Ausblick ElektromobilitätAutobauerElektroauto kaufenMobilitätNews

Auto: Jeder 8. Interessent kauft heute bereits online

Auto: Jeder 8. Käufer kauft heute bereits online | emobicon

Für Autokäufer ist es längst normal geworden sich über Modelle, Preise und Aktionen online zu informieren. Der Automobilhandel, das klassische Autohaus bleibt dabei oft aussen vor, weil Online und Autohaus bislang kaum zusammen passen. Online Vergleichsportale machen bereits gute Geschäfte und junge Start-Ups krempeln gerade den Online-Verkauf für Neuwagen um.

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Und wie in den meisten Branchen ist längst klar: Ohne Online Auftritt und Vertrieb über das Internet geht es nicht mehr. Stimmt der Preis und die Transparenz ist der Online Kauf, auch bei Fahrzeugen ganz offensichtlich nicht zu unterschätzen. Man muss jetzt investieren. Eher still und heimlich positionieren sich die Hersteller in dem Bereich und das obwohl Autohändler-Verbände meinen, dass Neuwagenkäufer kaum ein Fahrzeug ohne ausführliche Beratung beim Händler kaufen würden. Eine Auswertung der Deutsche Automobil-Treuhand (DAT) zeigt nun, dass dies immer weniger zutrifft. Bestes Beispiel hier: Tesla. Mit wenigen Klicks ist das Elektrofahrzeug bestellt.

Die DAT erhebt regelmässig wie sich Konsumenten beim Gebraucht- und Neuwagenkauf verhalten und was sie sich wünschen. Schaut man sich die neuesten Daten an bestätigt sich ein Trend:  

Gut 80 Prozent aller Neuwagenkäufer haben dabei im Internet nach Preisen und Modellen gesucht. 56 Prozent der Interessenten steuerten dabei auch Neuwagenportale an. Und bereits ein Viertel all dieser Neuwagenportalbesucher wurde dort dann auch fündig. Laut DAT haben diese auf einem Neuwagenportal ihr neues Fahrzeug gefunden, wurden dann an einen Vertragshändler vermittelt und kauften dann auch dort.

Bei neuen Technologien beschleunigt sich das Kaufverhalten ganz offensichtlich. So werden Elektrofahrzeuge heute oft bei wenigen Händlern geordert sondern die Lieferzeiten entscheiden wo gekauft wird. Vorab holt man sich Tipps und Ratschläge in zahlreichen Portalen. Bei uns, bei emobicon werden im Falle von Unternehmen zunächst Probefahrten mit verschiedenen Modellen verschiedener Marken durchgeführt. 

Dadurch ergibt sich auch eine fachlich fundierte Unabhängigkeit bezogen auf den Bedarf eines Kunden. Meist passt dann das Angebot noch zu der Preisvorstellung eines Kunden. emobicon kümmert sich dann auch noch um die mögliche passende Förderung. Ein Aspekt der sich lohnt und sowohl bei Autoprtalen aber auch beim klassischen Automobilhändler oft keine Rolle spielt. Entscheidend aber auch hier: Die schnelle Verfügbarkeit. 

Eher still und heimlich und kaum wahrnehmbar kauften bislang rund 12 Prozent aller Neuwagenkäufer Ihren PKW im Internet – also jeder achte. 

Laut DAT geht es den meisten Online Shoppen um Zuverlässigkeit, den Preis, den Verbrauch und die Verfügbarkeit.

Bei Elektrofahrzeugen geht es um die fachliche Kompetenz, Aufklärung, Handling, Alltag und auch hier insbesondere die Verfügbarkeit des Wunschmodells. Das liegt vor allem daran, dass bei Elektrofahrzeugen oft eine klassische lange Lieferzeit angegeben wird. Nur wenige Händler können mit Bestandsfahrzeugen schneller liefern und gleichzeitig Kompetenz zeigen. Das spricht sich rum.

Das Ergebnis ist damit klar: Gute 80 Prozent der Online-Käufer erwarben ihren Neuwagen bei einem anderen Händler als dem ursprünglich geplanten, insgesamt waren es nur 31 Prozent. Die Internet-Autokäufer greifen zudem häufiger zu Fahrzeugen der Importeure, also zu Marken, die ihre Autos außerhalb Deutschlands fertigen lassen. Das liegt bei Elektrofahrzeugen daran, das es aktuell fast nur Elektromodelle von ausländischen Herstellern gibt.

