlich, das die Verbindungen untereinander noch nicht optimal sind. 

Ladeleistung und Kosten müssen passen

Läd man aktuell noch per Zeittarif, können die Unterschiede noch grösser sein. Das liegt daran, das die Ladeleistungen der Fahrzeuge unterschiedlich sind, oder die Ladeleistungen der Ladesäulen nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen. Ein Trend auf jedem Fall – aus unserer Sicht: Künftig wird es so sein, dass die Ladeleistung preisentscheidend ist. Das heisst also: Je höher die Ladeleistung einer Ladestation ist, je teurer wird ein möglicher Tarif werden. Zunächst ist es aber oft so, das der Kunde nicht oder nur schwer erkennen kann, wie teuer ein Ladevorgang oder eine kWh Strom sein wird.

Check der Ladetarife ist wichtig

In der Studie heisst es dazu: „Die Studienergebnisse legen nahe, dass der Kunde genau prüfen sollte, welcher Stromtarif zu seinem Elektromobil passt. Im teuersten Ladetarif mit Kosten von bis zu 1,39 € pro Kilowattstunde (kWh), bedeutet dies Stromkosten, die beim 5-fachen des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises von 29 Cent je kWh liegen“, so EuPD Research. Klar ist damit auch, dass der Preis pro kWh beim Ladetarif analog zum Haushaltsstrom sowohl Grundgebühren als auch Verbrauchs- und Zeitkosten bzw. pauschale Kosten pro Ladevorgang beinhaltet.

Anmerkung von uns: Es empfiehlt sich meistens bei seinem Versorger, zum Beispiel Stadtwerk nachzufragen ob es einen Haushaltsstromvertrag incl. Lademöglichkeit für öffentliche Ladestationen enthalten. Das macht nicht nur Sinn, sondern hat meistens auch den Vorteil, das man günstiger aufladen kann.

Wir selber fahren mit einem Vertrag im Verbund Ladenetz und einen über den Verbund innogy. Damit haben wir bereits eine hohe Abdeckung. Eine reiner Verlass auf Roaminganbieter wie New Motion oder Plugsurfing empfiehlt sich, aus unserer Sicht, nur als „Reserve“ denn hier können die Kosten deutlich teurer sein.

Das sogenannte „Ad Hoc Laden“ ist eine weitere Möglichkeit. Allerdings klappt das ganz offensichtlich nicht überall, obwohl es laut Ladesäulenverordnung funktionieren sollte.

Ein Rechenmodell anhand von drei Fahrzeugmodellen

Interessant in dieser Studie ist aber auch, dass die Marktforscher bei der Berechnung der Kosten pro kWh sich die Details bei 3 Modellen angeschaut haben. Renault ZOE, VW eGolf und ein TESLA Model S. Modelle, die eine unterschiedliche Ladeleistung aufweisen. Hier ging es im Vergleich um die Grösse des Akkus, der Ladeleistung und den Verbrauch pro 100 km Fahrtstrecke. Hier berücksichtige man das man rund 14.000 km pro Jahr fährt. 

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Der beste Tarif ist der, der zu meinem Ladeverhalten passt

Die Studie zeigt damit auch auf, das wir noch viel Luft nach oben haben. Aber ganz klar ist auch: Es darf sich entwickeln. Noch vor ganz nicht langer Zeit hat man sehr viele Ladekarten haben müssen. Jetzt ist man dabei sich zu finden. Anbieter gestatten sich immer öfter untereinander das Laden „seiner“ Kunden. Es ist sicherlich noch nicht optimal, aber es ist besser geworden – aus unserer Sicht.

Eine „Vergleichsanalyse mobiler Ladestromtarife 2019“ beschreibt hierbei den Status Quo der öffentlichen Elektroauto-Ladestationen in Deutschland. Sie stellt aber auch die Bandweite der aktuell verfügbaren Tarife zum mobilen Laden dar und analysiert die besten zehn Tarife für die jeweiligen drei Automodelle. 

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