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Elektroauto: Streit zwischen TÜV und Fahrschulen zu den Fahrzeugen

Elektroauto: Streit zwischen TÜV und Fahrschulen zu den Fahrzeugen | emobicon

Das Problem: Viele Fahrschulen möchten gern Elektrofahrzeuge als Fahrschulautos haben. Die meisten Elektroautos sind für die Führerscheinprüfung aber nicht zugelassen. Ein Streit ist entbrannt, dabei müsste das Bundesverkehrsministerium nur zwei Regelungen ändern.

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Jetzt wirft der Bundesverband deutscher Fahrschulen (BDFU) dem TÜV und der Dekra vor, die Einführung von Elektroautos an Fahrschulen systematisch zu behindern. Das hemmt die Verbreitung von Elektroautos sagte der Verbandsvorsitzende Rainer Zeltwanger SZ. „Der Fahrschulbetrieb auf E-Autos wird heute durch die deutsche Bürokratie systematisch gebremst, unter reger Mitwirkung von TÜVs und Dekra.“

Elektrofahrzeuge nicht geeignet?

So gibt es derzeit nur für 3 Fahrzeugmodelle eine Zulassung, die dann auch als Prüfungsfahrzeuge genutzt werden dürfen. Dazu gehören der eGolf von Volkswagen, das Model S von Tesla und der Leaf ZERO von Nissan. 

Lächerlich scheint die Begründung zu sein, dass andere moderne und aktuelle Elektroautos nicht den Vorgaben entsprechen sollen. Hintergrund ist, dass der Sitzplatz hinten rechts auf der Rückbank den Fahrprüfern von TÜV und DEKRA zu eng sei.

Marc-Philipp Waschke vom TÜV Verband bestätigte der Süddeutschen Zeitung diese Angaben. „Einige Elektrofahrzeuge“, so wird Waschke von der Zeitung zitiert, „entsprechen wegen ihrer geringeren Innenraummaße nicht den Anforderungen“. Mit diesen solle ein sicherer und „angemessener Arbeitsplatz“ für die Prüfer gewährleistet werden.

Das gibt es nur in Deutschland

Man beruft sich auf den „Anhang der Fahrerlaubnisverordnung“ Hier sind Mindestmaße für den Sitzplatz der Fahrprüfer von TÜV und Dekra festgehalten. Millimetergenau werden dort sogar in einer Skizze „Mindestkniefreiheit“, „Fußraum“, „Kopfraum“, „Sitzhöhe“, „Sitztiefe“ und „Rückenlehnenhöhe“ festgelegt. 

Fahrzeuge die diese Vorschrift nicht erfüllen, werden von TÜV und Dekra nicht als Prüfungsfahrzeuge zugelassen. Diese Regelungen gibt es nur in Deutschland – sonst offensichtlich nirgends in Europa. 

Regeln zur Automatik könnten gelockert werden

Es geht in dem Streit nicht nur um Platzvorgaben. Es geht um grundsätzliche Regelungen zu mit Automatik betriebenen Fahrzeugen, wobei ein Elektrofahrzeug weder das eine noch das andere ist. Es geht um das Elektrofahrzeug an sich, aber, so hören wir, auch um den technischen Hintergrund vieler neuer Fahrzeuge, die mit Ihren zahlreichen Assistenzsystemen das Fahren eines Fahrzeuges einfacher und bequemer machen sollen. 

Klar ist: Wer in einem Auto mit Automatik gelernt und darin die Prüfung absolviert hat, muss im Moment eine Zusatzprüfung absolvieren, um auch ein Auto mit Gangschaltung fahren zu dürfen. Den Prüforganisationen ist derweilen aber nicht klar, dass  zum Beispiel ein Elektrofahrzeug nie ein klassisches Getriebe haben wird. Trotz allem plant das Bundesverkehrsministerium eine Lockerung dieser Regelung. So soll es künftig reichen, wenn die Fahrschule eine Einweisung ins Schalten gibt und das entsprechend bescheinigt.

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