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Elektromobilität: Wenn man sich der Zukunft nicht entziehen kann

Es könnte so schön sein und Sinn macht es auch: Elektromobilität. Die einen, für die das Neue normal geworden ist, für andere, die warten - auf was auch immer

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: emobicon

Es war einmal…. Die Zeit vor der Elektromobilität und die Zeit in der wir uns daran gewöhnt hatten Öl zu verbrennen, die Begleiterscheinungen damit zu verdrängen und hinzunehmen, dass die im Marketing der Automobilhersteller benannten Angaben Realität sind. Jeder kannte die Realität, aber auszusprechen hatte kaum einer gewagt. Jetzt gibt es was neues was alles verändern wird…

Nicht nur reden, sondern tun

Dieser Artikel entsteht auch deshalb, weil ich in den letzten Tagen wieder daran denken musste, wie es vor Jahren war: Ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor fahren. Der Trip zur Tankstelle mit dem Geruch des Öls, die teuren Rechnungen nach einer Inspektion, das Rattern und Knattern bei einer Tour in den Urlaub. Dieses Brummen, was immer nerviger wird, je länger man im Fahrzeug sitzt und zum Ziel fährt.

Und dann der Moment: Das Exotische, das Andere, das was schier unmöglich schien. Ein Elektrofahrzeug. Die Unsicherheit, die es gab, als ich damals elektrisch unterwegs war. Ohne ausreichende Ladeinfrastruktur, das Begaffen eines Exoten, der sich gewagt hat die Antriebsart zu wechseln und es tatsächlich schafft den Alltag damit zu gestalten.

Es war anders und heute ? Es ist so unendlich normal geworden und für mich sind die die von gestern, die dann noch Verbrennungsfahrzeug fahren, weil sie sich nicht damit auseinander setzen wollen. Die Realität, die Fakten, das andere, was einfach normal wird. Die Ausreden kenne ich und gefühlt tausende Gespräche über das Für und Wieder. So auch die unendlichen Geschichten an Ladestationen, bei Pausen an der Raststätte, das Erstaunen bei Kunden, wenn Sie sehen: Aha, er redet nicht nur von Elektromobilität – er tut es auch !

Es gibt zu viele billige Ausreden !

Der Veränderung kann sich keiner mehr entziehen und keiner kann sagen: Ich habe davon nichts gewusst.  Es ist einfacher geworden. Zum einen hilft die jahrelange Erfahrung aber auch die Dankbarkeit von meiner Seite, das ich jahrelang praktisch live erleben konnte, was sich ändert. Für mein eigenes Gefühl hat manches zu lange gedauert und so erstaunter bin ich über die Unterschiede die erlebbar sind. 

In meinem Job Elektromobilität erlebbar zu machen, verwundert mich manches nicht mehr. Es geht nie darum das jemand viele Fragen hat – die kann ich beantworten. Es geht auch nicht darum, das es manchen peinlich erscheint, das sie nicht so viel Ahnung haben. Das ist mein Job: Sortieren, lenken, erklären, Lösungen aufzeigen.

Es geht aber auch um die Dämlichkeit mancher, die immer noch nicht kapieren wollen, was um sie drum herum passiert. Sie jammern oft – auf ziemlich hohem Niveau. Aber Änderungen ? Bitte bei allen anderen – aber nicht bei mir. OK, das Kapitel Fake News und Behauptungen haben wir schon oft besprochen, aber die ewig billigen Ausreden, die kann auch ich bald nicht mehr hören. Ich zwinge niemandem ( zu seinem Glück) aber ich wehre mich dagegen, das dieses und jenes und das auch noch nicht gehen soll. Aha. Aber bei mir geht es ?

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Statt Chancen zu erkennen, wird gejammert

Da ist ein Energieversorger. Das eine Unternehmen was sich traut zu experimentieren. Was ins Risiko geht und den Markt beobachtet. Es baut Ladestationen auf, bietet Autostromverträge an, hat Elektrofahrzeuge im Fuhrpark, meist sogar einen pfiffigen Mitarbeiter, der Bock auf das Thema hat. Sehr gut. Und immerhin löblich, das man sich versucht.

