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SUV: Autohersteller gefährden mit den „Monstern“ ihr Image

SUV: Autohersteller gefährden mit den „Monstern“ Ihr Image | emobicon

Autohersteller sollten auf Riesen SUV verzichten, um mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen. Das meint Ferdinand Dudenhöffer vom Duisburger Car Institut. Alternativ wäre auch ein Verzicht von Dieselantrieb möglich.

von Heide Simon | emobicon - CoiverBild: emobicon

Klimadebatte und SUV, das passt nicht. So Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Die Fahrzeugklasse SUV sei zwar gewachsen,  gefährdet aber zunehmend das Marken-Image, schreibt der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen in einer Analyse. Lukrativ für die Hersteller, schlecht für das Klima und der Kunde kauft, obwohl er die Problematik kennt.

„In Deutschland könnte es Sinn machen, diese Modelle nicht anzubieten. Es wäre eine Möglichkeit, um mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen“, so Dudenhöffer. Sie sind zu gross, zu schwer, verbrauchen zu viel Kraftstoff. Sie verstopfen die Innenstädte und passen kaum auf einen Parkplatz. Viele Nachteile und nur einen Vorteil für den Hersteller: Ein höherer Gewinn pro Fahrzeug. 

Kleinere SUV-Modelle verbrauchten kaum mehr Kraftstoff als andere Autos. Auch als Elektrofahrzeuge, wie zum Beispiel den Hyundai IONIQ, gibt es sie und sie sind sehr attraktiv und beliebt.

Auch ein Verzicht auf Dieselvarianten wäre sinnvoll, zumal dieser Antrieb im Ausland kaum gefragt sei. Ein Verzicht auf Dieselmotoren würde ausserdem Entwicklungskosten sparen und eine mögliche soziale Akzeptanz der Premiumhersteller steigern.

Schaut man sich die Zulassungszahlen an, dann waren SUVs und Geländewagen im ersten Halbjahr mit einem gemeinsamen Marktanteil von 31 Prozent das dominierende Segment auf dem deutschen Automarkt. Je grösser, desto beliebter, so scheint es. Absurd. Aber nach Auffassung von Autoexperte Dudenhöffer ist das eine Nische, für die man nicht die Marke gefährden solle.

Diskutiert wird über SUV bereits und gestritten sowieso. Zum einen die Fahrer, die sie als notwendig erachten, zum anderen die Politik, von der kritische Worte in Richtung Automobilhersteller kommen. So hatte beispielsweise Kirsten Lühmann, Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion, vor wenigen Wochen gefordert, dass die Autoindustrie angehalten werden sollte, „gezielt emissionsarme Pkw anzupreisen“.

Noch wesentlich deutlicher wurde die Verkehrspolitikerin der Linken Ingrid Remmers. Sie kritisierte, dass es mittlerweile offenbar hauptsächlich „völlig übermotorisierte Panzermodelle“ für die Hersteller richten sollen, die den Klimaschutz „ad absurdum“ führen würden.

Quelle: AP

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