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Elektroauto: Neue „Un-sinn“ Studie mit falschen Fakten und Zahlen

Ein Professor, der behauptet, das Elektroautos in Wirklichkeit den CO2 Ausstoss erhöhen. Es wird viel behauptet, manches weggelassen. Es erinnert an die Schwedenstudie, die bereits widerlegt wurde.

von Stefan Blome | emobicon - Cover Bild: emobicon

Ein Riesenaufschrei war es, als die Schwedenstudie veröffentlicht wurde. Schnell wurde klar: Da stimmt was nicht. Und in der Tat ist diese längst widerlegt. Falsch Zahlen oder falsche Argumente. Auch das Weglassen von Fakten verfälschten diese Studie, die nicht das war, wie es einstmals hieß. Ähnliches kann man nun von diesen neuen Behauptungen sagen. Denn diese Studie nimmt all das was entlastend ist nicht in die Überlegung und lässt alles das weg, was gegen Kraftstoff spricht. Widersprüche, falsche Zahlen, mangelnde Zusammenhänge. Der Aufschrei ist gross für Daten und Fakten die falsch sind ! Diese „Un-SINN“ Studie finden Sie HIER !

Diese Studie beweist nichts

Das Elektroauto wird in weiten Teilen der Gesellschaft als klimafreundlich angesehen. Der Kölner Physikprofessor Christoph Buchal widerspricht dem nun. Demnach senkt die Antriebsform nicht den CO2-Ausstoß, sondern erhöhe ihn. So die Behauptung. Die „Studie“ behauptet demnach, dass sobald der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien und der deutsche Strommix in der Rechnung berücksichtigt werde, belaste ein E-Auto das Klima um elf bis 28 Prozent mehr als ein Dieselauto. Diese Behauptung wurde vom Ifo Institut in München veröffentlicht. Nur bewiesen haben sie nichts – im Gegenteil.

Diese Anhäufung von falschen Zahlen widerspricht sich und vor allem den echten Studien die in den vergangenen Monaten dazu veröffentlicht wurden. 

Die Zahlenangaben stimmen nicht

Die Rohstoffe Lithium, Kobalt und Mangan für die Batterien würden mit hohem Energieeinsatz gewonnen und verarbeitet. Gesagt wird aber auch nicht, das diese Rohstoffe in hunderten weiteren Produkten und das bereits seit Jahrzehnten eingesetzt werden. Das Elektroauto ist dabei nur ein Nutzer für sein Akku. So wird behauptet, dass eine Batterie für einen Tesla Model 3 das Klima mit elf bis 15 Tonnen CO2 belastet. Bei einer Haltbarkeit des Akkus von zehn Jahren und einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr bedeute allein das schon 73 bis 98 Gramm CO2 je Kilometer, rechneten die Studienautoren Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn vor. Dazu kommen noch die CO2-Emissionen des Stroms. In Wirklichkeit stoße der Tesla zwischen 156 und 181 Gramm CO2 pro Kilometer aus und damit deutlich mehr als ein vergleichbarer Diesel-Mercedes.

Die Tatsachen sind , widerlegt FALSCH. Berücksichtigt wurde demnach auch gar nicht, wie der Weg vom Rohöl bis an die Tankstelle ist. Die Begleiterscheinungen der Förderung spielen hier auch keine Rolle. Ebenso nicht die lokalen Emissionen und weitere Faktoren, wie Ölwechsel, Nutzung von Ad Blue u.a.

Bei den CO2 Emissionen wird demnach auch nicht berücksichtigt, wie sich die Erzeugung wirklich darstellt, denn der Anteil erneuerbarer Energien im Netz ist. Ebenso berücksichtigt man nicht die Eigenerzeugung vieler Fahrer von Elektrofahrzeugen und das an Ladestationen meist Strom aus erneuerbaren Energien gespeist wird.

Die Wirtschaftswoche klärt mal wieder auf !

Ein Widerspruch in sich und was Journalisten nur mal abgeschrieben haben, hat nun die Wirtschaftswoche wiederholt hinterfragt und belegt die falschen Angaben dieser Studie.

Die Forscher vom Fraunhofer Institut ISI kommen zum exakt gegenteiligen Befund der Behauptungen von Prof. Sinn: „28 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als ein Oberklasse-Diesel, bis zu 42 Prozent weniger als ein Kleinwagen-Benziner: Wer heute ein batteriebetriebenes Elektroauto kauft und in Deutschland nutzt, stößt bei einer Nutzungsdauer von durchschnittlich 13 Jahren deutlich weniger CO2 und andere klimarelevante Gase aus als mit einem Auto mit konventionellem Verbrennungsmotor.“ Die Forscher des international angesehenen Thinktanks ICCT gelangen zu ähnlichen Urteilen. Wie kann das sein?

Ganz einfach: Wie schon in einigen anderen „Studien“ zuvor hat sich Sinn einiger, teils einfacher, Tricks bedient. Das Thema ist technisch komplex und Berechnungen enthalten zahlreiche Prognosen und damit Variablen. Im Kern hat Sinn beim Diesel stets Best-Case-Szenarien, beim E-Auto aber Worst-Case-Szenarien angesetzt.