Und dann gibt es den Dornröschen Schlaf oder die Ignoranz von noch zu vielen Energieversorgern, wo ich selber manchmal nicht weiss ob ich sie auslachen oder bedauern soll. Selten habe ich erlebt, das man bei diesem Thema so viel, laut und intensiv jammert und jammert und jammert. Unbegreiflich. 

Das ist so ähnlich wie beim Diesel. Auf einmal ist der, der Recht bekommt Schuld. Und die Justiz sowieso. Da ist dann aber auch die Politik, die vom eigenen Versagen ablenken will und in Ihrer Doppelmoral sich die Rechtsstaatlichkeit auf die Fahnen schreibt, sie aber gleichzeitig mit Füssen tritt und Millionen Spenden der Verursacher dankbar annimmt. Sie hält den Wähler eben für dämlich. Sie sagt es zwar nicht, aber zeigt es ja in Ihrem Handeln. 

Und das sie sich keinen Gefallen tut, Uralttechnik zu schützen, Veränderungen zu blockieren wäre nicht der erste Beweis, dass das wahrscheinlich in die Hose geht. Die deutsche Automobilindustrie ist spät dran, verschläft so manches und Tesla und die Asiaten treiben sie vor sich her. Sie tun sich schwer – schwerer als sie behaupten und noch schwerer, weil die Risiken gestiegen sind. USA, China, Elektromobilität, Energiewende und manches mehr.

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Elektromobilität ist nur ein Teil der Veränderungen

Das sich etwas bewegt ist sichtbar, spürbar – für mich auch erlebbar. Da ist Hambi – der Hambacher Forst, die Proteste, der unglaubliche Druck der sich entwickelt hatte. Das Thema hat nicht nur eine Debatte ausgelöst, sondern eine neues Denken hat eingesetzt. Da ist die Energiewende die nicht nur Freunde hat, aber wo sich die Politik um Kopf und Kragen redet. Ahnungslos und mal wieder lobbybezogen. Da ist aber auch die Politik, die sich selber verraten hat, wenn man auf das Kapitel Abgasskandal schaut. Hier wurde mehr als sichtbar und das ist es immer noch wie tief sie im Arsch der Automobilindustrie steckt. Selten habe ich soviel Lügen, Widersprüche und Doppelmoral erlebt. Das Thema Plastik, Proteste, Fahrverbote – es ist mächtig was los bei uns.

In wenigen Jahren lachen wir über die Reaktionen von heute

Erst gestern hatte ich ein Gespräch: Thema war die Mobilität der Zukunft. Eine Meinung war: „Wir können das alles noch eine Weile aufschieben“ Eine Meinung. Bei der Frage nach dem „Warum?“ ging es dann darum das es nicht gewollt sei, es nichts gibt, noch nicht ausgereift ist und manches mehr. Die üblichen Mythen eben. Längst widerlegt – längst bis zum Erbrechen diskutiert. Die Veränderung darf sich entwickeln, so wie jede Veränderungen es bislang getan hat und auch in der Zukunft tun wird.

Das Interesse, das erleben wir, ist wirklich gross. Die Verunsicherung aber auch. Aber glaubt den jemand wirklich, das mit der wachsenden Zahl von Fahrern eines Elektrofahrzeuges alles schlechter wird, oder das irgend jemand von denen das tun würde, wenn es nicht funktioniert ? 

Wenn ich einen Workshop gebe, bei einem Händler eine Schulung mache, wenn ich zu Veranstaltungen eingeladen werde, um über den Alltag zur Elektromobilität zu reden ist die Aggression spürbar. Denn viele sind verunsichert, verärgert und haben Angst. Die Fragen auf die Stirn vieler geschrieben und erkennbar, wieviel Aufklärung wir noch brauchen. Das mache ich gern. Klar ist aber immer: In wenigen Jahren werden wir lachen. Lachen über das was wir heute glauben, meinen und wie es mal war.

Nichts anderes ist es, wenn Unternehmen unser Know How ersuchen, wenn es um Verkehre der Zukunft geht. Die Einschätzung – das Ausloben von Technik und Kosten – die Suche nach Förderungen vom Staat. Unser Team ist da bekanntlich auf Zack. Ebenso bei der Ladeinfrastruktur. Eine Tankstelle mit Kraftstoff werden die wenigsten haben, aber Strom und Steckdose haben alle – also kann man mit einer Ladelösung daheim ganz bequem Strom laden – oft sogar mit der Photovoltaik Anlage selbst produziert.

