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Elektromobilität: Wenn Mobilität den Job verändert

Elektromobilität heisst nicht automatisch Jobverlust. Es bieten sich Chancen durch neue Technologien und Dienstleistungen - gerade im Hinblick auf die Zukunft.

von Stefan Blome | emobicon - Cover Bilder: emobicon

Die Horrorszenarien vom Arbeitsplatzabbau, wie Volkswagen ihn angekündigt hat, sind das eine. Jobchancen im Bereich Elektromobilität zu nutzen sind das andere und sehr realistisch. Was bislang Ölwechsel, Wartung von Bremsen und der Austausch von Zündkerzen war, ist nun eine ganz andere Herausforderung bei einem Elektrofahrzeug. Der Dienstleistungsbereich wird neu erfunden und nicht nur auf der technischen Ebene ergeben sich neue Anforderungen. Neue Fachbereiche entstehen, neue Berufsbilder werden geschaffen.

Neue Technologien erfordern neue Herausforderungen

Noch entscheiden sich fast alle Autofahrer für Tanksäulen statt Steckdosen: Weniger als 50.000 von über 46,5 Millionen Neuwagen waren 2018 laut Kraftfahrt-Bundesamt Elektroautos. Doch dabei wird es nicht bleiben. Wie wird sich der Markt für alternative Antriebstechnologien in den nächsten 10 Jahren entwickeln? 

Wir selber haben im Herbst 2016 mit emobicon ein Wagnis gestartet. Unser Bereich ist nicht die Produktion von Fahrzeugen, aber im Dienstleistungsbereich, rund um die Elektromobilität sind wir aktiv. Denn unsere Vorstellung von dem was man braucht und was am Markt vorhanden war passte nicht zusammen.

Man muss nicht nur als Fahrer eines Elektrofahrzeuges anders denken und dann auch handeln. Für den Nutzer ergeben sich neue und andere Fragen und Anforderungen. Das bedeutet Veränderungen – wie sooft im Leben, wenn Technologien aus der Nische zum Standard werden. Bereits seit fast fünfeinhalb Jahren sind wir elektrisch unterwegs und erstmal war damals wenig bis nichts. Nichts was uns half. Nichts, was den Weg zur Elektromobilität ebnete. Es gab kaum Informationen und nur wenig deutete darauf hin, das Elektromobilität kommt. Ein paar Blogs und Foren half uns im Elektromobilen Alltag. Den Rest erlebten wir täglich selber und wussten schnell selber, was nötig ist. Irgendeiner muss den Anfang machen und klar ist: Wir gehörten dazu.

Irgendwann fängt jede Veränderung an

Der Automobilhändler wird mit neuen Fragen konfrontiert, die ein Fahrzeuginteressent hat. Die Fahrzeugwerkstatt muss sich umstellen und weiterbilden, denn die Hochvolttechnik wird wichtig und stellt neue Anforderungen. Wie bereits ohnehin werden Fahrzeuge technisch umfangreicher. Mehr Software, das heisst aber auch Updates, weil die Entwicklung das erfordert. Fahrer von Elektrofahrzeugen brauchen Ladeinfrastruktur. 

Nicht nur zu Hause oder beim Arbeitsplatz, sondern auch für die Fahrt in den Urlaub oder während man beim einkaufen ist. Künftig wird man auch vernetzter unterwegs sein. Weg vom klassischen „Ich fahre immer nur Auto“ Anspruch – hin zu einer Mobilität die sich ergänzt. Der Anspruch an Mobilität wird viel verändern und das bietet grosse Chancen im Jobbereich. Wir waren bereit, uns der neuen Herausforderungen zu stellen.

Wir haben uns eine Kompetenz und einen Namen im Dienstleistungsbereich erarbeitet, die immer wieder gefragt ist und uns damit auch zeigt, wie wichtig wir geworden sind. Auch wir verändern uns immer weiter.

