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Elektro Trucks: Die Hersteller von LKW sind gefordert

LKW mit alternativen Antrieben waren nie wirklich Thema bei den Herstellern. Seit TESLA ein Elektro Truck angekündigt hat, gerät dieses Thema immer mehr in den Focus der Truck Hersteller trotz Bedenken, allein schon wegen der Batterie

von Micha | emobicon
  LKW mit Akku fahren zu lassen geht nicht. So hörte man immer wieder die Argumente der Hersteller: Zu teuer, zu wenig Reichweite, zu schwer wegen dem Akku. Ist das so ? Im Nahbereich, im urbanen Lieferverkehr sicher eine gute Alternative, allein schon wegen der Emissionen die man nicht erzeugt. Im Fernverkehr sicher exotisch und ob es sinnvoll ist, wird man sehen. Die Kunden der LKW Hersteller denken vor allem an die Wirtschaftlichkeit ihrer Fahrzeuge, da sei der Dieselantrieb einfach nicht zu schlagen, weder im Stadtverkehr noch auf der Langstrecke.

Einschränkungen zwingen zum Umdenken

Doch Einschränkungen, auch für Diesel LKW in Städten und Metropolen zwingen zu Alternativen. Mit ihrem günstigen Elektro-Stadttransporter führte die Post-Tochter Streetscooter die deutschen Nutzfahrzeug-Riesen regelrecht vor. Seit gut einem Jahr überschlagen sich die deutschen Lkw-Riesen Daimler und MAN fast schon dabei, Elektroantriebe für ihre Transporter und schwereren Nutzfahrzeuge vorzustellen – und bald auch die ersten Serienmodelle auf die Straße zu bringen. Die Nachfrage kommt, so ist man sich sicher, auch weil der Zwang da ist Mobilität, auch im gewerblichen Bereichen neu zu denken.

Die Emissionen müssen gesenkt werden

Dieser Wandel geht nicht nur vergleichsweise schnell für eine Branche, die bei Baureihen eher in Jahrzehnten als in Jahren denkt. Er bringt auch einschneidende Veränderungen für das bisherige Geschäftsmodell der Truck-Bauer mit. Das zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Ein wichtiger Treiber für den Schwenk Richtung E-Mobilität sind – wie auch im Pkw-Bereich neue EU-Regularien. Bis 2030 müssen die Lkw-Hersteller ihre Emissionen um 30 Prozent reduzieren, verlangt die Europäische Kommission. Das schaffen die Hersteller laut der Studie nur mit Alternativen zum Dieselantrieb – etwa in Form von Diesel-Elektro-Hybriden, Gasantrieb, Wasserstoff oder eben rein elektrischen Antrieben.

Ziel: 25 Prozent aller Lkw mit alternativen Antrieben

Bereits 2030 werden in Deutschland ein Viertel aller neuen Lkw mit alternativen Antrieben verkauft, erwarten die Unternehmensberater. Kurzstrecken-Lkw werden dabei eher auf reinen Elektroantrieb setzen als Langstrecken-Trucks. Das macht auch Sinn, wegen der drohenden Fahrverbote in immer mehr Metropolen – europaweit.  Über große Distanzen sei ein reiner Batterieantrieb kurz- und mittelfristig keine realistische Lösung, urteilt Oliver Wyman – auch wenn Tesla genau dies mit seinem „Semi“-Truck versucht. Bei Sattelschleppern für die Langstrecke würden, meint Studienautor Romed Kelp, eher „Brückentechnologien wie Hybride oder Gasantriebe zum Tragen kommen.“

Mit der Richtung Elektroantrieb dürfte der Wettbewerb zwischen den etablierten Herstellern an Schärfe gewinnen, heißt es in der Studie. Denn die Hersteller können sich nicht mehr so gut über die Effizienz und Sparsamkeit ihrer jeweiligen Motoren voneinander abgrenzen. Weiter heisst es, das die Hersteller unter sinkenden Ertragssäulen leiden werden, meinen die Studienautoren.

Verluste drohen durch weniger Wartung

Deutliche Einbußen drohen etwa beim Wartungsgeschäft. Hier sorgt das Geschäft mit Antriebsstrang-Ersatzteilen aktuell für die Hälfte der Aftersales-Gewinne bei den Herstellern. Elektro-Lkw sind deutlich weniger wartungsintensiv als ihre Verbrenner-Brüder – weshalb im Aftersales-Bereich große Umsatzteile wegfallen werden. Deswegen ist es auch so, das viele Fahrzeughändler im PKW Bereich derzeit noch unterschätzen, welche Auswirkungen Elektromobilität auf deren Geschäftsmodell haben wird.

Der Gebrauchtwagenmarkt wird schwieriger

Mit der Elektrifizierung ganzer Flotten dürfte auch der Verkauf von Gebraucht-Lkw schwieriger werden, warnt die Studie. Aktuell werden ältere Lkw-Modelle oft nach Osteuropa weiterverkauft, von dort aus landen sie dann häufig im Mittleren Osten oder in afrikanischen Ländern. Lkws mit alternativen Antrieben sind in vielen weniger entwickelten Ländern kaum einsetzbar, weil die Infrastruktur fehlt. Wichtig wird auch, wie gross die Kapazität eines Fahrzeugakkus sein wird, wenn über Jahre viele tausende Kilometer Strecke hinter dem Fahrzeug liegen.

Es fehlt die Ladeinfrastruktur für Elektro Trucks

Im Wartungsgeschäft und beim Wiederverkauf drohen deshalb zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Lkw-Hersteller drohen wegzufallen, warnen die Studienautoren. Um dies aufzufangen, sollten sich die Fahrzeughersteller in Anbieter von Transportlösungen verwandeln, empfehlen die Unternehmensberater. Möglicherweise müssen sie auch stärker selbst den Aufbau von Lade-Infrastruktur in die Hand nehmen.

Um die Wiedervermarktbarkeit zu erhöhen, sollten die Hersteller wohl manche Technologien auch wieder ausbauen können. „Insgesamt sollte der Lkw künftig wesentlich modularer gestaltet werden“, heißt es in der Studie.

Das Kundeninteresse ist, dank Förderung, gross

Das Interesse bei Kunden scheint indessen gross zu sein. So ist ein Förderprogramm vom Bund gut angenommen worden. Die Kunden müssen was tun, wenn sie weiter überall mobil unterwegs sein wollen. Dieselfahrverbote drohen weiterhin. So zeigt eben aktuell die Stadt Hamburg, dass das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge auch für LKWs gilt.

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