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Elektromobilität: Auf dem Weg zum weltweiten Durchbruch

Laut einer aktuellen PwC Autofacts-Analyse wurden 2018 in den USA, China sowie den fünf großen europäischen Märkten 1,1 Mio. reine Elektroautos verkauft. Die Verkäufe stiegen somit trotz eingeschränktem Produktangebot um über 70 Prozent.

von Harald M. Depta | emobicon

Die Millionen-Marke sei ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Elektromobilität, sagte Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PWC. „Auch wenn der Marktanteil hierzulande noch minimal ist, der internationale Trend wirkt sich schon jetzt positiv auf die Akzeptanz der Elektroautos als Alternative aus“, erklärte er.

Reine "Stromer" auf dem Vormarsch

Klar ist: Rechnet man zusätzlich die teilelektrisch betriebenen Plug-in-Hybrid-Autos hinzu, seien 2018 insgesamt 2,6 Mio. Elektroautos neu zugelassen worden. In der Gesamtbetrachtung sei zudem auffällig, dass das Wachstum von sogenannten Mild- und Voll-Hybriden (+ 20 % auf 1,0 Mio. Fahrzeuge) deutlich schwächer ausfiel als das der Plug-in-Variante (+ 64 % auf 538 000 Fahrzeuge) oder eben der reinen Elektroautos. So sei der Marktanteil letzterer in den betrachteten Märkten zusammengenommen von 36,8 % auf 42,9 % gestiegen. 

Erstmals landen „Vollstromer“ damit nach Angaben von PWC sogar vor den Hybridautos.

Christoph Stürmer, Lead-Analyst von PwC Autofacts: „Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht einschneidend. Denn nachdem jahrelang debattiert wurde, welcher alternativen Antriebsform die Zukunft gehört, zeigt unsere Analyse nun ganz klar, dass der ‚Vollelektriker‘ auf dem Weg ist, sich als weltweit dominante alternative Antriebstechnologie zu etablieren.“ Sollte sich der Trend in diesem und dem kommenden Jahr verstetigen, dann werde bald „jedes zweite neu zugelassene Elektroauto ein reiner ‚Stromer‘ sein“, so Stürmer.

„Die Millionen-Marke kennzeichnet einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Elektromobilität. Auch wenn der Marktanteil hierzulande noch minimal ist, der internationale Trend wirkt sich schon jetzt positiv auf die Akzeptanz der Elektro-Autos als Alternative aus. Das könnte in Zukunft Hersteller motivieren, mehr Produktauswahl zur Verfügung zu stellen und Interessen der Energie-, Umwelt- und Verkehrspolitik auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.”

Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC

Vollstromer vor Hybrid

Hybrid-Fahrzeuge und „Plug-ins“ eingerechnet, wurden 2018 in den USA, China und den europäischen Top-5-Märkten 2,6 Mio. elektrisch oder teilelektrisch angetriebene Autos neu zugelassen – was verglichen mit ca. 96 Mio. Fahrzeugen weltweit schon einen Marktanteil von 2,8 Prozent ergibt. Auffällig ist außerdem in der Gesamtbetrachtung aller sechs Märkte: Bei den Mild- und Voll-Hybriden (ein Plus von 20,0 Prozent auf 1,0 Mio. Fahrzeuge) war das Wachstum merklich schwächer als bei den „Plug-ins“ (ein Plus von 64 Prozent auf rund 538.000 Fahrzeuge) und den reinen batterieelektrischen Fahrzeugen. Die Folge: Bezogen auf alle E-Autos in den sechs analysierten Automobilmärkten stieg der Marktanteil der reinen Elektroautos von 36,8 % auf 42,9% womit der „Vollstromer“ erstmals auch am „Hybrid“ vorbeizog.

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„Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht einschneidend. Denn nachdem jahrelang debattiert wurde, welcher alternativen Antriebsform die Zukunft gehört, zeigt unsere Analyse nun ganz klar, dass der ‚Vollelektriker‘ auf dem Weg ist, sich als weltweit dominante alternative Antriebstechnologie zu etablieren“, sagt Christoph Stürmer, Lead-Analyst von PwC Autofacts.

„Wenn sich der Trend aus 2018 in den führenden Märkten fortsetzt, dann wird schon in diesem, spätestens aber im kommenden Jahr jedes zweite neu zugelassene Elektroauto ein reiner ‚Stromer‘ sein.“

Christoph Stürmer, Lead-Analyst von PwC Autofacts

Elektrofahrzeuge gegen SUV Boom

Markant sind weiterhin die Unterschiede zwischen den großen Märkten. Während in China im vergangenen Jahr auf 1.000 Neuzulassungen bereits 34 „Vollelektriker“ kamen, waren es in den großen europäischen Ländern gerade einmal 8 – und rein auf Deutschland bezogen übrigens 11. Dazu passt, dass es sich in China schon jetzt bei zwei Dritteln aller verkauften E-Autos um reine „Stromer“ handelt, während in Europa mit einem Anteil von fast 70 Prozent noch immer die Hybride dominieren.

Völlig anders entwickelt sich derweil der US-Markt, wo komplett elektrisch betriebene Autos mittlerweile „als Statussymbol sowie als Statement gegen den SUV-Boom“ gelten, so PwC-Experte Stürmer. Konsequenz: In den USA wurden im vergangenen Jahr schon fast 225.000 reine Batterie-Fahrzeuge neu zugelassen, gemessen an den 2017er-Zahlen ein überaus hoher Zuwachs von 115 Prozent.

Bis 2020 30 Neueinführungen von Elektrofahrzeugen

Natürlich spielen hierbei auch Sondereffekte eine Rolle: Der Schub in den USA beruhte nicht zuletzt auf dem Produktionsanlauf des „Tesla Model 3“ – dessen Verkauf in den großen europäischen Ländern erst in diesem Jahr startet. Viel entscheidender sei aber, dass sich die „Vollelektriker“ absehbar auch hierzulande durchsetzen, so Felix Kuhnert: „Auf Basis der neuen CO2-Flottengrenzwerte für 2025 und 2030 sind die Hersteller zu Produktoffensiven gezwungen. Alleine in 2019 und 2020 erwarten wir in Deutschland ca. 30 Neueinführungen von batterie-elektrischen Modellen, wie zum Beispiel den I-PACE von Jaguar, den Taycan von Porsche oder den Tesla Model 3.“

Zudem kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass der E-Auto-Absatz vor allem dort boomt, wo Verkehrs-, Umwelt- und Energiepolitik denselben Zielen folgen. Das gilt nicht nur für China, wo die gesamte Energieversorgung seit Jahren immer stärker elektrifiziert wird. Sondern zum Beispiel auch für Norwegen, wo Strom bereits jetzt den größten Anteil am Energiemix ausmacht – und es ineffizient wäre, nur für das Auto dauerhaft ein paralleles Versorgungssystem aufrechtzuerhalten. Kuhnerts Fazit: „Auch hierzulande gehen wir in die richtige Richtung, die energiepolitischen Implikationen der angestrebten Verkehrswende stärker in den Fokus zu nehmen.“

Quelle: PwC

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