Neue Berufszweige entstehen

Smarte Bordcomputer, innovative Fahrassistenten oder verlässliche Reichweitenberechnung – die fortschreitende Entwicklung von E-Autos betrifft viele Berufsbereiche. Die Branche sucht für solche Aufgaben zum Beispiel Absolventen aus dem IT-Bereich. Aber auch Juristen, die sich mit Produkthaftung, Patenten und Lizenzen befassen. Oder Autodesigner, die die Innenausstattung der Elektrofahrzeuge entwerfen, werden benötigt. Volkswirtschaftler, Ingenieure, Maschinenbauer und Elektrotechniker sind ebenso gefragt.

Selbst Chemiker haben gute Berufsaussichten, denn man braucht Fachleute, um an der Weiterentwicklung der Li-Ionen-Technologie zu arbeiten. Ausserdem wird am Aufladen mit neuen Ladetechnologien geforscht.
Und neue Akkutechnologien werden gebraucht, um höhere Reichweite bei den Fahrzeugen zu ermöglichen.

Veränderungen brauchen Mut

So haben wir mit den eMobil Beratern nicht nur, automatisch, eine beratene Funktion, sondern primär geht es um Handling und Alltag mit Elektromobilen. Die Ladeinfrastruktur spielt eine grosse Rolle, aber eben auch Schulungen für den Automobilhandel, denen heute immer noch vielfach Unterstützung der Hersteller fehlt, denn eine eigene Kompetenz muss erst ermöglicht werden.

Sachkunde braucht auch zum Beispiel eine Hausgemeinschaft, wenn Sie die passende Ladeinfrastruktur setzen will und ein Unternehmen, was auf Elektromobile umstellen will, möchte auch die Förderberatung inclusive.

Unternehmen möchten auch Strukturen für Mitarbeiter schaffen, scheitern aber hier, mangels Kompetenz an den Möglichkeiten aus Technik, Anspruch, Wirtschaftlichkeit und Förderungen. Zudem gibt es steuerrechtliche Ansprüche, die zu beachten sind. Der Dienstleistungsbereich entsteht und nützt der veränderten Mobilität und deren Anforderungen. Bereiche müssen sich entwickeln können und das braucht nicht nur Mut.

Anspruch an die Mitarbeiter verändert sich

Schon im alltäglichen Umgang kommt es auf die Erfahrung an. So machen wir auch Workshops in Schulen , Veranstaltungen und bieten auch immer wieder, im eigenen Rahmen Unternehmerveranstaltungen an, die vor allem und zunächst ein aufklärenden Charakter haben.

Auch wir erleben die vor allem schnelle technische Entwicklung und die daraus resultierende Notwendigkeit der stetigen Weiterentwicklung. Zusammen mit Herstellern und weiteren Dienstleistern werden auch wir stets weiter geschult. Wir erleben zudem die Veränderungen täglich – besonders medial in den Ankündigungen. Wir müssen selber ständig über den Tellerrand hinaus schauen  um Probleme zu lösen und neue Trends zu erkennen.

Und der eigene Bedarf an Mitarbeitern wächst und stellt auch uns vor Herausforderungen.
So werden wir in Kürze wieder einen neuen Mitarbeiter im Team haben und im kommenden Frühjahr ein weiteren Mitarbeiter, der bereits eigene elektromobile Erfahrung hat und aktuell im Praktikum bei einem Energieversorger erlebt, wie schwierig es sich Unternehmen machen, mit der Elektromobilität voran zu kommen und hier zum einen Dienstleistungen zu entwickeln, aber auch im Markt zu platzieren und dadurch die Chancen und den Schwung der Elektromobilität zu nutzen.

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Weiterbildung, Jobs und Perspektiven in der Elektromobilität nutzen !

Es ist gar nicht so einfach entsprechend Mitarbeiter zu finden oder zu gewinnen, denn auch wir müssen entsprechende Ansprüche stellen. Jemand, der zum Beispiel keine oder kaum Berührungspunkte mit der Elektromobilität hat, ist kaum von Nutzen, wenn wir nicht erkennen, das zumindest die Grundinformationen in dem Bereich und eine Begeisterung vorhanden ist.

