Elektroauto: Fast alle Hersteller bauen Sie – aber will sie keiner ?

von | 13.12.2018 | Autobauer | 0 Kommentare

Eine Mobilitätsstudie sagt: Kaum einer will Elektroautos, obwohl die Hoffnung bei Herstellern und Politik gross ist, das sie sich nun durchsetzen. Aber: Besonders Fahrer von Dieselfahrzeugen zeigen sich wechselwillig.

von Stefan Blome | emobicon - Cover Bild: zeit.de

Die einen wollen einen Wechsel, andere nicht. Die Notwendigkeit hat man wohl erkannt, aber könnte der Durchbruch zur Elektromobilität noch scheitern ? Liegt es an der Ignoranz der Autofahrer ? Die Antriebstechnik und die Gewohnheit sind ein Gradmesser einer Studie, die nun veröffentlicht wurde.  

Laut der Continental-Mobilitätsstudie 2018 würde sich die überwältigende Mehrheit von mehr als 80 Prozent der Befragten in Deutschland und China für denselben Motorentyp wie in ihren aktuellen Autos entscheiden.In den USA sind es sogar 90 Prozent. Eine gewisse Wechselbereitschaft würde sich lediglich in Japan einstellen, wo sich zumindest knapp ein Viertel der Befragten vorstellen können, einen anderen Motorentypen zu nutzen.

Die Art des aktuellen Antriebs der eigenen Mobilität ist damit auch massgebend, wenn es um die Veränderungsbereitschaft geht. Von den befragten Autofahrern in China und Japan gaben jeweils rund zehn Prozent an, ein Hybridfahrzeug beziehungsweise ein Elektroauto zu fahren. In dem Fall würden rund 80 Prozent der Mehrheit dem Elektroantrieb treu bleiben. 

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Besonders Wechselwillige gibt es unter den Dieselfahrern, so die Auswertung der CONTI Studie | Bild: Auto Motor Sport

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Autofahrer in Sachen Wahl des Antriebs heute noch eher konservativ sind und auf Bewährtes setzen. Diesen Aspekt gilt es im Kontext Umstieg auf Elektromobilität zusätzlich zu den bekannten Reichweiten-Ängsten zu berücksichtigen. Allerdings sehen wir eine deutlich höhere Akzeptanz für alternative Antriebskonzepte in den kommenden Jahren, wenn sich das Fahrzeugangebot verbreitert und Rahmenbedingungen attraktiver werden – wie beispielsweise Steuervergünstigungen bei Dienstfahrzeugen.“

Andreas Wolf
Präsident der Continental Division Powertrain

Das Markt und Sozialforschungsinstitut „infas“ hat im Auftrag für die „Continental Mobilitätsstudie 2018“ in Deutschland, USA, Japan und China repräsentativ befragt. Ausserdem wurden Experten aus Wissenschaft und Automobilindustrie interviewt. Die Studie ist Continental zufolge „eine der weltweit umfassendsten ihrer Art zu Mobilitätsbedürfnissen und Technologietrends im automobilen Straßenverkehr“.

Eher junge Autofahrer zeigen sich wechselwillig

Rund 30 Prozent der befragten Studienteilnehmer, allein in Deutschland, sind Dieselfahrer. Rund ein Drittel dieser Dieselfahrer können sich einen Wechsel zu einem anderen Motorentyp vorstellen, 17 Prozent haben das sogar fest vor. Wenn man von den Dieselfahrern mal absieht zeigen in Deutschland nur junge Fahrer von bis zu 30 Jahren eine gewisse Veränderungsbereitschaft. Rund jeder Fünfte von ihnen kann sich beim nächsten Fahrzeug einen anderen Motorentyp vorstellen.

Immer wieder die Frage: Wer hat Schuld an der Dieselkrise ?

Auch die Dieselkrise wurde im Rahmen der Studie in Deutschland thematisiert. Sehr deutlich wurde dabei eine gemischte Verursacher-Sicht bei den Befragten. 26 Prozent halten die Politik für verantwortlich, elf Prozent einen Mix aus verschiedenen Verursachern und sechs Prozent Umweltschutzverbände. Für 39 Prozent dieser Gruppe der 31- bis 45-jährigen Autofahrer ist die Politik verantwortlich, ebenso wie bei 40 Prozent aller Befragten in Deutschland in dieser Altersgruppe. Nur 50 Prozent nennt ausschließlich die Automobilindustrie als verantwortlich für die Dieselkrise.

Andreas Wolf sagt angesichts der abnehmenden Nachfrage nach Dieselautos: „Es ist schade, dass die Dieseltechnologie sonegativ gesehen wird, trotz ihrer vielen Vorteile. Der Euro 6d-Diesel ist mit seiner modernen Abgasnachbehandlungstechnologie nicht nur sparsam und klimaschonend, sondern auch sauber – das sollte man in der hitzigen Dieseldebatte nicht vergessen.“ Continental selbst biete „ein breites Spektrum an Technologien an, mit denen heutige und zukünftige Stickoxid-Emissionsgrenzwerte eingehalten werden können – im realen Straßenverkehr und damit außerhalb vom reinen Prüfstand“.

Wir wissen aber: Die Automobilindustrie zuerst will weder Umrüstungen, Nachrüstungen und maximal das, womit man sie zwingt. Denn erst kürzlich kam heraus, das zum Beispiel BMW baugleiche Fahrzeuge in den USA längst sauber auf die Strasse bringt, aber hier in Europa, wegen der „anderen gesetzlichen Lage“ nicht.

Quelle: CONTI Mobilitätsstudie 2018

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Über mich: Der Experte rund ums Thema eMobilität.

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