Das Umweltbundesministerium widerspricht der "Un-Sinn Studie"

Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt haben die Klimabilanz von Elektroautos verteidigt. Sie verwiesen auf eine aktuelle, umfassende Studie des Heidelberger ifeu-Instituts für die Agora-Energiewende-Initiative, die zu einem positiven Ergebnis kommt.

Danach ist die CO2-Bilanz eines Batterieautos in Deutschland bei einem Strommix wie im Jahr 2016 drei Prozent besser als die eines Dieselautos und zwölf Prozent besser als die eines Benziners. Vor allem Stadtautos mit kleinem Akku seien weniger klimabelastend als Verbrenner.

Entscheidend bei der Rechnung sind der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien, der Strommix sowie Fahrleistung und Nutzungsdauer des Autos. Unterschiedliche Ergebnisse seien zum großen Teil auf unterschiedliche Rahmenbedingungen zurückzuführen – und „bisher liegen nur wenige öffentliche Primärdaten über Batteriematerialien und Herstellung vor“, erklärten die Heidelberger Forscher. Sie regten an, die EU-Kommission sollte aktuelle Daten zur Klimabilanz von Batterien erheben und veröffentlichen lassen. 

Ein Beispiel, was mit keinem Wort erwähnt wird

Eine der grössten Raffinerien Europas: Ausnahmegenehmigungen für Ablass von Stickoxiden.

Die Industrie steuert beim Stickoxid erheblich zur sogenannten Hintergrundbelastung bei, sagt Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe. Im Ruhrgebiet liegt diese Sockel bei mehr als 20 Mikrogramm pro Kubikmeter, was etwa der Hälfte der zulässigen Belastung von 40 Mikrogramm entspricht. Je größer die Hintergrundbelastung, desto weniger dürfen andere Emittenten, wie etwa Autos, beisteuern. 

Die EU Verordnung zum Einbau bestmöglicher Umwelttechnik stammt aus dem Jahr 2010. Seit Ende 2014 lagen die entsprechenden Umsetzungsregeln für Raffinerien auf dem Tisch – samt Angaben zu den verfügbaren Technologien.. Im übrigen: Erarbeitet auch mit der Industrie.

2014 wurde diese Verordnung zudem speziell für Raffinerien konkretisiert. Ende 2017 erfolgte die Umsetzung in deutsches Recht, mitsamt einer Verschärfung der Grenzwerte. Statt maximal 300 mg/m³ dürfen die Raffinerien seitdem nur noch maximal 150 Milligramm Stickoxid pro Kubikmeter Abgas ausstoßen. Nur es tut sich nichts.

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Reduzierung der CO2 Grenzwerte wird für unrealistisch angesehen

Dass die europäische Politik Elektroautos als Null-Emission-Autos einstufe, sei eine Täuschung, kritisierten die Forscher der sogenannten Studie. Der ab 2030 vorgeschriebene CO2-Grenzwert von 59 Gramm pro Kilometer entspreche einem Verbrauch von 2,2 Liter Diesel oder 2,6 Liter Benzin je 100 Kilometer und sei „ingenieurtechnisch unrealistisch“. Deshalb müssten die Autobauer bald den Großteil ihrer Autos als E-Autos an die Kunden bringen. So behauptet man weiter, dass es für das Klima besser wäre, wenn Methan betriebene Ottomotoren genutzt würden. Denn, so die Behauptung, ist ihr CO2-Ausstoß sei um ein Drittel niedriger als der eines Diesels.

Fazit:

In den letzten Jahren wurde so viele Behauptungen aufgestellt. Und das Ergebnis waren entweder Lobbyarbeit oder Parteiarbeit – wie in dem Fall von der AfD und seinem nahestehendem Prof. Sinn. Es schockiert, denn die Daten die hier falsch dargestellt sind, wurden längst widerlegt.

Die zahlreichen Studien von Paul Scherrer Institut, Fraunhofer  und Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, Agora Energiewende, um nur die allerneusten von Dutzenden zu nennen, die zu diametral entgegengesetzten Ergebnisse kommen, dürften der Wahrheit sehr viel näher sein.

Mit Sicherheit wird das nicht die letzte „Studie“ von Behauptungen sein, die sich widerspricht und an der Realität vorbei geht.

Quelle: dpa

6 Gedanken zu „Elektroauto: Neue „Un-sinn“ Studie mit falschen Fakten und Zahlen

  1. Das mit diesen Studien muss doch aufwendig sein… ich hab mal einen Generator gebaut, mit der man sich seine eigene Studie zusammenklicken kann:

    https://www.huwig.de/de/2019/04/18/die-eigene-schweden-studie/

    Hier wählt man einfach die gewünschen – gerne auch alternativen – Fakten aus, entscheidet welche Äpfel mit welchen Birnen verglichen werden sollen und welche Tatsachen unter den Tisch gekehrt werden sollen. Unten sieht man dann direkt, was als Ergebnis heraus kommt und man kann so lange drehen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.

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