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Klimaschutz ohne die Städte ? Geht nicht !

Ob New York, Peking oder München: Alle sind Sie im selben Boot und brauchen Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel. Ohne Sie geht es nicht und Sie müssen handeln, denn die Herausforderungen sind enorm.

von Micha | emobicon

Im Prinzip ist man sich einig. In Metropolen, da wo die meisten Menschen leben, sind die Herausforderungen im Zeitalter von Klimawandel und Co enorm.

Die Regierungen der Länder sind sich uneins, obwohl Sie alle das gleiche erleben und Wissenschaftler schon längst Alarm schlagen. Der Alarm wird lauter und wenn man es jetzt immer noch nicht versteht, was gerade jetzt und heute passiert, dann wird man mögliche Folgen deutlicher zu spüren bekommen, als andere, die sich drehen, verändern, reagieren und die grosse Herausforderung annehmen.

Alle sind von von den Auswirkungen der Treibhausgasemission betroffen. Alle.
Es hat ein nie da gewesenes Niveau erreicht, mit spürbaren Folgen.

Haben wir bereits zu lange gewartet oder können wir noch was tun bei steigendem Meeresspiegel, Dürren, sintflutartigen Regen, Stürme, bei schmelzenden Gletschern ? Schon heute sind die Schäden gross, auch, weil wir kaum vorbereitet sind in der rasenden Schnelle wie sich das Klima verändert. Das menschliche Leid, in allen Teilen der Welt nimmt zu.

Klimawandel und der Faktor Zeit

Wir erleben es selber, täglich und aktueller denn je. Der Klimawandel ist da. Der Klimawandel ist Realität.

Wieviel Zeit haben wir als Gesellschaft, die Menschen und wieviel Beitrag muss die Staatengemeinschaft, die Regionen, die Menschen konkret in jedem Einzelfall leisten ? Eines steht fest. JEDER ist gefordert und muss sich umstellen. Im Handeln, im Tun und gewollt muss es auch sein. 

Die Chancen, die wir noch haben, muss genutzt werden. Auf der hohen politischen Ebene, dem Pariser Klimaschutzabkommen, ist man auf diesem wichtigen Schritt auf dem Weg. Diese einzigartige und historische globale Übereinkunft war möglich, weil die Länder erkannt haben, dass der Kampf gegen den Klimawandel zuvorderst den jeweils eigenen nationalen und lokalen Interessen dient.

Städte, überall auf der Welt, spielen bei der Umsetzung der formulierten Ziele eine herausragende Rolle. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt hier und gut zwei Drittel der weltweiten Energie wird hier verbraucht. 

Die Städte spielen bei der Umsetzung der global formulierten Ziele eine herausragende Rolle. Sie beherbergen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und verbrauchen mehr als zwei Drittel der weltweiten Energie – aber sie sind auch die Orte, wo grüne Initiativen Realität werden. Sie leisten den Brückenschlag zu den politisch Verantwortlichen auf der globalen Ebene, indem sie aufzeigen, was konkret möglich ist. So helfen sie den Staaten, ihre Klimaschutz-Ziele ambitionierter zu gestalten.

München will 100 Prozent erneuerbare Energie

Eher im Verborgenen funktioniert das, ganz offensichtlich, in München.
Deutschland will bis 2050 mindestens 80 Prozent der Stroms aus erneuerbaren Energien produzieren. In München ist man da schon längst weiter. München, als Landeshauptstadt möchte bis 2025 100 Prozent des Strombedarfs in eigenen Anlagen produzieren. Der gesamte Strombedarf einer Stadt und damit die erste Metropole der Welt, mit mehr als  einer Million Einwohner, die vollständig auf erneuerbare Energien setzt. 

Lokale Maßnahmen in München und vielen anderen Städten im ganzen Land tragen dazu bei, nationale Ziele zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Solche Anstrengungen sind auf allen Ebenen notwendig, um die Pariser Ziele zu erreichen und die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Länder benötigen dazu die Unterstützung der Kommunen. Es sind die Städte, in denen konkrete Projekte zur Dekarbonisierung und zur Klimaanpassung umgesetzt werden – sei es durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Elektromobilität, öffentliche Fahrradflotten, effiziente Gebäude, saubere Energie, Abfallmanagement oder Hochwasserschutz.

Riesen Herausforderungen in New York

Um die Metropole vor Stürmen und dem steigenden Meeresspiegel zu schützen, hat New Yorks Bürgermeister Bloomberg einen ehrgeizigen Plan vorgestellt. 20 Milliarden Dollar werden dafür benötigt.

