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Automobilhersteller: Der südkoreanischer Hersteller KIA wird elektrisch

Die Zahl ist beachtlich: Jedes achte verkaufte Fahrzeugmodell ist inzwischen mindestens teilelektrisch. 
Ein komplett eigenständiger Weg und Mut haben sich ausgezahlt.

von Harald M. Depta | emobicon - Bild: KIA

Eine elektrifizierte Quote von 12,5 Prozent. Das dürfte in manchen Chefetagen anderer Automobilhersteller für Verwunderung und vielleicht sogar für Bewunderung sorgen. Hierzulande träumt man bekanntlich davon. Es ist noch nicht lange her, da hieß es bei uns: Geht nicht, will keiner, machen wir nicht. Man hat das Thema schlicht unterschätzt. Dabei kann BMW, die sich gern selbst als Vorreiter in der Elektromobilität sehen, nicht mal die Hälfte der Zahlen vorweisen.

Kia ist sehr weit

Dabei ist Dr. Michael Winkler, der im europäischen Entwicklungszentrum von Kia in Rüsselsheim den Bereich Antriebstechnologie verantwortet, noch nicht einmal echter Elektrofan: „Ich denke, dass der Diesel noch lange weiter gebraucht wird. Wenn man das Thema CO2-Reduzierung ernst nimmt, ist er einer der grundlegenden Bausteine. Das gilt gerade für SUVs und große Fahrzeuge.“ Trotzdem traute sich EIN Hersteller so richtig und eher leise an das Thema Elektrifizierung und war mit dem KIA Soul EV der ersten Generation vor nunmehr über 5 Jahren schon mächtig weit. Man hat gelernt, sich entwickelt und den Markt genau beobachtet.

KIA setzt auf eine Multi Antriebs Lösung

Das aktuelle Modellprogramm von Kia umfasst derzeit zwei reine Elektromodelle: den Kompakt-SUV e-Niro und den Kleinwagen e-Soul, früher auch Soul EV, der aufgrund seines kastenförmigen Designs einen gewissen Kultstatus besitzt.  Am beliebten in Europa ist der e-Soul bekanntlich in Norwegen. 

So wurden diese beiden Modelle von Beginn ihrer Entwicklung an auch als Elektrofahrzeuge geplant, sind aber trotzdem auch mit Verbrennungsmotoren erhältlich. Anfang 2019 wurde die neue Generation des e-Soul vorgestellt und gleichzeitig wurde öffentlich, das es ab dieser neuen Generation, zumindest in Europa dieses Modell nur noch elektrisch geben wird. KIA setzt dabei auf eine Multi Antriebs Lösung. „Wir zeigen, dass es möglich ist, wenn auch technisch anspruchsvoll“, so Winkler. Während viele Hersteller die Schlagzahl Ihrer Ankündigungen drastisch erhöht hat, verkaufrUnd während sich andere Autobauer in Konzeptstudien und Ankündigungen verlieren, verkauft Kia bereits. 

Allerdings scheint man sich in Europa, insbesondere in Deutschland mit dem neuen e-Niro verkalkuliert zu haben. Direkt und kurz nach der Markteinführung hier gibt es wohl ziemliche Lieferprobleme. Mindestens 12 Monate Lieferzeit für das vollelektrische Modell sind aktuell meistens Realität.

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Für Kunden ist es schwierig, den richtigen Antrieb zu finden

Trotz aller Widerstände, auch bei Kunden – insbesondere in Deutschland hat man sich schon früh für die Antriebsvielfalt entschieden. Heute sehen sich Niro-Käufer im Kia-Showroom mit der Frage konfrontiert: Hybrid, Plug-in-Hybrid oder batterieelektrisch? Dabei hat man sich, insbesondere auf Seiten der Händler ziemlich schwer getan. Die Bedeutung der Begriffe in den veränderten Zeiten war oft mit Überforderung einher gegangen. „Nicht nur für uns Entwickler, sondern auch für die Kunden ist es schwierig, den richtigen Antriebsstrang zu finden. Die Bandbreite ist einfach zu groß.“ so Winkler. Jedes System hat seine Stärken und vor allem seine Schwächen.