Mobilität verändert sich insgesamt

Niemand behauptet und das ist verwunderlich, dass das mancher ganz offensichtlich meint, das Elektromobilität alles sein wird. Nein. Wird es nicht. Aber Elektromobilität wird ein Baustein in den grossen Veränderungen die wir in ein paar Jahren erleben werden – ob wir wollen oder nicht. Zum einen, das die Abgastechnik bei Verbrennungsfahrzeuge so teuer wird, das eMobilität viel günstiger ist. Aber auch in der komplexen Situation der individuellen Mobilität eine entscheide Rolle spielen wird. Man beschäftigt sich heute bereits intensiv mit möglichen Lösungen . Die Zeiten werden zu Ende gehen, das man ein eigenes Fahrzeug besitzt.

Die Kombination verschiedener Verkehrsträger wird wichtig und da wo Menschen in Metropolen leben wird der Lebensraum wieder den Menschen gehören – das Auto wird verdrängt und der Platz den das einzelne Auto braucht wird kleiner. Die neuen technischen Möglichkeiten werden vieles aufzeigen.

Das sind keine Träume von mir – das sind die Fakten der Zukunft. Ich glaube nicht, das es jemanden dabei schlechter geht. Nur dann, wenn man an alter Technik festhält, die keine Zukunft hat. Noch und jetzt und hier haben wir die Möglichkeiten Veränderungen mitzugestalten. Entziehen können wir uns nicht – denn mit oder ohne uns werden sie kommen – die grossen Veränderungen der Zukunft.

Das neue Normal

… wird natürlich auch genutzt, denn die Widersprüche fangen schon im Alltag an. Man muss sich manchmal durch beissen. Aber gesagt getan. Die einen sagen „Schmarotzer“ – die anderen wundern sich, welche Möglichkeiten sich doch ergeben: Förderungen, oft kostenloses Laden, freies Parken, keine Steuer und manches mehr. Was tue ich ? Ich nutze die Möglichkeiten und es lohnt sich – für mich und für unsere Firma emobicon.

Das neue Normal ist eben viel besser als viele glauben, nur nutzen tun es zu wenige. Was auch immer die Gründe sind – die Guddis sind nicht da, weil man das haben muss. Sie sind da, um genutzt zu werden.

Aktuell erneuern wir den Fuhrpark in unserer Firma. Das eine oder andere mobile Schnäppchen, dank Förderung, war möglich. Klar es war elektrisch und ist wieder elektrisch. Nutze die Möglichkeiten und freue dich !

3 Gedanken zu „Elektromobilität: Wenn man sich der Zukunft nicht entziehen kann

  1. Ein super Artikel!
    Ich selbst fahre ein BMW i8 und plane noch zwei BMW i3 zu kaufen.
    Auf dem Dach meiner Allianz Agentur installiere ich eine PV Anlage um CO2 neutral meine gesamte Agentur zu betreiben.
    Jetzt lese ich immer öfters, dass die Herstellung der Akkus für die E-Autos angeblich solche negativen Folgen für die Umwelt hat.
    Gibt es da eine neutrale Aussage zu diesem Thema? Das E-Auto wird ja erst seit der Diesel Affäre so schlecht geredet.
    Ich möchte mit guten Argumenten den Gegnern der E-Mobilität entgegen treten.
    Beste Grüße SVEN GROSS

    1. Hallo Herr Gross,

      vielen Dank für Ihren Einwand.

      Wir von emobicon beschäftigen uns viel und intensiv mit dem Thema Umwelt – auch weil so viel Blödsinn geschrieben und vor allem behauptet wird.
      Die erste Frage die sich stellen sollten: Was ist anders und welche Begleiterscheinungen hat ÖL, was in einem Verbrennungsmotor verbrannt wird ?
      Es wird zu oft verdrängt und da es normal ist, haben es viele nicht auf dem Schirm. Hier mal ein link zu einem Beitrag von uns: https://emobicon.de/news-kraftstoff-keine-alternative-zum-akku/ oder hier https://emobicon.de/news-fakenews-und-mythen-sollen-zur-wahrheit-werden/

      Das Akku ist an nichts schuld – mit all diesen Begleiterscheinungen ist es einfach die bessere Wahl

      Gruss H.M. Depta | emobicon

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