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Studie: Umweltfreundlichkeit von Elektroautos

Ein Report der europäischen Umweltagentur sagt: Elektroautos sind sauberer als Ihr Ruf und es steckt sogar noch viel mehr Potential drin. Wir fassen mal zusammen

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: emobicon
Es ist ein Ärgernis, wenn man in der Argumentation beim Elektroauto auf seltene Erden angesprochen wird, Kinderarbeit bei den Rohstoffen, Energiemix und anders. Diese üblichen Mythen, die sich halten und die meist nur vorgeschoben sind. Dabei sind z.B. Kobalt und Lithium keine seltenen Erden. Es interessiert die meisten aber nicht. Diese Argumente die längst in grossen Teilen widerlegt sind und die Rechtfertigung sein sollen, das man weiter ÖL verbrennt. Die Probleme werden dabei einfach ausblendet. Auch, weil es ja so einfach ist. Naturkatastrophen, Abgase, Kriege wegen Öl werden einfach verdrängt und finden zu wenig Aufmerksamkeit. Ein ziemlicher Fall von Doppelmoral. Wir haben uns schon oft mit den Fakten auseinander gesetzt. 

Aber die Frage bleibt immer bestehen: Sind Elektroautos umweltfreundlicher als klassische Verbrenner und können sie sogar Teil einer sogenannten Kreislaufwirtschaft werden? Genau diesen Fragen geht wiederholt ein grosser Report der EEA, der Europäischen Umweltagentur nach. Die Agentur, die Informationen für Bürger und Politiker aufbereitet, hat dazu eine Studie mit dem Namen „Electric Vehicles from life cycle and circular economy perspectives“ veröffentlicht. 

Bereits heute: Elektroautos sind deutlich klimafreundlicher

Die Autoren der EEA Studie sprechen von einer Lebenszyklen-Analyse und haben für die künftige Mobilität das Elektroauto als „Schlüsselkomponente“ eingestuft. Klar ist hierbei: Elektrofahrzeuge sind bereits heute deutlich klimafreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. 

Schaut man sich die heutige Mobilität mit Verbrennungsmotor an, dann weiss man, das die meisten Emissionen bei der Nutzung entstehen. Elektroautos mit Energie aus erneuerbarer Windkraft wäre um fast 90 Prozent sauberer. Hierbei ist aber wichtig zu wissen, das die Herstellung des Akkus eines Fahrzeuges energieintensiv bleibt. Wenn wir aber wissen, das wir bereits in 2018 über 40 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energiequellen nutzen, dann kommt die Studie zu dem Schluss: Bei immer weiter steigender Nutzung von erneuerbarer Energie kommt es zur Senkung der CO2 Bilanz. 

Nach nur 3 Jahren den höheren CO2 Stand bei der Herstellung aufgeholt

Die Studie hat auch fleissig gerechnet und hinterfragt.  So wird klar, das bereits nach dem 3. Nutzungsjahr eines Elektrofahrzeuges der zunächst höhere CO2 Stand durch das Akku und des aktuellen Strommixes für Fahrzeuge in Deutschland aufgeholt ist. Fahrzeuge mit fossilem Reichweitenverlängerer sind laut der Studie demnach um 48 Prozent sauberer, Plug in Hybride um immerhin 36 Prozent.

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Elektroautos auf allen Stufen der Wertschöpfung sauberer

Die Studie stellt auch deutlich fest: Saubere Energie macht das Elektroauto auf allen Stufen der Wertschöpfung sauberer. Das fängt beim Bergbau und damit dem Abbau von Rohstoffen an und endet beim Recycling eines Akkus. Bei der Betrachtung in vielen Fällen wird das aber oft ausgeblendet. Die Datenlage ist hier nicht eindeutig.  Klar ist aber auch: Zwischen Nutzung und Recycling steht zudem auch noch die 2. Nutzung eines Akkus: als Energiespeicher. Auch hier ist die Datenlage laut EEA aktuell unzureichend. 

Akku ist nicht gleich Akku

Mögliche lokale Umweltfolgen sind nicht so einfach zu benennen, denn klar ist ja: Ein Elektroauto hat weniger Teile verbaut. Allerdings ist der Bedarf an Rohstoffen wie Kupfer höher. Teile für das Akku wie Lithium und Kobalt spielen eine Rolle, aber auch eine andere Art der „Hülle“ wie zum Beispiel Carbon. Man muss aber unterscheiden, das ein Akku nicht gleich Akku ist. Hier verwenden Hersteller unterschiedliche Technologien und bauen die Akkus auch unterschiedlich. So wird man künftig Akkus mit weniger Kobalt herstellen, was damit auch wieder bei Umweltfragen zu berücksichtigen sein wird.

Trotz Kohlestrom - positive Gesundheitseffekte durch Elektroautos

Immerhin ist auch klar: Selbst wenn der Strom wahnsinnig dreckig und damit zu 100 Prozent aus Braunkohle stammt, hätten Elektroautos trotzdem positive Gesundheitseffekte. Zwar stiegen die CO2-Emissionen durch Braunkohle, aber die lokalen Abgase würden deutlich sinken. So kommen Stickoxide und Feinstäube aus dem Kraftwerk nicht in die Stadt. Und das ist da, wo die meisten Menschen wohnen und mobil sind. Gleiches gilt für den Lärm. Für die Wasserqualität sei das Elektroauto hingegen dann schlechter, wenn Energie aus Kohle gewonnen wird, denn Kohlegewinnung und Verbrennung schaden den Gewässern mehr als Autoabgase.

Kreislaufwirtschaft bei Elektroautos im Blick behalten

Es wird nicht nur kritisiert sondern auch empfohlen. So kommt die EEA zu dem Schluss, dass Autobauer und Politik die Kreislaufwirtschaft im Blick behalten sollen. „Zweitnutzung und Recycling müssen von Anfang an Teil des Fahrzeugdesigns sein“, schreiben die EEA Autoren. Etwa durch eine Standardisierung der Akkus. Das könnte die Wiederverwertung der Zellen deutlich vereinfachen und nutzbar machen.

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Kleine Akkus sind ökologisch sinnvoller

Aus Umweltgründen empfiehlt der Bericht einen Ausbau der Ladeinfrastruktur – denn Elektroautos mit kleinem Akku sind ökologisch sinnvoller. Für jede Fahrt sollte das kleinstmögliche Auto mit dem kleinstmöglichen Akku  genutzt werden. Die Nutzung von elektromobilem Carsharing sollte berücksichtigt werden. 

Fazit: Keine Sparmöglichkeit mit Verbrennern

Das ökologische Verbesserungspotenzial von Elektroautos ist sehr groß. Die Sparmöglichkeiten von Verbrennern hingegen nicht. Im Gegenteil. Mit zunehmend steigenden Ansprüchen an Verbrenner und deren konsequente Abgasreinigung, macht den Preisunterschied zwischen den Antrieben heute schon weg. Und ohne, das man auf Mobilität verzichten muss, lässt sich Elektromobilität, wenn sie an wichtigen Stellen organisiert und möglichst klimaneutral gestaltet wird, heute bereits mit deutlich weniger Emissionen weltweit gestalten. 

5 Gedanken zu „Studie: Umweltfreundlichkeit von Elektroautos

  1. Warum nicht der Vergleich zur Brennstoffzelle anstatt dem Verbrenner?
    Ich denke die Kritiert haben den Wasserstoff im Sinn, nicht Verbrenner weiter zu fahren.

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