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Ständiges Lernen ist erforderlich

Wenn man nun erfährt und spürt, wie die Automobilindustrie und ihre Zulieferer bis 2025 40 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung alternativer Antriebe investieren wollen, dann entsteht ein spannendes Feld. Nicht nur in der Fahrzeugproduktion. Man muss die Mitarbeiter mitnehmen und die Chancen aufzeigen.

Klar ist: Wer in der Elektromobilität tätig ist, muss sich auf lebenslanges Lernen einstellen. Es gibt ständig neue Technologietrends, einfach weil noch nicht so viele Produkte am Markt sind und stetig nach Verbesserungen gesucht wird. Daraus entwickelt sich eine tolle Dynamik, die vielleicht in gesetzteren Bereichen so nicht mehr besteht. 

Studium oder Ausbildung bereitet den Weg

Wer sich als Abiturient für eine Karriere in der Automobilindustrie interessiert, kann sich über Studiengänge etwa in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Automotive Management, Maschinenbau oder Verkehrswirtschaft informieren. Aktuell gibt es bereits rund 20 Studiengänge, die unmittelbar auf Elektromobilität ausgerichtet sind.. Von Vorteil kann auch ein duales Studium sein, das aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung, aber auch berufliche Praxis vermittelt. Hier werden die Möglichkeiten auch noch wachsen.

Mit einem Studium bereits man sich in der Elektrotechnik gut auf die Herausforderungen im Bereich der Elektromobilität vor. Auch weil es eine hohe Systemkompetenz vermittelt, also die Fähigkeit, über das eigentliche Fachgebiet hinaus zu denken und in interdisziplinären Teams zu kommunizieren. Eine Fertigkeit, die in einer interdisziplinären Branche wie der Automobilindustrie besonders benötigt wird. Wichtig sind auch internationale Kompetenzen: Es bietet sich an, während des Studiums Sprachen zu erlernen und eine Weile im Ausland zu leben. Denn die deutsche Automobilindustrie hat über 2400 Produktionsstandorte weltweit. 

Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen

Wer sich gezielt fortbilden oder spezialisieren möchte, kann aus einem breiten Angebot auswählen. Einen ersten Überblick zu Anbietern und dem Spektrum an Weiterbildungen bietet zum Beispiel die Datenbank des Projekts Netzwerk Qualifizierung Elektromobilität (NQuE) vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Fortbildungen und Seminare können Fachkräfte etwa beim VDA oder bei den Industrie- und Handelskammern absolvieren.

Nicht nur Akademiker haben in der Elektromobilität exzellente Berufsaussichten. Gefragt sind auch Absolventen industrieller elektrotechnischer Berufsausbildungen.  Gleiches gilt für Fahrzeuglackierer, Automobilkaufleute und Kfz-Mechatroniker. Einige Ausbildungsordnungen in diesem Bereich wurden nach Angaben des NPE in den vergangenen Jahren speziell im Hinblick auf die neuen Anforderungen modernisiert. Vertrieb und Marketing verändert sich ebenso, wie auch der klassische Handwerker im Elektrobereich, der mit neuen Herausforderungen umgehen muss.

Unser Fazit

Wir sind mitten in einer enormen Entwicklung. Ohne Zweifel: Die Akzeptanz wird steigen und somit auch die Chance in neuen Berufszweigen tätig zu sein. In einigen Jahren wird auch das völlig normal sein, so wie die vielen Veränderungen in der Vergangenheit die von enormen Entwicklungen in Technologiebereichen geprägt war und auch heute immer noch ist. Ein Beispiel ist der Computer. 

Ohne den geht heute nichts mehr und auch hier hat sich von Modellgeneration zu Modellgeneration soviel getan, das wir heute alle wissen, das ohne Computer kein Bereich mehr auskommt. Diese Entwicklung setzt sich fort, auch wenn aktuell eher alles schwarz gemalt wird. Aber es ist bunt und wird noch bunter. Wir selber haben in der Hand, was wir daraus machen und wie wir uns mit alle dem entwickeln. Die Chancen sollte man nutzen – im Interesse von uns selbst.

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