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innogy: Autostromvertrag bald in anderen Netzwerken nutzbar?

Politik: Wird die Förderung von Hybridfahrzeugen eingestellt? | emobicon

Viele Karten und Zugänge um Ladesäulen zu nutzen - das war mal. Aber immer noch ist es unübersichtlich, was am Markt wirklich sinnvoll ist, um ein Elektroauto öffentlich nachladen zu können. Bei Innogy tut sich was...

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Um an einer Ladestation Strom zu erhalten brauche ich einen Zugang zum Netzwerk. Dieser Zugang schaltet die Ladesäule frei. So hat zum Beispiel ein Betreiber sein Netzwerk anderen geöffnet, die Ihren Kunden per Roaming zu ermöglichen auch die fremde Säule zum Aufladen Ihres Elektrofahrzeuges zu nutzen. Es tut sich eine Menge am Markt. Offensichtlich auch bald bei Innogy – aktuell das grösste Netzwerk an Ladeinfrastruktur in Deutschland

Das Aufladen von eMobilen an Ladesäulen wird immer einfacher

Klar ist schon lange, dass die Industrie das Bezahlen beim Aufladen von Elektroautos vereinheitlichen will. Ziel ist ein Roaming-System wie beim Telefonieren mit Handys. Damit, so die Hoffnung, sollen die Chancen der neuen Stromer bei den Kunden steigen. Es wird besser und innogy will die Möglichkeiten offensichtlich bald ändern.

Für das Laden eines Elektroautos zu bezahlen ist nicht mehr kompliziert. Das Vorurteil gehört der Vergangenheit an. 2013 auf den Weg gebracht, sind die neuen Regeln für neue Ladestationen einfacher – sowohl für den Betreiber, als auch für den Nutzer. Und es wird noch einfacher werden. Das einfache Laden per Kredit oder Bankkarte – kontaktlos und unkompliziert. Das Ziel ist klar: Laden überall, auch ohne Vertrag.

Nur wenn man zu Hause nicht laden kann sollte man sich intensiv mit dem Laden an öffentlichen Ladestationen kümmern. Da gibt es eine Menge (Einspar) Potential. Die Frage der meisten: Wie sieht es mit dem Laden im öffentlichen Raum aus? Und vor allem: Wie bezahlt man? Es war mal mächtig kompliziert und mittlerweile ? Zumindest ist es einfacher. Der Markt ist heftig in Bewegung. Wir kommen im wesentlichen mit 2 Zugängen aus. 

Es kommt drauf an: Langsam, schnell, kostenfrei oder wie?

Wenn man Glück hat gibt es eine kostenfreie Ladesäule beim Energieversorger, am Supermarkt oder zum Beispiel am Rathaus. Doch diese Gratis-Lademöglichkeiten werden seltener.

Weitere Ladestationen öffnen Kunden von Restaurants und Hotels, von Lebensmittel-  Supermärkten, Möbelhäusern und Baumärkten, die damit um Kunden werben. Der Zugang ist meist individuell geregelt und richtet sich nach den Öffnungszeiten. Im Trend liegen anbieterspezifische Apps. Da wird in den nächsten Monaten und Jahren sicherlich noch einiges passieren. 

Unterwegs sind natürlich Schnelllader nötig. Ab 50 kW Ladeleistung geht es hierbei los und ein ziemlich flächendeckendes System an Ladesäulen ist hier an den meisten Rastplätzen zu finden. Trend hier, ganz klar: Immer höhere Ladeleistungen um noch schneller nachladen zu können. Einer der Anbieter der Ladesäulen hierbei innogy. Aber wie funktioniert das Roaming bisher?

Roaming auch bei der Ladeinfrastruktur der Schlüssel zum Erfolg

Für die Nutzung von innogy Ladestationen benötigt man einen Zugang von innogy, seinen Partner oder einem Fremdpartner, der das Roaming für seine Kunden ermöglicht. Ziemlich kompliziert ? Nein. Easy, denn jeder Anbieter zeigt in seiner App an, welche Ladesäulen mit dem eigenen Zugang freigeschaltet werden können.

Denn Ladepunkte im öffentlichen Raum sind meist mit einer Fernschaltung ausgestattet.  Informationen zu Ladeanschlüssen und Verfügbarkeit, aber auch lokale Hinweise, erhält man anbieterübergreifend per App oder auf der Webseite. Aber wie funktioniert das Roaming bei Ladesäulen überhaupt?