Deutsche Luxusmarken leisten sich nur 10 Prozent der Online-Käufer, in der Gesamtheit aller Neuwagen-Erwerber sind es immerhin gut ein Viertel. Das ist offensichtlich noch nicht so „in“.

Mit knapp 27.000 Euro für ihren Neuwagen zahlten diese Interessenten weniger als der klassische Kunde, der immerhin durchschnittlich 31.000 Euro zahlt. Online ergibt sich auch die Möglichkeit zusätzliche Dienstleistungen zu plazieren. Das kommt offensichtlich gut an !

Neuwagenportale im Internet, so hat DAT das demnach herausgefunden, bieten „für besonders preissensible Käufergruppen eine Lösung“. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die sogenannten“Best-Preis-Plattformen“ werden dabei kritisch gesehen, denn Sie behaupten oft viel, bieten wenig, aber der Kunde vergleicht anders als der stationäre Händler kalkulieren muss. Hier werden Neuwagen oft verramscht und ziemlich häufig verzichtet man hier auch auf eine Marge. 

Aber auch im Einzelhandel testet man wiederholt den Neuwagen Verkauf. Laut Informationen von emobicon wird es „bald“ Elektrofahrzeuge bei einer grossen Lebensmittelkette geben. Auch hier wird man den Online Verkauf testen, Einzelheiten gibt es dazu demnächst bei uns. 

Eine Frage bleibt: Wieviel Erklärung und persönliche Betreuung braucht der Neuwasgenverkauf?

Was aktuell fehlt, so der DAT Report sind fabrikatsübergreifenden Plattformen, möglicherweise unter der Ägide des Zentralverbands des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes.

Aber solche Pläne und Ankündigungen gibt es bereits seit mehreren Jahren – doch passiert ist bisher nichts, wohl auch weil sich die Verbandsmitglieder bislang kaum auf ein schlagkräftiges Vorgehen einigen konnten. Hersteller testen im kleinen Rahmen die Möglichkeiten, aber man hat aber auch Angst sich mit der starken Händlerschaft zu überwerfen, denn unklar scheint zu sein: Wie sieht das Geschäftsmodell des „Online Fahrzeug Verkaufes“ aus ohne sich gegenseitig das Leben schwer zu machen? Man kommt nicht drum herum, das wissen alle Beteiligten und der Markt testet hier ganz intensiv seine Möglichkeiten.  Aktuell versuchen Dritte das Thema in die Hand zu nehmen, nicht immer mit Erfolg:

 Eine wichtige Informationsquelle ist zum einen Mobile.de. Der Gebrauchtwagen-Riese hatte bislang große Pläne für seinen Neuwagen-Bereich. Mangels Erfolg hat man die Expansion aber zuletzt stark zurückgefahren. Konkurrent Autoscout24.de  ist im Neuwagen-Verkauf ebenso noch nicht im Geschäft.

Besser scheint es bei der Neuwagen-Plattform Carwow zu sein: Das Neuwagenportal hat vor kurzem eine Finanzierungsrunde über 28 Millionen Euro abgeschlossen und zählt nun Daimler zu seinen Hauptinvestoren. 

Unsere eigene Erfahrung mit diesem Portal ist aber ernüchternd. Zu kompliziert, oft widersprüchlich und zu nervig der versuchte Kauf der scheiterte. Automatisierte Prozesse können eben ganz schön nervig sein. Die Angaben der „Händler“ stimmen offensichtlich auch nur zum Teil und die Angaben über die Verfügbarkeit sind auch nicht richtig.

Die Millionen von Daimler für Carwow machen aber erneut eines deutlich: Kaum ein Hersteller und noch weniger Händler selbst haben im Jahr 2019 eine glaubwürdige Digitalisierungsstrategie. Denn sonst würden sie die Neuwagen-Vermittlung via Internet kaum einem Start-up überlassen müssen. 

Auch wir vermitteln im Rahmen von Gesamtprojekten für Unternehmen Elektrofahrzeuge. Dafür haben wir uns verschiedene pfiffige kooperative Händler verschiedener Marken gesucht und können schneller liefern als die meisten anderen. Aktuell einer der wichtigsten Faktoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.