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Elektroauto: Wenn man unterwegs ist und öffentlich aufladen muss

Es ist einfacher geworden: Das Aufladen vom Elektroauto an öffentlichen Stationen. Trotzdem war es früher besser, denn mit mehr Elektroautos auf den Strassen, gibt es neue Herausforderungen. Jeder kann zur Verbesserung beitragen !

von Harald M. Depta | emobicon - Bilder: emobicon

Auch wenn die meisten Ladevorgänge zu Hause oder an unserem Firmenstandort stattfinden: Wir sind viel unterwegs. Dieses Jahr werden es insgesamt rund 75.000 elektrische Kilometer sein. Allein schon beruflich, wenn Kunden rufen und wir uns auf dem Weg zu Ihnen machen. Wir müssen dann auch mal aufladen. Mit der Erweiterung unserer täglichen Praxis haben wir aber einige Feststellungen gemacht. Es gibt Redebedarf.

Auf den richtigen Zugang kommt es an

Vor Jahren, als Anbieter Ladestationen aufgebaut hatten, haben alle erstmal an sich gedacht. Dadurch gab es viele kleine Insellösungen und es war schwierig laden zu können. Heute, nachdem viele Roamingmöglichkeiten Alltag sind, ist es einfacher, aber in den Tarifen kann es unübersichtlich sein. Die Ladesäulenverordnung hat in der Änderung zudem die verpflichtende Möglichkeit des sogenannten Adhoc Ladens ermöglicht. 

Das heisst, wenn ich laden will, kann ich das auch. Ich brauche nur den Zugang per App und muss dann entsprechend aktiv sein und diese mit Daten füttern. Klingt kompliziert – ist in der Regel aber recht einfach. Oder man hat über seinen Anbieter eine Ladekarte, die über viele Roamingmöglichkeiten verfügt. Das geht dann schon viel besser. Wir selber nutzen Ladeflatrates von Ladenetz und Innogy. Damit kommt man gut zurecht. Selten das wir dann noch den Zugang zu Plugsurfing brauchen. 

Apps und das Suchen der passenden Lademöglichkeit

Wissen Sie, was uns ärgert ? Ganz einfach. Die unzuverlässige Information.

Als wir vor nunmehr über 5 Jahren angefangen haben mit Elektroautos zu fahren, gab es zwar kaum Ladestationen für unterwegs, dafür aber Freaks wie wir, die sich gegenseitig unterstützt haben.
Es war so, das man mit Blick auf das Portal von goingelectric informiert hat. Es war dann so, das man eigene Ladevorgänge am Standort bestätigt hat, oder mitteilen musste, das eine Station nicht funktioniert. Das war cool, recht zuverlässig und gab eine gewisse Sicherheit. Alle machten damals auch mit. Es gab Zusammenhalt.

Heute hat das leider sehr abgenommen. Es gibt zwar viel mehr Lademöglichkeiten, aber immer mehr Elektroautofahrer beteiligen sich nicht daran sich gegenseitig zu unterstützen. das ist äusserst schade. Bislang hatten wir immer recht viel Glück funktionierende Stationen vorzufinden, aber das „ungute“ Gefühl bleibt. Auf Grund der Vorsicht plant man zur Sicherheit noch ein paar Kilometer Restreichweite ein, um bei einer defekten Station es noch zur nächsten Ladestation zu schaffen.

Wir lieben zwar die ChargEV App, aber besser man nutzt mehrere. So zum Beispiel zusätzlich Chargemap und je nachdem noch die Apps der Anbieter wie innogy, Plugsurfing und Co.

Unser ganzen Team ist elektrisch unterwegs.
Und oder so, weder Verbrenner noch Hybridfahrzeuge kommen für uns in Frage.
Damit fangen wir gar nicht erst an !

Aufladen über den Zugang der Bank oder Kreditkarte

Immer war es Thema: Warum kann man nicht einfach mit Kreditkarte oder Bankkarte zahlen ? Es ist, es wäre einfach – stimmt. Und es wird in der Zukunft möglich sein. Wenn Anbieter es wollen, werden Ladestationen künftig die Möglichkeit haben. Erste Anbieter kommen damit auf den Markt, so wie aktuell unser Partner wallbe. In Kürze erfahren wir dazu auch alle technischen Details bei einem Workshop.

Es wird eine Weile dauern, bis Ladestationen mit dieser Lösung zu finden sind, auch, weil es schon so viele andere Ladesäulen gibt, die nur zum Teil diese technische Möglichkeit als Nachrüstung haben werden. Der Anfang scheint aber gefunden zu sein.

Was noch fehlt und was sicher noch länger dauern wird ist die Einbindung in Systeme.