5 Prozent der Niro Käufer nehmen die vollelektrische Variante

Ein Niro Hybrid ist mit 25.390 Euro auch im Wettbewerbsumfeld vergleichsweise günstig ist. Soll es die wiederaufladbare Plug-in-Hybrid-Version sein, muss man mit mehr als 7.000 Euro zusätzlich rechnen. Die vollelektrische Variante kostet noch einmal rund 2.000 Euro mehr. „Die Batterie ist für Plug-in-Hybrid- und batterieelektrische Fahrzeuge immer noch der entscheidende Kostentreiber“, so Winkler. Dabei hat e-Niro mit einem Gesamtpreis von 34.290 Euro immerhin 455 Kilometer Reichweite. Oft aber reicht es den Kunden nicht.  Für die vollelektrische Variante entscheiden sich gerade einmal fünf Prozent der Niro-Käufer. Bei Kia ist man sich des Preisdrucks bewusst. Und obwohl Antriebsentwickler Winkler ein großer Fan des sauberen Dieselmotors ist, winkt er deshalb auch beim Thema Dieselhybrid ab. „Es ist ein Thema der Kosten, obwohl es sinnvoll wäre.“ Der Dieselmotor ist teurer als der Benziner – sowohl der Grundmotor als auch die Abgasnachbehandlung. „Wenn dann noch das Thema Hochvoltelektrifizierung dazu kommt, ist das Gesamtprodukt auf Kostenseite zu herausfordernd. Das sehe ich bei uns nicht.“

Brennstoffzellenfahrzeug von KIA kommt

Klar ist aber: KIA treibt seine Hochvoltstrategie voran. der NEXO kommt.  Das ist  Kias Brennstoffzellenauto, das seinen Strom selbst produziert. Angesichts des zu erwartenden hohen Preises wird der kommerzielle Erfolg eher bescheiden sein. Aber immerhin können sich die Kia-Manager auf die Schultern klopfen, auch dieses Antriebsprinzip im Sortiment zu haben. Technologisch hat man damit aber wieder die Nase vorn.

KIA sieht Europa als technologischen Vorreiter

Wie geht es nun weiter ? Die Hochvoltechnologie soll nun auch bei den großen, außerhalb Europas angebotenen SUVs eingeführt werden. Bislang hatte sich KIA hier zurück gehalten, obwohl die angebotenen Modelle wie Telluride, Sedona und K900 in den USA durchaus das Potenzial hätten. Doch bis heute sind lediglich die kleineren, aus Europa bekannten Modelle mit teil- oder vollelektrischem Antriebsstrang in Nordamerika erhältlich. Michael Winkler, unter dessen Leitung genau diese Modelle entstanden, freut sich selbstbewusst: „Technologisch ist Europa der Vorreiter.“

Quelle: KIA Presse Information

5 Gedanken zu „Automobilhersteller: Der südkoreanischer Hersteller KIA wird elektrisch

    1. Solange es im KFZ-Brief nicht explizit ausgeschlossen wird, kamm man eine einbauen, sagt mein Werkstattmeister. Da es den Soul auch als verbrenner m it AHK gibt, sollte es bezüglich der Bauform und der Haltepunkte keine Schwierigkeiten geben. Meistens muss ja auch nur ein kleiner Anhänger dran, für Gartenabfälle etc…also mac 750 kg ungebremste Gesamtmasse.

      1. Hallo Herr Arzt,

        Vorsicht. Was das eine „baugleiche“ Modell hat oder kann muss nicht für den baugleichen Stromer gelten. Es kommt auf die Zulassung an und hier ist man in der Tat mit Elektrofahrzeugen aktuell noch was schlechter gestellt. Nicht automatisch hat man die Zulassung für die Ausrüstung mit Anhängerkupplung oder eben nur sehr eingeschränkt. Darüber sollte man sich vorsichtshalber genau informieren

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