Bewegliche Flutschutzwände sollen den größten Teil Lower Manhattans einfassen, bis zu sechs Meter hohe Deiche Teile von Staten Island schützen. Und dann braucht es noch ein System aus Fluttoren und Deichen zur Abschottung des Brooklyn Creek. Allesamt Mammutprojekte – und doch nur Teilaspekte eines umfassenden Aktionsplans, den New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg vorgestellt hat.

Das 250 Punkte umfassende Programm sieht darüber hinaus vor, die Infrastruktur der riesigen Stadt klimawandeltauglich zu machen: Kraftwerke, das Strom- und Telekommunikationsnetz, die Abwasser- und Kläranlagen, das Straßen- und U-Bahnsystem, Brücken, Tunnel, Hospitäler und Schulen, Häuser und Wohnungen.

Viel Geld und wenig Zeit für Mamutprojekte, die durchgeführt werden müssen

Die grünen Infrastrukturprojekte wie in München, New York und anderen Städten rund um den Globus erfordern Geld, viel Geld: Der Global Commission on the Economy and Climate zufolge ganze vier Billionen Dollar. Doch bisher wissen die Städte kaum, wo sie das Geld hernehmen sollen. 

Möglich und wünschenswert wäre, dass Städte, nationale Regierungen und große Unternehmen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten verstärkt grüne Anleihen auflegen und die Emissionstätigkeit insgesamt deutlich erhöhen. Ziel muss es sein, von 2020 an jedes Jahr eine Milliarde Dollar für grüne Investments aufzubringen. Man darf zuversichtlich sein, dass dieses Ziel erreich wird, denn es bleibt keine Wahl und kaum mehr Zeit.

Grüne Anleihen

Sämtliche grüne Anleihen übertrafen 2017  die Erwartungen mit über 150 Milliarden Dollar. Für dieses Jahr rechnet die Ratingagentur Moody’s damit, dass die Emissionen grüner Anleihen ein Volumen von 250 Milliarden Dollar übersteigen könnte. 

Die Städte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Mexiko-Stadt beispielsweise hat als erste Stadt in Lateinamerika eine grüne Anleihe über 50 Millionen Dollar bei privaten Investoren platziert. Ziel ist es, durch LED-Beleuchtung und bessere Lösungen für das Verkehrssystem zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid einzusparen.

Da Investitionen in den Klimaschutz sowohl Umweltvorteile als auch attraktive Renditen bieten, sind sie für Anleger interessant und letztlich unverzichtbar. Ihr Erfolg spricht für sich selbst und wird nicht aufzuhalten sein. Sie stehen für renditestarke Investitionen in die langfristige wirtschaftliche Entwicklung, in Arbeitsplätze, Chancen, Wachstum und Nachhaltigkeit.

Die Städte sollten die Mittel nutzen

Öffentliche Mittel und Entwicklungsgeld allein reichen nicht aus, um den erforderlichen Ausbau der Infrastruktur in der gebotenen Geschwindigkeit zu realisieren. Städte können den Wandel sehr viel schneller vollziehen, wenn sie diese Mittel nutzen, um zusätzlich private Geldzuflüsse in beträchtlicher Größenordnung zu mobilisieren. Das Global Urbis Programm zeigt beispielhaft, wie es funktionieren kann. Das Programm wurde im vergangenen Jahr durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und den globalen Bürgermeisterkonvent für Klima und Energie aufgelegt. Heute finanzieren die Beiträge der Geldgeber bereits grüne städtische Infrastrukturprojekte in aller Welt mit 50 Millionen Dollar. Durch die Finanzierung und technische Hilfe konnten weitere 360 Millionen Dollar an privaten Investitionen locker gemacht werden. 

Die Welt ist also auf einem gutem Weg, den Emissionstrend bis zum Jahr 2020 umzukehren. Städte gehen auf diesem Weg im Namen ihrer Bürger voran. Bessere Zukunftsperspektiven für Städte bedeutet eine bessere Zukunft für uns alle, die wir uns die kostbare Atmosphäre dieses Planeten teilen.

Jetzt muss nur noch die Automobilindustrie Ihre Hausaufgaben machen. Angekündigt wurde und wird viel. Die Taten werden wir sehen, beurteilen. Jeder einzelne sollte seine Möglichkeiten nutzen, um seinen Beitrag zu leisten.

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