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Mobilität: Hersteller wollen mit DIESEL Fahrzeugen locken

Elektromobilität ist da, auch wenn so mancher Hersteller eher in den Ankündigungen Spitze ist. Man spricht von "Übergang zur Elektromobilität" und will Kunden wegen dem Klimaschutz mit Dieselfahrzeugen locken.

von Harald M. Depta | emobicon

Die Zahlen für die Hersteller sind ernüchternd, denn die Deutschen kaufen weniger Autos. Die Zukunft ist elektrisch, aber da haben deutsche Hersteller immer noch nicht viel zu bieten. Dafür kommen gute Modelle mittlerweile von asiatischen Herstellern. Bis dahin will man weiter mit Dieselantrieben locken und legt damit den Focus in Richtung Klimaschutz. Aber nach Dieselgate und Abgasskandal wird es schwer und das ist auch gut so. 

CO2 Diskussion als Rechtfertigung ?

Deutsche Hersteller setzen auf Diesel. Man spricht von Klimaschutz und so soll der Anteil der Dieselfahrzeuge wieder steigen. „Wir dürfen den Blick auf COvor lauter Diskussionen über Stickstoffdioxid nicht verstellen“, sagte Bernhard Mattes, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Mittwoch in Berlin. Die Zukunft des Autos sei vor allem elektrisch. Aber Verbrenner würden noch lange gebraucht.  Stimmt das ?

Das Problem ist einfach: Die deutschen Hersteller sind noch nicht soweit und wann substanziell was elektrisches kommt steht nicht so ganz fest, denn ausser vielen Ankündigungen ist nicht viel zu erfahren.

Aber deshalb wieder ein Verbrenner kaufen und wieder dem Risiko ausgesetzt sein, wenn doch der Abgasskandal noch nicht erledigt ist und viele Länder um Deutschland herum schon in ein paar Jahren den Verbrennungsmotor nicht mehr zulassen ? Was dann kommt, weiss man nicht. Noch nicht.  Und wie dann reagiert wird, weiss man auch nicht. Das Risiko bleibt, aber eben auch der Wunsch nach mobiler Veränderung.

Verlagern sich die Märkte ?

Eines scheint ohnehin klar: Die Deutschen werden auch mit hohen Rabatten im nächsten Jahr nicht mehr Autos kaufen, wie Branchenkenner meinen. Die Zulassungen dürften sich, nach fünf Jahren, um etwa ein Prozent sinken. Der VDA teilt ausserdem mit, das man dann von knapp 3,4 Millionen Fahrzeugen ausgeht.

Die deutschen Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW wollen unterdessen mit großen Investitionen in den USA höhere Autozölle für US-Importe aus Europa verhindern. Nach Gesprächen im weissen Haus und sogar mit US Präsident Trump sagte VW-Chef Herbert Diess: »Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um die Autozölle zu vermeiden.« Die Deutsche Autoindustrie verfügt derzeit über einen vergleichsweise bescheidenen Marktanteil von etwa fünf Prozent in den USA. Volkswagen hat allein ungefähr 3,7 Prozent.

Die Skepsis zum Diesel bleibt

In Deutschland sieht man sich nun den Herausforderungen mitten immer im Abgasskandal in der Kritik. Rechtliche Urteile, Fahrverbote, Druck der Politik und auch der Kunden drücken zudem auf die Verkaufszahlen. Aber dennoch verbreiten Hersteller und sein Verband VDA die These, dass Diesel-Motoren weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) als Benziner ausstossen.. Damit müsse die Branche wieder stärker werben, sagte der VDA. Warum wirbt man dann nicht mehr mit alternativen Antrieben die es gibt ?

Von der anhaltenden Diesel-Skepsis profitiert vor allem die ausländische Konkurrenz. Sie habe diesen Antrieb nicht eindeutig bevorzugt und könne viele Alternativen anbieten, sagte der Präsident des Importeurverbandes VDIK, Reinhard Zirpel, in Frankfurt. „Wir profitieren vom Benziner-Boom und der steigenden Nachfrage nach alternativen Antrieben.“ 

So sind asiatische Hersteller in der Elektromobilität sehr weit und verkaufen diese bereits gut, mit steigender Nachfrage, besonders in China und Europa. Tesla nimmt derweilen, vor allem aktuell in den USA den deutschen Herstellern den Absatz. Auch da sind die Zulassungszahlen seit Monaten im Sinkflug, während Tesla mit steigenden Verkäufen glänzen kann. Der bedarf nach alternativen Antrieben wächst stetig. Nahezu vier von zehn Neuwagen in Deutschland kommen von einem ausländischen Hersteller, das ist das zweitstärkste Ergebnis seit 2009.

Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bleibt

Inzwischen spüren die Autobauer den Handelskonflikt zwischen China und den USA. Der Export deutscher Hersteller aus den USA nach China sei in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um mehr als ein Drittel zurückgegangen, teilte der VDA mit. Der Auto-Weltmarkt stagniere derzeit. Wie im Vorjahr werde er 2018 rund 85 Millionen Fahrzeuge umfassen, im nächsten Jahr dann um etwa ein Prozent auf 85,9 Millionen zulegen. Die Frage ist, mit welchem Antrieb, denn ausländische Hersteller drängen mit Ihren Elektrofahrzeugen auf den Markt und die Nachfrage scheint ungebrochen.

Warum trauert man der Vergangenheit nach ?

Der sogenannte Übergang zur Elektromobilität wird einer Studie zufolge langfristig rund 114.000 Jobs in Deutschland kosten. Vor allem im Fahrzeugbau würden mit 83.000 die meisten Arbeitsplätze wegfallen, weil Elektroantriebe weniger komplex seien. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt – und Berufsforschung mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung und dem Bundesinstitut für  Berufsbildung hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. 

Sie geht davon aus, dass der Marktanteil von Elektroautos bis zum Jahr 2035 auf 23 Prozent steigt. Ob und wie viele Jobs verloren gehen, wenn mehr E-Autos gekauft werden, ist jedoch ziemlich umstritten. denn zuwenig im Focus der Debatte ist der Prozess der Veränderung und was man daraus macht. Es werden neue Arbeitsplätze entstehen, wie neue Dienstleistungen und auch der Mut zur Veränderung gehört dazu, statt dem „alten“ nach zu trauern. Entweder geht man mit der Veränderung mit oder man wird verloren sein.

Aktuell sind nach Branchenangaben 834.000 Menschen in der Autoindustrie beschäftigt, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Trend der Elektromobilität darf nicht abgewürgt werden. Sowohl die deutschen Autobauer wie auch die Importeure forderten am Mittwoch, die Ende Juni 2019 auslaufende Kaufprämie für Elektroautos zu verlängern.

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