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Elektromobilität: Quote für Elektroautos ist sinnvoll und Dieselsteuer muss steigen

DIW-Professorin Claudia Kemfert fordert in einem Interview mit Gabor Steingart eine hohe E-Auto Quote in Deutschlands Autohäusern und eine höhere Dieselsteuer, um mehr Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen.

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: FAZ

Auch DIW-Expertin Claudia Kemfert, sieht großen Nachholbedarf, wenn es darum geht, der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen. Sie sagt: „Es ist noch ein sehr, sehr langer Weg. Wir stehen noch komplett am Anfang. Der Anteil ist verschwindend gering, obwohl man ja eine Kaufprämie ausgerufen hat, die allerdings wirkungslos ist und bleibt, solange man die Vorteile für die konventionellen Antriebe noch so beibehält. So, wie es derzeit reguliert ist, wird es nichts werden. Da muss man deutlich mehr tun“. Währenddessen ist Claudia Kemfert in Berlin überwiegend mit dem öffentlichen Nahverkehr oder per Fahrrad unterwegs. 

50 Prozent Quote Elektroautos bis 2030

Claudia Kemfert wird noch konkreter. Sie fordert von der deutschen Politik, eine Quote für den Anteil von Elektroautos: „Wir schlagen 25 Prozent vor im Jahr 2025 und 50 Prozent im Jahr 2030, damit die Anbieter von Fahrzeugen gezwungen werden, einen bestimmten Anteil von E-Fahrzeugen anzubieten“. Das hatte sie bereits zuletzt bei der Bundesregierung eingefordert. Sie ist dort keine Unbekannte, denn die Professorin ist Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung und berät damit auch Bundeskanzlerin Merkel. 

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Dieselsteuer sollte endlich erhöht werden

Zusätzlich sollten die Vorteile für konventionelle Antriebe reduziert und Anreize für E-Mobilität zum Beispiel in Ballungsräumen geschaffen werden. „Strom ist überall vorhanden. Das ist überhaupt kein Problem. Die dezentralen Netze können so gestaltet werden, dass man mehr Elektromobilität in den Städten hat. Aber es Bedarf an einem Sammelsurium an unterschiedlichen Maßnahmen. Da reicht es nicht aus, dass man nur eine Kaufprämie einführt“, so Kemfert. 

„Der zweite Punkt ist, die Dieselsteuer endlich zu erhöhen und anzugleichen an die Benzinsteuer. Damit würde man Einnahmen generieren und das sollte man nutzen zum Ausbau der Lade-Infrastruktur“, schlägt die Mobilitätsexpertin vor.

Die Chinesen setzen auf Elektromobilität

Die Chinesen machen in der Elektromobilität vieles anders und besser, mein Claudia Kemfert. Das sieht man u.a. daran, das dort viel mehr elektrische Fahrzeuge unterwegs sind. Man kann viel von ihnen lernen.

„Die Chinesen setzen deutlich auf Elektromobilität. Sie fördern sehr stark die Produktion von Elektrofahrzeugen. Sie haben in bestimmten Städten beispielsweise in Peking bestimmte Vorgaben und Regulierungen, wie man es auch in skandinavischen Städten sieht. Elektrofahrzeuge haben dort viele Vorteile, wie bei der Anmeldung und Nutzung dieser Fahrzeuge. Das wäre in Deutschland auch wünschenswert“.

5 Gedanken zu „Elektromobilität: Quote für Elektroautos ist sinnvoll und Dieselsteuer muss steigen

  1. Die seinerzeitige Förderung des Diesel- Autos zur CO2-Einsparung durch Veringerung der Steuer auf Diesel hat sich mittlerweile als Irrweg erwiesen. Dieser Vorteil sollte schnellstens geändert werden. Die Mehreinnahmen sollte zur Förderung der Elektroinfrastruktur und des ÖPNV verwendet werden. Es ist höchste Zeit.

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