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Elektroauto: Welche Pläne gibt es zur Verlängerung der BAFA Förderung?

Elektromobilität ist in aller Munde. Noch ist die Auswahl an Elektrofahrzeugen gering, die Lieferzeiten lang, die Gerüchte um Elektroautos gross. Jetzt gibt es Pläne die BAFA Prämie zu verlängern und sogar auszuweiten

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Während wir seit fast 6 Jahren Elektroautos fahren – und das sogar für die ersten Modelle ohne staatliche Förderung, ist das Thema Mobilität nicht nur emotional, sondern auch in aller Munde. Das Thema Förderungen der Elektromobilität ist Thema bei vielen Unternehmen, aber der Erfolg beim Verkauf von Elektrofahrzeugen blieb bislang aus. Ein Problem sind die vielen Mythen und falschen Informationen. Nun beschäftigt sich die Regierung mit einer Neuauflage der BAFA Prämie mit deutlichen Änderungen. Passend zu den neuen Modellen, die jetzt auf den Markt kommen.

Viele Mythen bremsen aus

Um Elektrofahrzeuge machen die meisten Autokäufer immer noch einen großen Bogen. Es gilt die Annahme, das die Fahrzeuge zu teuer sind, zu wenig Reichweite haben und die Infrastruktur zum Aufladen unzureichend ist. Gründe die wir nicht verstehen können, nach nun fast 300.000 elektrischen Kilometern. Bald ist bei uns Urlaub angesagt – mit einer 6500 km langen elektrischen Tour bis an die Algarve nach Portugal und wieder zurück. Würden wir das tun, wenn es angeblich nicht funktionieren würde?

Dennoch: Die Umweltprämien, die Autofahrer zum Umstieg auf Elektromobilität locken sollen, werden nur schleppend genutzt. Viele falsche Mythen, viel Unkenntnis und damit Unsicherheit verhindern den Umstieg, obwohl auch aus unserer Sicht viel mehr Autofahrer den Umstieg zukunftsweisend nutzen könnten. 

Prämie zur Förderung soll verlängert werden

Was nun nach Ablauf der aktuellen BAFA Prämie passieren wird, waren bislang nur wage Andeutungen. Nichts schien unmöglich und sicher schon mal gar nicht. Jetzt prescht Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach vorne, denn die Zeit drängt. Mit neuen Ideen will er die Prämie und damit Förderung verändern und verlängern. Es bleibt ihm auch keine Wahl, denn er muss Ideen aufbieten, wie der Verkehrssektor seinen Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele 2030 leisten kann. 

Die Arbeitsgruppe Klimaschutz in seiner Mobilitätskommission kalkuliert, dass dafür bis zum Jahr 2030 sieben bis zehn Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren müssen. Scheuer hätte die aktuelle Förderung einfach aufgestockt und verlängert, aber das reicht nach Expertenmeinungen nicht aus. Es geht auch darum das mehr Kleinwagen verkauft werden. Der Minister träumt seit längerem vom sogenannten „Elektrokäfer-Effekt“.

Minister noch uneinig

Aber der Haken ist dabei ein anderer: Im Kabinett konnte sich Scheuer mit seiner Forderung bislang nicht durchsetzen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht es anders und will die derzeitige Förderrichtlinie, die Ende Juni ausläuft, auf dem bisherigen Niveau bis Ende Juni 2020 verlängern.

Der Umweltbonus war im Mai 2016 für drei Jahre eingeführt worden: 4000 Euro Prämie gibt es beim Kauf reine Elektrofahrzeuge, 3000 Euro für Hybrid-Autos. Den Betrag übernehmen Bund und Autohersteller je zur Hälfte.

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Es geht um die mögliche Aufstockung der Förderung

Ein Erfolg war diese Förderung nie: Bis Ende April gingen insgesamt nur 114.000 Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ein. Das sind Fördergelder für knapp 75.000 für E-Autos, 39.000 für Hybride und 60 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Das Geld sollte die Nachfrage nach mindestens 300.000 E-Fahrzeugen ankurbeln, wie es in der Förderrichtlinie heißt.

Ein Abschluss dieser Massnahme und eine Erneuerung der Förderung scheint dringend nötig. Es geht um die Aufstockung der Fördermittel von Mitte 2020 an. Die Vorschläge von Bundesverkehrsminister Scheuer will er bei einer Sitzung des neuen Klimakabinetts der Bundesregierung präsentieren – als Teil eines Gesamtkonzepts, das Verbote und finanzielle Belastungen der Autofahrer vermeidet.

Bis zu 8000 Euro Förderung möglich

Aus dem Bundesverkehrsministerium heisst es dazu: Minister Scheuer setze besonders auf den Umstieg auf alternative Antriebe zum Verbrennungsmotor – also auf Strom-, aber auch auf Wasserstofffahrzeuge. Den Anteil des Bundes am Umweltbonus für rein strombetriebene Autos will er von Mitte 2020 an auf 4000 Euro verdoppeln. 

Die neue Prämie soll für Kleinwagen mit Batterie oder Brennstoffzelle bis zu einem Kaufpreis von 30.000 Euro gelten. Sie werden bislang am wenigsten gekauft. Für Fahrzeuge bis 60.000 Euro Kaufpreis soll der Bundesanteil auf 2500 Euro steigen. Für kommerziell genutzte Fahrzeuge soll es noch was oben drauf geben. Für Lieferwagen und Taxis soll die Prämie möglicherweise sogar 8000 Euro betragen. 

Für 10 Jahre der halbe Steuersatz

Ein Vorschlag der sogar Zustimmung finden soll. Sowohl Altmaier als auch Finanzminister Olaf Scholz haben dem Verkehrsminister schon Unterstützung zugesichert. Scholz fördert auch im Jahressteuergesetz die Elektromobilität. So soll jemand, der sich künftig für einen Elektro-Dienstwagen entscheidet, weiter nur halb so viel Steuern auf den geldwerten Vorteil für die private Nutzung zahlen müssen. Geplant für 10 Jahre, so heisst es aus dem Finanzministerium.

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