Das heisst: Zu wissen, ob die Ladestation aktuell frei ist oder vielleicht sogar einen Defekt hat. Nur selten gibt es dazu zuverlässige Informationen in den diversen Apps. Weder beim Anbieter selber, noch bei den „Such-Apps“, um Ladestationen auf der Strecke zu finden. Da bietet aktuell jeder Anbieter über seine Systeme die eigene Information an. Nicht so optimal. Und Prognosen, wie sein wird, wenn ich, laut Bordcomputer zu einem Zeitpunkt X da bin, gibt es auch noch, mindestens eine Weile nicht. Eine mögliche Reservierung der Station scheitert auch an technischen Fragen , zum Beispiel der Vernetzung von Fahrzeugen, die heute erst ganz am Anfang steht.

Wie man sich vorbereitet

Wie bereiten wir uns also vor, wenn wir Strecke fahren und unterwegs aufladen müssen ? In der Regel geht es – das mag vielleicht auch an der Erfahrung liegen, die wir in 5 Jahren und über 200.000 elektrischen Kilometern haben. Aber grundsätzlich schauen wir uns bei einer Tagestour an, wo man wahrscheinlich laden wird. Erstmal nutzt man nach Möglichkeiten, dessen Zugang man ohnehin hat. In unserem Fall Ladenetz und innogy.

Das Netz, dank Roaming, ist recht dicht, sodass es meistens klappt. Wir entscheiden dann welche Station, meistens Schnellladestation man unterwegs hat und ob sie funktioniert. Bevor man dann aber losfährt, fragt man die Apps noch einmal zur Sicherheit. Das geht dann.

Man muss manchmal auch einfach machen

In einem Fall bin ich vor einiger Zeit fast gestrandet. Mit wenigen Kilometern erst hatte ich mich auf den Schnelllader an der A1 verlassen. Ich quetschte mich, spät abends zwischen dem falsch abgestellten LKW und der Ladesäule, um laden zu können. Es war ziemlich mühevoll hinzukommen, noch schwieriger war es aus der Lücke wieder raus zu kommen. Aber es klappte.

Da wir bekanntlich zu wenig Parkplätze für zu viele LKWs an den Autobahnraststätten haben, ist das durchaus ein Risiko. Aber auch da wird gehandelt und an immer mehr Raststätten wird die Zufahrt für LKW im PKW Bereich durch Poller unterbunden.

Manchmal ist es nicht so leicht an eine Ladestation zu kommen | Bild: emobicon

Wünsche für die Zukunft

Wir Elektroautofahrer werden immer mehr. Das ist gut so. Leider zählen auch Hybridfahrzeuge dazu, die allzuoft aber Ladestationen stundenlang blockieren. Schon oft erlebten wir Hybride, die an Ladestationen stehen und nicht laden. Der Parkplatz scheint attraktiv zu sein. Aber zum Glück gibt meistens: Elektrofahrzeuge nur während des Ladevorgangs oder man schränkt es zeitlich ein.

Wir wünschen uns wieder mehr Zusammenhalt, aber auch Rücksicht in den Veränderungen der Mobilität, die wir aktuell erleben. Wir sitzen doch alle im selben Boot, oder ?  Immer wieder müssen gerade wir, die Elektroauto fahren sich viele Fragen, aber auch Vorurteile anhören: Elektroautos kann man nicht laden, oder es gibt zu wenig Lademöglichkeiten, usw. Schön reden ist falsch. Aber wir selber können alle Vorbild sein. Denn für uns ist Elektroauto-fahren Freude, alltagstauglich und das soll bitte auch so bleiben.

Und bitte nutzt die Apps, um Ladungen am jeweiligen Standort zu bestätigen oder auch mitzuteilen, wenn ein Lader defekt ist. Denn es hilft jedem. Man kann selbst nicht den Anspruch haben zu meckern, wenn es mal nicht funktioniert und selber aber nicht zur Verbesserung beitragen oder ?

2 Gedanken zu „Elektroauto: Wenn man unterwegs ist und öffentlich aufladen muss

    1. Richtig, das ist aber nicht sonderlich komfortabel, denn die Zahlungssysteme von GLS schränken ein und nur wenige können das dort nutzen.
      Bei den neuen Modellen wird es keine Einschränkung geben. Es gibt schon länger neue Fintech Banken, die nicht auf GIRO Go setzen. Diese sind weiter. Nicht nur deswegen haben die Sparkassen und Volksbanken endlich die Systeme vereinfacht. Wir, alle ausgestattet mit kontaktlosen Karten verschiedener Banken können dort bei der GLS aktuell nicht laden.

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