E-Roaming-Plattformen ermöglichen das Laden an Ladepunkten unterschiedlicher Betreiber. Hier werden Nutzer, Ladesäulenbetreiber und Stromanbieter über sogenannte Identifikationskarten mit RFID-Technik identifiziert. Die Karten erhält der Kunde u.a. von seinem Stromversorger. Auf der E-Roaming-Plattform Hubject werden beispielsweise verschiedene Betreiber von Ladesäulen miteinander vernetzt. Der Kunde lädt dann im Partnernetzwerk. Dafür braucht er nur einen Fahrstromvertrag mit einem Partner des Ladenetzwerks abzuschließen. Die Identifizierung an der Ladesäule erfolgt via App oder Karte.

innogy ermöglicht seinen Kunden besseren Marktzugang

innogy ist derzeit noch „einseitig“. Das heisst: Verschiedene Anbieter können an den innogy Ladestationen als Roamingpartner das Aufladen Ihrer Kunden ermöglichen. Umgekehrt, also das innogy Kunden mit Ihrem Zugang bei fremden Ladesäulen aufladen können, geht aktuell nur vereinzelnd an Stationen von E.ON. Das liegt aber auch daran, dass innogy – Teil von RWE, nun auch Teil von E.ON ist. innogy soll also solches vom Mart verschwinden – das Geschäftsmodell wird neu justiert.

Wir hören von verschiedenen Stellen, dass es noch in diesem Jahr möglich sein könnte, dass innogy Kunden mit Ihrem innogy Autostromvertrag auch an Ladesäulen anderer Betreiber aufladen können. Es wurde schon länger darüber spekuliert, wie das neue Geschäftsmodell von innogy und oder E.ON aussehen könnte. Ein wichtiger Baustein, so wurde es immer betont, sei die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität.

Internationalisierung schreitet voran

Da eCharge nun in neue Bahnen gelenkt werden soll liegt auch daran, dass dieser Markt international zu sehen ist. Längst klar ist, dass Anbieter wie FASTNED aus den Niederlanden in Deutschland Fuss fassen will – das ein Konsortium der deutschen Automobilhersteller mit RWE Beteiligung entsteht und auch in vielen anderen europäischen Ländern aufgebaut wird und das es immer wichtiger wird mit Partner zusammen Ladeinfrastruktur zu planen, aufzubauen und zu betreiben. 

Ladekunden akzeptieren nicht mehr alles

Bemängelt wurde in der Vergangenheit oft, die mögliche Intransparenz bei den Preisen an den Ladestationen. Zum einen schützt künftig das Eichrecht, zum anderen aber auch, dass man sich vorab informiert, welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich an der Ladestation stehe. Zu unterscheiden ist hier AC – also Wechselstrom und DC, also Gleichstrom bei den Schnellladestationen. 

Bei innogy ist man derzeit in der Preisfindung. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, das der Lade – Kunde die Anbieter immer wieder abstraft, die zu sehr an der Preisschraube drehen. Anfängliche Werbeaktionen mit wenigen ct pro Kilowattstunde wurden gern genutzt, bei einer Preiserhöhung aber dann von den meisten Kunden nicht mehr akzeptiert. Eine gute Alternative scheinen immer noch Ladeflatrates zu sein. 

Auch hier denkt man bei innogy nach ob man diese wieder anbietet. Einige Stadtwerke Partner haben Sie noch im Programm. Aber man spricht (noch) nicht drüber, denn mit dem neuen Eichrecht muss erst geschaut werden, was darf man noch anbieten. 

Zudem sind die meisten DC Ladestationen aktuell noch nicht eichrechtskonform und ob und wie eine mögliche Umrüstung aussehen könnte scheint derzeit noch ziemlich offen zu sein.

Am Besten, so unser Blick auf den Markt, ist man immer noch bei vielen Stadtwerken aufgehoben, die sich, zumindest in Teilen bemühen in der Elektromobilität aktiv zu sein. Fragen kostet nichts. Und schafft man Nachfrage dann werden sich einige bewegen. In der eMobilität war das in der Vergangenheit sehr oft so.

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